Münchens beste Idee: Tunnel unter dem E-Garten!

Wo jetzt der Isarring den Englischen Garten zerreißt, soll ein Tunnel her – für 59 Millionen. Politiker sind entzückt. Die AZ erklärt die Pläne. Mit Video von der Präsentation.
| Willi Bock
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War da mal eine Straße? Mit dem Tunnel unter dem Isarring wird der Englische Garten größer und das Gebiet am Kleinhesseloher See viel ruhiger.
AZ War da mal eine Straße? Mit dem Tunnel unter dem Isarring wird der Englische Garten größer und das Gebiet am Kleinhesseloher See viel ruhiger.

Wo jetzt der Isarring den Englischen Garten zerreißt, soll ein Tunnel her – für 59 Millionen. Politiker sind entzückt. Die AZ erklärt die Pläne.

Schwabing - Vor zwei Jahren wurden sie noch belächelt: Eine schöne Idee, die vierspurige Schneise durch den Englischen Garten zu untertunneln, aber...

Doch als die beiden Schwabinger Architekten Petra Lejeune und Hermann Grub gestern eine perfekte Machbarkeitsstudie für einen Park-Tunnel präsentierten, da gab es am Chinesischen Turm einen Großauftrieb: Finanzminister Georg Fahrenschon (CSU) als Hausherr des Parks, Kunstminister Wolfgang Heubisch (FDP, als Fan des Plans), Stadträtin Claudia Tausend (SPD) als Vertreterin von OB Ude, drei Grünen-Stadträte, eine CSU-Stadträtin, der Bund Naturschutz, der Bezirksausschuss undundund: Alle da.

Video: So soll der Tunnel aussehen

 

„Ich ziehe meinen Hut vor so viel privatem Engagement“, sagte Claudia Tausend: „Ich hätte nicht geglaubt, dass Sie so weit kommen.“

„Das wird die Wiedervereinigung des Englischen Gartens“, sagen die beiden Architekten. Die Machbarkeitsstudie dazu haben sie mit dem Planungsbüro Obermeier, ifuplan und den Landschaftsarchitekten Gottfried und Anton Hansjakob erstellt. Die Allianz-Umweltstiftung hat sie mit 250.000 Euro finanziert.


Die Details:

 - Der sechsspurige Tunnel ist 375 Meter lang und würde 59 Millionen Euro kosten. Das Projekt beginnt mit einem Trog ab dem Biedersteiner Tunnel, der vier bis sechs Meter unter dem Niveau des Parks liegt. Der Tunnel beginnt ungefähr auf der Höhe des Kleinhesseloher Sees und endet bei der Gyßlingstraße. Dort geht es im Trog fast bis zur Isar weiter.

- Der Parkplatz am Seehaus entfällt, weil es dann den Weg nicht mehr gibt. Mit der HypoVereinsbank wird verhandelt, ihn am Ende der Eisbachstraße mit 100 Plätzen auf einem HVB-Areal neben der Rampe anzulegen.

- Für die rund 50 Meter breite Baustelle würden viele Bäume gefällt. „Dafür wird es nachher auf der Tunneldecke noch mehr Grün und viel mehr neue Bäume geben“, sagt Hermann Grub. Der Bund Naturschutz hat seine Zustimmung signalisiert.

- Der Tunnel wird gegenüber dem Isarring nach Norden verlegt. So kommt die Autorampe weiter vom See weg. Grub: „Damit wird die Erholungsfläche vergrößert.“

Weil die Rampe bis zu sechs Meter unter Park-Niveau ist, sind die Autos dann nicht mehr zu sehen und kaum noch zu hören.

Die Politik will diesen Tunnel. „Der Faszination dieser Idee kann sich keiner entziehen“, sagte Fahrenschon. Die Wunde, die seit 1963 durch den Bau des Isarrings den Park zerreiße, schmerze „aus ästhetischer wie ökologischer“ Sicht. Es gelte, „endlich diese Lücke zu schließen.“ Für Stadträtin Claudia Tausend (SPD) ist das „ein wünschenswertes und wichtiges Stück Stadtreparatur“. Grünen-Fraktionschef Siegfried Benker schwärmt: „Das ist eine Vision, die München braucht. Wir haben sehr große Sympathien für dieses hervorragende Projekt.“

Bis Ende des Jahres wird die Stadt die Pläne prüfen und dem Stadtrat vorstellen. Im Frühjahr 2012 werden die Machbarkeitsstudien für die geplanten Tunnel Landshuter Allee und Tegernseer Landstraße erwartet. Im Herbst wird im Stadtrat die Debatte losgehen, welcher Tunnel zuerst drankommt. Die Pläne sind Pläne derzeit im China-Turm ausgestellt.

 

 

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