Gewinner oder Verlierer? Das sind die neuen Stadträte in München

Am Montag ging das Auszählen der Stadtrats-Wahlzettel weiter – und förderte einige Überraschungen zutage. Die AZ hat den Überblick.
Jan Krattiger
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Felix Müller
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Blick in eine Sitzung des Münchner Stadtrats.
Blick in eine Sitzung des Münchner Stadtrats. © Archiv/Wackerbauer

Da hat sich doch noch was getan, als die Wahlhelfer am Montag angefangen haben, auch die Stadtrats-Stimmzettel zu zählen, auf denen panaschiert und kumuliert wurde.

Stärkste Kraft im Stadtrat bleiben die Grünen

Nur eine Nacht lang war die CSU im Stadtrat stärkste Kraft. Am Montag wurde sie wieder von den Grünen überholt. Die haben 26,5 Prozent aller Stimmen erhalten, das sind 2,6 Prozent weniger als bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren, wo sie erstmals stärkste Kraft wurden. Trotzdem nicht mehr dabei sind die beiden bisherigen Grünen-Stadträte Paul Bickelbacher und Mo Lüttig.

Die Grünen hatten aber mit OB-Kandidat Dominik Krause den absoluten Stimmenkönig in ihren Reihen. Er hat über 225.000 Stimmen geholt.

SPD: Größter Verlierer

Zum Vergleich: Der SPD-Spitzenkandidat Dieter Reiter hat für die SPD nur etwas über 186.000 Stimmen geholt. Die SPD hat mit 19,2 Prozent aller Stimmen im Vergleich zur letzten Wahl die größten Verluste aller Parteien eingefahren, nämlich 2,8 Prozentpunkte.

Auffällige Ergebnisse bei den Sozialdemokraten: Einige bekannte Gesichter sind nicht mehr dabei, nämlich Julia Schmitt-Thiel, Julia Schönfeld-Knor, Klaus-Peter Rupp und Micky Wenngatz. Die Notärztin Nadine Liebchen schaffte es trotz Platz 38 sensationell in den Stadtrat.

CSU stagniert

Auffällig bei der CSU: Sie hat – ähnlich wie bei der OB-Wahl – ihr Ergebnis im Vergleich zur letzten Wahl fast nicht verändert. Sie hat 24,9 Prozent aller Stimmen geholt (+0,2). Bei der CSU hat es Alexander Reissl nicht geschafft, der langjährige SPD-Fraktionschef war die letzten Jahre für die CSU im Stadtrat gesessen und wäre sehr gerne noch einmal eingezogen, hatte es bei der Listenaufstellung aber nur auf Platz 32 geschafft. Ebenfalls nicht mehr dabei: der Nachrücker (und Autolobbyist) Michael Haberland, Fabian Ewald und der erst vor Kurzem zur CSU gewechselte Ex-SPDler Nikolaus Gradl.

Kein Gesindel und kein Baby Schimmerlos, aber Ex-Bunte-Chefin Riekel

Der Münchner Influencer Philip Windsperger (29) wollte in den Stadtrat über die CSU-Liste.
Der Münchner Influencer Philip Windsperger (29) wollte in den Stadtrat über die CSU-Liste. © Jan Krattiger

Weit abgeschlagen übrigens auf Rang 42 bei der CSU trotz riesigem Instagram-Kanal: das „Münchner Gesindel“ Philip Windsperger. Eine Überraschung gibt es bei der FDP: Die Ex-Bunte-Chefin Patricia Riekel ist auf Platz zwei gewählt.

Patricia Riekel (76): Früher interviewte sie Politiker, heute wird sie selbst interviewt. Seit 2020 sitzt sie im Bezirksausschuss Bogenhausen und hat es nun für die FDP in den Stadtrat geschafft.
Patricia Riekel (76): Früher interviewte sie Politiker, heute wird sie selbst interviewt. Seit 2020 sitzt sie im Bezirksausschuss Bogenhausen und hat es nun für die FDP in den Stadtrat geschafft. © Sophia Willibald

Nicht mehr dabei ist Fritz Roth. Ex-Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch brachte der Partei wie erhofft einige Tausend Extra-Stimmen, verpasst den Einzug aber deutlich und wird auch nicht nachrücken. Schlechte Nachrichten auch für „Baby Schimmerlos“: Michael Graeter verpasst den Einzug in den Stadtrat deutlich.

Michael Graeter will in den Münchner Stadtrat.
Michael Graeter will in den Münchner Stadtrat. © Malin Wunderlich/dpa

Eine kleine Sensation gibt es bei den Freien Wählern: Ex-Kultusminister Michael Piazolo kandidierte nur auf Platz 10, wurde aber auf Platz 1 hochgehäufelt. Jetzt ist er Stadtrat.

Die Liste aller gewählten Stadträte

Grüne: Dominik Krause, Mona Fuchs, Clara Nitsche, Sibylle Stöhr, David Süß, Judith Greif, Nimet Gökmenoglu, Angelika Pilz-Strasser, Christian Smolka, Sebastian Weisenburger, Lorenz Stradtner, Susanne Weiß, Anja Berger, Gudrun Lux, Beppo Brem, Carmen Romano, Sofie Langmeier, Serzan Celik, Jens Mühlhaus, Florian Schönemann, Renate Unterberg

CSU: Clemens Baumgärtner, Manuel Pretzl, Evelyne Menges, Veronika Mirlach, Ulrike Grimm, Jens Luther, Alexandra Gaßmann, Leo Agerer, Antonia Waldner, Sabine Bär, Nihat Demir, Thomas Schmid, Andreas Babor, Armin Gastl, Sebastian Schall, Christian Zöller, Sebastian Kriesel, Matthias Stadler, Laurenz Kiefer

SPD: Dieter Reiter, Verena Dietl, Anne Hübner, Roland Hefter, Christian Köning, Paula Gundi, Kathrin Abele, Monika Schmid-Balzert, Arda Celik, Felix Lang, Simone Burger, Nadine Liebchen, Lars Mentrup, Barbara Likus, Lena Odell

Die Linke: Katharina Horn, Stefan Jagel, Liliana Parente, Christian Schwarzenberger, Arif Haidary

AfD: Daniel Stanke, Peter Ditges, Jitka Machyan, Jörg Schäfer, Christian Christoph

Volt: Felix Sproll, Alexandra Lang, Carina Bachner, Michael von Stosch

FDP: Jörg Hoffmann, Patricia Riekel, Dagmar Föst-Reich

Freie Wähler: Michael Piazolo, Andreas Staufenbiel.

ÖDP: Tobias Ruff, Johann Sauerer

Die Partei: Marie Burneleit

Rosa Liste: Bernd Müller

München Liste: Dirk Höpner

Bündnis Kultur: Kathrin Schäfer


Hinweis der Redaktion: Die Resultate sind noch vorübergehend, die Auszählung aller Stimmen ist noch nicht beendet. (Montag, 9.3., 18.15 Uhr)

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