Tunnel an der Landshuter Allee: CSU wirft Grünen "alternative Fakten" vor

Die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg (BA) wendet sich vehement gegen die Variante einer Einhausung. Fraktionssprecherin Gudrun Pieczek unterstellt der BA-Vorsitzenden Anna Hanusch (Grüne), "die Unwahrheit" gesagt zu haben.
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Der Verkehr rollt auf der Landshuter Allee in München. (Archivbild)
Der Verkehr rollt auf der Landshuter Allee in München. (Archivbild) © Angelika Warmuth/dpa

Neuhausen - Die Diskussion über den Tunnel an der Landshuter Allee hat in den Augen der CSU im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg einen neuen Tiefpunkt erreicht.

"Wer hier von Milliarden-Kosten spricht, sagt die Unwahrheit", reagiert CSU-Fraktionssprecherin Gudrun Piesczek auf entsprechende Äußerungen von Anna Hanusch.

Gudrun Piesczek.
Gudrun Piesczek. © CSU

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Münchner Stadtrat und Vorsitzende des Bezirksausschusses Neuhausen-Nymphenburg , Anna Hanusch, stelle in der Angelegenheit "alternative Fakten" auf, indem sie in einem AZ-Bericht behaupte, dass der Tunnel "Milliarden" koste.

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"Die bisher offiziell genannte Zahl beläuft sich aber laut Planung auf etwa 550 Millionen, also weit unter einer Milliarde, geschweige denn 'Milliarden', was ja mindestens zwei Milliarden bedeutet", heißt es in einer CSU-Mitteilung.

Die CSU-Fraktion im Bezirksausschuss Neuhausen-Nymphenburg (BA) wendet sich vehement gegen die Pläne der Grünen und der SPD, die eine sogenannte Einhausung vorschlagen.

So argumentiert die CSU im BA in Sachen Tunnel-Lösung

"Nur ein Tunnel bringt den Anwohnern die nötige Entlastung", betont Gudrun Piesczek, und nur ein Tunnel könne das Viertel wieder vereinen.

Steffen Rekittke.
Steffen Rekittke. © CSU

"Wenn die Autos unter der Erde in einem Tunnel sind, besteht die Chance, hier einen neuen und attraktiven Aufenthaltsbereich für die Neuhauser Bürgerinnen und Bürger zu schaffen", sagt Steffen Rekittke, der stellvertretende Vorsitzende des Unterausschusses Verkehr im BA.

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Deshalb unterstütze die CSU auch die Bürgerinitiative "Pro Landshuter Allee-Tunnel" in ihren Bemühungen, "doch noch einen Tunnel als einzig sinnvolle Maßnahme zu erreichen".

Auch das Verhalten der SPD im Bezirksausschuss kritisiert die CSU-Fraktion: Vor der Kommunalwahl habe sie der CSU noch Irreführung vorgeworfen, weil diese anzweifelte, dass die SPD weiter für den Tunnel sei.

Hat die SPD im BA die Wähler im Viertel getäuscht?

Kaum sei die Wahl dann gelaufen, sei eine der ersten Beschlüsse der grün-roten Stadtratsfraktion die Beerdigung des Tunnels mit ausdrücklicher Unterstützung der SPD gewesen.

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"Somit steht fest, dass die SPD vor der Wahl die Wähler im Viertel getäuscht hat", sagt Gudrun Piesczek mit Blick auf das gemeinsame Handeln von SPD und Grünen in Sachen Tunnelplan. Eine Einhausung bedeute, dass eine gigantische meterhohe Wand entlang der Landshuter Allee entstehe, die das Viertel noch mehr zerschneiden würde als bisher schon durch die vielbefahrene Straße, argumentiert die CSU.


Die CSU-Fraktion im BA zitiert aus der Beschlussvorlage "Gesamtkonzept Landshuter Allee " der Stadtverwaltung:

"Eine Einhausung vom Platz der Freiheit bis zur Heideckstraße würde mit dem bestehenden Landshuter Allee-Tunnel einen Tunnel mit einer Gesamtlänge von ca. 1.100 Metern ergeben, von denen ca. 730 Meter oberirdisch wären. Nördlich der Volkartstraße wären in der Einhausung je Fahrtrichtung drei Fahrstreifen erforderlich sowie Notgehwege an den jeweiligen Fahrbahnrändern. Für die Durchfahrt wäre eine lichte Höhe von 4,50 Metern zuzüglich eines bautechnischen Nutzraumes von 35 Zentimetern vorzusehen. Zusammen mit dem Deckenaufbau ergibt sich eine Höhe von mehr als sieben Metern. Dadurch würde eine rund sieben Meter hohe, 26 Meter breite und ca. 730 Meter lange 'Mauer' vom Platz der Freiheit bis zur Heideckstraße entstehen. Für eine 'Begehbarkeit' des Deckels der Einhausung und deren Erschließung bedürfte es Treppen, Rolltreppen, Aufzüge oder Rampen. Zudem müsste der gesamte Bereich mit Absturzsicherungen versehen werden."

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