Leere Fußgängerzonen: Stirbt die Münchner Innenstadt aus?

Halb so viele Menschen wie sonst schlendern gerade durch die Münchner Fußgängerzone. Was die CSU dagegen tun will...
| Christina Hertel
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Recht leer: Die Münchner Fußgängerzone.
Recht leer: Die Münchner Fußgängerzone. © imago/Ralph Peters

München - Vergangenes Wochenende gab es einen Rekord - zumindest für 2021: 70.000 Menschen besuchten die Münchner Innenstadt - so viele wie das ganze Jahr nicht, sagt Wolfgang Fischer, der mit seinem Verband City Partner die Händler vertritt.

Am vergangenen Samstag gab es keine Pflicht mehr, sich vor dem Einkaufen testen zu lassen. Die wochenlange Testpflicht hatte den Händlern gewaltig das Geschäft verdorben, sagt Fischer. "Die Umsätze gingen um 90 Prozent und mehr zurück." Zu den schlimmsten Zeiten seien gerade mal 35.000 Menschen gezählt worden.

Alte Geschäfte gehen, neue kommen - die Fußgängerzone ist noch nicht komplett tot

Nun kommen die Kauflustigen, die Geschäftsleute, die Touristen langsam zurück. Und dort, wo in den vergangenen Wochen die Schaufenster leer standen, ziehen neue Geschäfte ein, meint Fischer: In die Hofstatt, wo das Unternehmen Abercrombie & Fitch Klamotten verkaufte, komme zum Beispiel ein Möbelladen.

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Doch auch wenn Fischer - selbst in Zeiten des Online-Handels und der Maskenpflicht - das Ende der Innenstadt noch nicht kommen sieht. Zurücklehnen kann sich München aus seiner Sicht nicht. Denn an einem normalen Samstag seien fast doppelt so viele Menschen in der Kaufingerstraße unterwegs gewesen wie an dem bestbesuchten Tag 2021.

Rettung der Innenstadt: "City-Gipfel" in München gefordert

Die Stadt müsse handeln und da komme die neuste Idee der CSU gerade recht, findet Fischer. Diese fordert einen "City-Gipfel", der Händler, Gastronomen, Vertreter aus Tourismus, Kultur und Politik zusammenbringen soll. Gemeinsam sollen sie konkrete Maßnahmen entwickeln, was der Innenstadt helfen könnte. Auch Bürger sollen die Möglichkeit haben, ihre Ideen einzubringen.

Eine solche Konferenz plant auch Wirtschaftsreferent Clemens Baumgärtner (CSU). Denn er findet, die Stadt muss genau hinhören, was Anwohner und Händler wirklich wollen. "Mindestens die Hälfte sagt, dass sie darauf angewiesen ist, dass Autofahrer ihren Laden erreichen."

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Auch Wolfgang Puff, der Geschäftsführer des bayerischen Handelsverbands, begrüßt einen solchen Kongress. Er hält es vor allem für wichtig, dass Touristen, Geschäftsleute und Kunden aus dem Umland zurückkommen. "Denn sie machen mehr als die Hälfte des Umsatzes aus."

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Fischer von City Partner glaubt, dass Werbung helfen könnte. "Die Münchner Innenstadt ist schließlich das größte Einkaufszentrum Bayerns." Doch die Konkurrenz anderer Städte sei groß. In Hamburg gebe es ein Lichtkonzept. "In München steht am Stachus ein Baumarktstrahler."

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