Münchens OB Dieter Reiter: Scharfe Kritik an Jens Spahns Impfstrategie

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter sieht die Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn, nach der die Impfpriorisierung bald wegfällt, kritisch. Sie wecke falsche Erwartungen.
| Paul Nöllke
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Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München.
Dieter Reiter (SPD), Oberbürgermeister von München. © Peter Kneffel/dpa/Archiv

München - Heftige Kritik äußert Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) am Vorgehen der Bundesregierung in der Corona-Pandemie: "Das ist nicht die Strategie, die ich mir vorstelle und erfüllt auch nicht das, was uns Kommunen von Monat zu Monat immer wieder aufs Neue zugesagt wurde", lässt er sich verärgert zitieren. Die Strategie, die Reiter so stört, sieht laut Ankündigung von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, die Impfpriorisierung ab 7. Juni aufzuheben.

Für Wegfall der Priorisierung ist nicht genug Impfstoff da

Es gebe dafür noch immer nicht genügend Impfstoff, so der OB. "Während vom Wegfall der Priorisierung die Rede ist und von Erleichterungen und Reisemöglichkeiten für Geimpfte, sollte allen klar sein, dass die Mehrheit der Bundesdeutschen noch immer auf ein erstes Impfangebot wartet."

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Im Münchner Impfzentrum können kaum noch Erstimpfungen durchgeführt werden

Das Münchner Gesundheitsamt beispielsweise sei erst am Montag vom bayerischen Gesundheitsministerium darüber informiert worden, dass das Impfzentrum in den kommenden Wochen kaum noch Erstimpfungen durchführen könne, damit genug Impfstoff für die Zweitimpfungen zur Verfügung stehe.

"Seit Monaten operiert unser Impfzentrum gezwungenermaßen auf Sparflamme", erklärt der OB. "Wir wissen einfach nicht, mit wie viel Impfstoff die Impfzentren verlässlich rechnen können" und verkündet: "Wir könnten in wenigen Wochen alle Münchnerinnen und Münchner über 16 Jahre mindestens ein Mal geimpft haben." Doch dafür fehle der Impfstoff.

"Insofern steigert die Ankündigung des Bundesgesundheitsministers nicht zum ersten Mal die berechtigten Erwartungen der Menschen, Enttäuschung vorprogrammiert", sagt Reiter.

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