Münchner Gastronomie: Verwirrung und Déja-vu wegen 2G

Die Gastronomie erlebt in diesen Tagen ein Déja-vu. Wieder gibt es neue Regeln, wieder weiß keiner, welche genau. Aber umgesetzt werden sollen sie sofort.
| Ruth Frömmer
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Ab Montag dürfen Münchner nur noch in eine Wirtschaft, wenn sie eine Covid-Impfung (oder -Genesung) vorweisen können.
Ab Montag dürfen Münchner nur noch in eine Wirtschaft, wenn sie eine Covid-Impfung (oder -Genesung) vorweisen können. © Sven Hoppe/dpa

München - Die Münchner Wirte sind im Stress. Jeder möchte so schnell wie möglich wissen, welche Regeln ab nächster Woche für die Gastronomie gelten. 2G ab Montag, so viel wurde von Dieter Reiter (SPD) schon verkündet.

Am Freitagabend verkündete dann auch die Staatsregierung: In ganz Bayern kommt die 2G-Regel für Gastronomie und Hotellerie.

Das heißt, es dürfen nur noch Geimpfte und Genesene in Restaurants, Bars und Clubs. Was das ganz konkret bedeutet, ist noch nicht klar. Auf was sich die Betriebe einstellen müssen, weiß keiner so genau.

2G in Münchner Gastro: Was ist mit den Angestellten?

Die Umsetzung bei den Gästen ist das geringste Problem. Kontrolliert werden mussten die Gäste ja mit der noch geltendenden 3G-Regel auch schon. Einige Lokale hatten sogar extra Personal in den Eingangsbereichen, das die Impf- und Testnachweise kontrolliert und mit den Personalausweisen abgeglichen hat. Mit 2G fällt für sie immerhin sogar ein Nachweis weg, den sie kontrollieren müssen.

Aber was ist mit den Angestellten? "Zum Glück gibt es in den meisten Betrieben eine hohe Impfquote", sagt Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer vom Hotel- und Gaststättenverband Dehoga. Aber der Personalmangel in der Branche ist groß, da kommt es auf jeden Einzelnen an. Deshalb geht Geppert davon aus, dass ungeimpfte Angestellte mit regelmäßigen PCR-Tests auch weiterhin in den Betrieben arbeiten können. Aber gewiss ist das noch nicht.

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Münchner Wirt fühlt sich in der Corona-Zeit verloren

Florian Oberndorfer, Wirt vom Wirtshaus in der Au, ist froh, dass es in Zeiten wie diesen den Dehoga gibt. "In den letzten anderthalb Jahren waren wir dank des Verbands immer top informiert, und das wirklich schnell." Es sei eine große Erleichterung für die Mitglieder gewesen, dass der Dehoga sie zum Teil mehrmals täglich auf dem Laufenden gehalten hat über die aktuellen Entwicklungen.

Ansonsten fühlt sich Oberndorfer in der Corona-Zeit etwas verloren. "Es ist schwierig für uns alle, auch die Mitarbeiter und die Gäste, sich immer wieder auf etwas Neues einzustellen", so der Wirt zur AZ.

Er will erst einmal abwarten, was in den nächsten Tagen genau beschlossen wird und dann reagieren. Er sei sich seiner Verantwortung bewusst und werde sich natürlich an alle Regeln halten. "Wir haben ja bewiesen, dass wir jeden Weg mitgehen", so Oberndorfer und weiter: "Was wir brauchen, ist ein klarer Fahrplan, eine Richtschnur. Und zwar schnellstmöglich."

"Die Behörden messen mit zweierlei Maß"

Stephan Kuffler betreibt unter anderem das Spatenhaus an der Oper und das Seehaus. Er sagt: "2G finde ich grundsätzlich nicht schlecht." Aber wie die öffentliche Hand die Situation handhabt, darüber kann er nur den Kopf schütteln. "Da werden Entscheidungen hinausgezögert und dann ist man permanent überrascht, wenn's nicht funktioniert", ärgert sich der Gastronom. "Die Behörden messen mit zweierlei Maß. Sie selbst brauchen für ihre Beschlüsse unendlich lang, aber umsetzen müssen wir diese dann sofort."

Egal wie's am Ende ausgeht, Thomas Geppert möchte den Gästen die Angst nehmen. "Geimpfte können in die Gastronomie kommen und sind sicher." Die Lage sei nicht vergleichbar mit dem vergangenen Jahr, als es noch keine Impfungen gab.

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