Ude & Seehofer: "Ein Herz und eine Seele"

Ude und Seehofer: Beide kämpfen um die Macht in Bayern – im Kampf um den 2. Münchner S-Bahn-Tunnel ziehen sie an einem Strang.  
| Willi Bock
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Zwei, die miteinander können - aber dennoch Wahlkampfgegner sind: Horst Seehofer und Christian Ude.
Zwei, die miteinander können - aber dennoch Wahlkampfgegner sind: Horst Seehofer und Christian Ude.

Ude und Seehofer: Beide kämpfen um die Macht in Bayern – im Kampf um den 2. Münchner S-Bahn-Tunnel ziehen sie an einem Strang.

München - Wenn diese lästige Landtagswahl nicht wäre: Wie gut haben sich Christian Ude und Horst Seehofer früher immer verstanden. Nun dieser Hahnenkampf der beiden um die Herrschaft über Bayern. Doch gestern kam es wieder aus tiefster Seele bei Ude heraus: „Bei der zweiten Stammstrecke sind wir tatsächlich ein Herz und eine Seele.“ – Meiner Seel’.

Das von der CSU ewig versprochene und nun von CSU-Granden finanziell blockierte zwei-Milliarden-Euro-Projekt hat die Kontrahenten wieder zusammengebracht. „Sofort“ habe der rote Spitzenkandidat Ude seinem schwarzen Widerpart Seehofer zugestimmt, als der im Juni den „seriösen und fairen“ Plan aufbrachte: Decken wir die Finanzierungslücke von 350 Millionen Euro über das Flughafendarlehen. Da stehen Bund, Land und Stadt zusammen 500 Millionen zu.

Das reicht. Alle drei müssten nur zustimmen. Die gesamte SPD tut das, die Stadt und das Land auch – nur der Bund zögert. Alles liegt an Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und Seehofers Parteifreund Peter Ramsauer als Verkehrsminister. Lehnen die den Haushaltstrick ab, ist das von Seiten des Bundes der zweite Tritt gegen die zweite Röhre – und das endgültige Aus. Denn der Bund hatte nach der gescheiterten Olympiabewerbung im August 2011 erklärt, dass er sich nicht wie zugesagt an der Finanzierung beteiligen wolle. Damit fehlten 700 Millionen.

Gestern machte sich Ude ernsthaft Sorgen um den guten Ruf seines S-Bahn-Herzens-Bruders Seehofer: „Ich kann mir kaum vorstellen, dass sich die CSU den Tort antut und dem Vorschlag des eigenen Parteivorsitzenden und Ministerpräsidenten nicht folgt.“ Das wäre doch „eine gigantische Blamage und Disavouierung eines Ministerpräsidenten“, den die CSU vor der Wahl nicht riskieren“ wolle. So kann sich Seehofer bisher bei der zweiten Röhre hundertprozentig nur noch auf die SPD verlassen. Und auf Ude. Selbst in der CSU-Landtags- und -Stadtratsfraktion gibt es Tunnel-Gegner.

Ude: „Jetzt kann die zweite Stammstrecke an Seehofers Parteifreund Ramsauer scheitern.“ Der habe Seehofer signalisiert: Es sei eine schwierige haushaltstechnische Situation. Die SPD-Bundestagsabgeordneten Ewald Schurer und Martin Burkert sehen das anders: Das Geld für das Flughafendarlehen sei bereits vor Jahren ausgegeben worden. Die Rückzahlung müsse nur für den Tunnel umgeleitet werden. Aus dem Ramsauer-Ministerium war dazu gestern nichts zu erfahren.

Unterstützung für mehr Geld aus Berlin bekommt Seehofer auch von seinem Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) : „Die Bundesregierung muss erkennen, dass München die wichtigste Wirtschafts- und Wissenschaftsmetropole in Deutschland ist.“ D a seien Investitionen in München n ötig .

 

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