Pschorr München: 100.000. Holzfass von Hacker-Pschorr – Jubiläum mit süffigem Bier
"Dieser dichte Schaum fasziniert mich, seit ich mit 16 mein erstes Bier getrunken habe", sagt Jürgen Lochbihler. Damals ist er gerne ins Bratwurst Glöckl am Dom gegangen, weil dort Hacker-Bier aus dem Holzfass ausgeschenkt wurde. Das hat wenig Kohlensäure und einen besonders dichten Schaum, der das Bier darunter frisch hält.
Inzwischen gibt's im Bratwurst Glöckl Augustiner. Aber als Lochbihler 2003 den Pschorr am Viktualienmarkt eröffnete, hat er sich an die Holzfässer erinnert und ist mit Hacker-Pschorr ins Geschäft gekommen. Seitdem wird im Pschorr jedes Bier aus dem Holzfass an einer schlichten Schanktheke gezapft. "Damit haben wir einen Trend losgetreten", sagt Lochbihler selbstbewusst. Rund 130 Fässer kommen in etwa pro Woche zusammen. In dieser Woche wird das 100.000. Holzfass angezapft.
"Bier aus dem Holzfass schmeckt süffiger"
Ein Grund zu feiern, findet Lochbihler und hat dazu nicht nur Vertreter von Hacker eingeladen, sondern auch die Schäffler und Wilhelm Schmid von der Fassfabrik Schmid. Dessen Großvater hat das Unternehmen im Jahr 1914 gegründet, er selbst kümmert sich seit 51 Jahren um Holzfässer für ganz Bayern. In München beliefert er Augustiner und Hacker. Mit der Einführung der Keg-Fässer in den 1990er-Jahren sind sie etwas aus der Mode gekommen. "Aber seit ein paar Jahren steigt die Wertschätzung für Holzfässer wieder", da gibt Schmid dem Wirt Lochbihler recht. Das Bier aus dem Holzfass schmecke einfach süffiger. Warum? "Es hat weniger Kohlensäure und läuft mit Eigendruck aus dem Zapfhahn", erklärt Schmid.

Jedes Jahr bildet die Fassfabrik Schmid ein paar neue Schäffler aus. Aber sie sind eine Seltenheit geworden. Deshalb ist der Beruf keine Bedingung mehr, um dem Verein der Münchner Schäffler beizutreten. Immerhin hat der Fähnrich der Schäffler, Andi Peintner, beruflich mit Bier zu tun. Er ist Lademeister bei Augustiner. Aber vom Schnapsbrenner bis zum Opernsänger ist die Berufspalette bei den Münchner Tänzern inzwischen breit.

Hacker-Pschorr verspricht Treue auch in der Zukunft
Eine Delegation des Schäfflervereins erweist Lochbihler die Ehre und stößt mit ihm auf das 100.000. Holzfass an. Getanzt wird, so der Brauch seit der Pest-Epidemie im Jahr 1517, nur alle sieben Jahre. In diesem Jahr war es wieder so weit. Ausnahmen gibt es nur bei kulturell wichtigen Terminen, etwa dem Stadtjubiläum oder dem Brauerfest, das alle zwei Jahre stattfindet.
Georg Schwende ist Verkaufsdirektor für die Gastronomie bei Hacker-Pschorr und rechnet vor: Im Durchschnitt brauche der Schankkellner 30 Sekunden, um ein Holzfass anzuzapfen. Bei 100.000 Fässern sind das 833 Stunden. "Das heißt, im Pschorr war man 35 Tage lang nur mit Anzapfen beschäftigt", so Schwende, und er verspricht: "Wir als Brauereigruppe stehen auch in Zukunft fest an eurer Seite."

Als Dankeschön an seine treuen Gäste verkauft Lochbihler bis Ende des Jahres Jubiläumsgutscheine für Bier zum halben Preis. Ab Januar 2027 können sie eingelöst werden.
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