Neuer Münchner OB probt Schlegel: Anzapf-Training für die Wiesn-Premiere

Wenn am 19. September auf der Münchner Theresienwiese das 191. Oktoberfest beginnt, sind um Punkt 12 Uhr alle Augen und Kameras im Schottenhamel-Festzelt auf ihn gerichtet: Dominik Krause (36).
Als Münchner Oberbürgermeister obliegt ihm die besondere Aufgabe, das erste Wiesnfass anzuzapfen, um anschließend die erste Maß an Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) zu reichen.
Krause beginnt mit dem Anzapf-Training
Doch damit sich der Grünen-Politiker beim Anzapfen vor einem Millionenpublikum weltweit nicht blamiert und von einer Bierdusche durchnässt wird, hat Krause nach AZ-Informationen am Donnerstagnachmittag bereits mit dem Anzapf-Training für die Wiesn begonnen.
Und bei einem Probezapfen beim Münchner Radiosender Gong 96,3 hat das 36-jährige Stadtoberhaupt kürzlich eindrucksvoll bewiesen, dass er durchaus Talent mit dem Schlegel besitzt. Nach zwei gezielten, kraftvollen Schlägen saß der Zapfhahn im Fass und das Bier konnte fließen, auch wenn die erste Maß noch deutlich zu viel Schaum beinhaltete, was Krause mit "Eine Schaumige" bestätigte.
Damit beim Anzapfen auf der Wiesn auch wirklich nichts schiefgeht, wird Krause in den kommenden Wochen sicherlich noch das ein oder andere Mal zu Übungszwecken den Schlegel schwingen.

Völlig unerfahren, was das Anzapfen vor großem Publikum angeht, ist Dominik Krause übrigens nicht. Vor zwei Jahren hatte der 36-Jährige zum Beginn der "Rosa Wiesn" in der Bräurosl problemlos den Zapfhahn ins Bierfass getrieben – auch hier benötigte der Neu-OB nur zwei Schläge. Es sieht also ganz danach aus, als sei Dominik Krause für seine Anzapf-Premiere als Oberbürgermeister im Schottenhamel bestens gerüstet.

Auch Reiter nahm vor der Wiesn Anzapf-Training
Es ist übrigens keine Seltenheit, dass der Münchner Oberbürgermeister vor dem Anzapfen noch ein bisschen trainiert. Auch sein Amtsvorgänger Dieter Reiter (SPD) war bekannt dafür, dass er vor dem Wiesn-Start mit dem langjährigen Paulaner-Schankkellner Helmut Huber das Anzapfen geübt hat.
"Das gehört ja nicht zu meinem Tagesgeschäft, deshalb muss ich vor dem Oktoberfest schon mal Schlegel und Zapfhahn in die Hand nehmen, um wieder ein Gefühl dafür zu bekommen", so Reiter damals.

Das Training scheint bei Reiter Wirkung gezeigt zu haben. Von 2015 bis 2025 benötigte er durchgehend jeweils zwei Schläge beim Anzapfen. Nur bei seiner Premiere bei der Wiesn 2014 waren vier Schläge nötig.
Pannen und Rekorde beim Anzapfen
Den Rekord für die meisten Schläge hält immer noch Thomas Wimmer. Bei der Premiere des Anzapfens im Jahr 1950 musste der damalige Oberbürgermeister insgesamt 19-mal zuschlagen, bis erstmals die weltberühmten Worte "O‘zapft is!" fielen und das Bier aus dem Fass strömte. Man muss Wimmer aber zugutehalten, dass er erst auf dem Weg zur Wiesn gefragt wurde, ob er das erste Fass anzapfen möchte und damit keine Chance hatte, vorher zu üben. Aber aus dieser spontanen Aktion ist das mittlerweile traditionelle Anzapfen entstanden.
Nicht mit Ruhm, aber dafür mit reichlich Bier, hat sich OB Hans-Jochen Vogel bekleckert. Beim Anzapfen im Jahr 1971 verursachte er beim vierten Schlag eine große Bierfontäne, die sowohl ihn als auch die umstehenden Gäste komplett nass machte.

Unvergessene Anzapf-Pannen lieferte auch Erich Kiesl: In einem Jahr vergaß er das obligatorische "O'zapft is!", in einem anderen verwechselte er die Vokale. Mit dem Schlegel in der Hand rief Kiesl lautstark "Izapft os!". Entsprechend laut war das Lachen der Menschen im Schottenhamel.