Hofbräukeller muss Petry reden lassen!

Der Streit zwischen dem Münchner Hofbräukeller und der AfD hat einen neuen Höhepunkt erreicht: Die Partei hat vor Gericht durchgesetzt, dass eine geplante Veranstaltung mit einer Rede von Frauke Petry stattfinden muss – gegen den ausdrücklichen Wunsch des Wirts.
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AfD-Chefin Frauke Petry soll am 13.05. eine Rede im Hofbräukeller halten.
Jorge Royan AfD-Chefin Frauke Petry soll am 13.05. eine Rede im Hofbräukeller halten.

München – Nun muss der Hofbräukeller AfD-Chefin Frauke Petry also doch bewirten. Das Münchner Landgericht erließ gestern eine einstweilige Verfügung, die es der Wirtefamilie Steinberg untersagt, der umstrittenen Rechtspopulistin wie geplant die Tür zu weisen.

„Wir haben gehofft, dass das Gericht anders entscheidet“, sagt Seniorchef Günter Steinberg. Leider habe es seine Familie versäumt, die Veranstaltung schon ein bisschen eher abzusagen. Zwar haben sich die Steinbergs gestern überlegt, noch einmal Einspruch gegen den Gerichtsbeschluss einzulegen. Da die Erfolgsaussichten äußerst gering waren, haben sie letztlich aber davon Abstand genommen. Nun müsse man mit der Situation eben leben, so Steinberg. „Wir hoffen, dass der Abend einigermaßen friedlich verläuft.“

Ausschreitungen befürchtet

Die Wirtefamilie befürchtet nach wie vor, dass es rund um die AfD-Veranstaltung vor dem Hofbräukeller zu Ausschreitungen kommen könnte. Mit dieser Angst hatten die Steinbergs auch die Absage begründet. Vor Gericht hielt diese Argumentation jedoch nicht Stand. Mutmaßungen alleine reichten für die Kündigung eines Mietvertrages nicht aus, urteilte das Gericht. Dafür bräuchte es schon handfeste Beweise.

Unbegründet ist die Befürchtung freilich nicht, denn ordentlich Rabatz wird es vor dem Hofbräukeller auf jeden Fall geben. Es sind bereits zwei Demos angemeldet. Die rechtsgerichtete Pegida will sich unter dem Decknamen „Liberalitas Bavariae in Gastronomia“ schon um 16 Uhr auf dem Wiener Platz versammeln. Zwei Stunden später wird die Antifa bei einer Gegendemo in der Inneren Wiener Straße Stellung beziehen.

Auch „München ist bunt“ will am Hofbräukeller präsent sein. Offiziell angekündigt hat das Bündnis zwar keine Veranstaltung, man wolle Frauke Petry aber schon etwas entgegensetzen, sagt die Vereinsvorsitzende Micky Wenngatz. „Wir wollen klarmachen, dass in München kein Platz für rassistische Parolen ist.“

Lesen Sie auch: Nach Absage an AfD - Facebook-Shitstorm beim Hofbräukeller

Unter den Demonstranten werden dann auch viele Stadträte sein. Er werde „als Bürger dieser Stadt persönlich Stellung beziehen“, kündigte etwa der frühere Staatsminister Wolfgang Heubisch (FDP) an. Und Christian Vorländer (SPD) erklärt: „Es ist schon armselig, dass sich die AfD einklagt, wo sie so offenkundig nicht erwünscht ist.“

Man reagiert mit verstärkten Sicherheitshinweisen

Der Hofbräukeller reagiert auf den Belagerungszustand mit verstärkten Sicherheitsmaßnahmen. Ein halbes Dutzend extra engagierter Security-Männer werde den Eingang sichern, erläutert Seniorchef Steinberg. Beim Stuttgarter AfD-Parteitag vor zwei Wochen habe man schließlich gesehen, wie schnell so eine Veranstaltung aus dem Ruder laufen könne.

Die AfD hat sich für Freitag Abend im Festsaal des Hofbräukellers eingebucht. Etwa 420 Leute werden zu der Veranstaltung erwartet. Die Familie Steinberg hatte die Reservierung Ende April zunächst bestätigt, nach den Krawallen in Stuttgart die Buchung aber rückgängig gemacht. Die AfD klagte mit Erfolg. Nun wird Frauke Petry im Hofbräukeller also auftreten dürfen.

 

 

 

 

 

 

 

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