Bundestagswahl in München: SPD nur dritte Kraft - Christian Ude rechnet ab

Bei der Bundestagswahl rutscht die SPD in München erstmals in der Geschichte auf Rang drei ab. Nur 16,2 % der Wähler machten ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten. In einem Interview rechnet Alt-Ob Christian Ude mit seiner Partei ab. 
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Christian Ude mit dem Abgeordneten Florian Post bei der Wahl-"Party" der SPD.
dpa Christian Ude mit dem Abgeordneten Florian Post bei der Wahl-"Party" der SPD.

Bei der Bundestagswahl rutscht die SPD in München erstmals in der Geschichte auf Rang drei ab. Nur 16,2 Prozent der Wähler machten ihr Kreuz bei den Sozialdemokraten. In einem Interview rechnet Alt-OB Christian Ude mit seiner Partei ab. 

München - Die Zahlen sprechen für sich: In keinem Münchner Wahlbezirk kommt die SPD über die 20-Prozent-Marke. Nur 16,2 Prozent der Münchner Wähler machten bei der Bundestagswahl ihr Kreuz bei der SPD. In München ist die Partei damit noch hinter die Grünen (17,2 Prozent) zurückgefallen und nur noch drittstärkste Kraft in München. Woran liegt dieser Abwärtstrend?

In einem Interview mit der SZ geht Alt-OB Christian Ude mit seiner Partei hart ins Gericht. Dass die SPD nur noch dritte Kraft in München sei und vor allem FDP und AfD ihr dicht auf den Fersen liege, sei der "richtig helle Wahnsinn", so der 69-Jährige.

Den Grund dafür sieht er in einer mehrjährigen Entwicklung die dazu geführt habe, dass die SPD den Kontakt zur Wählerschaft verloren hat: "Die Münchner SPD kann sich außer auf den eigenen Funktionärskreis in München auf kein Milieu mehr stützen." Der Alt-OB kritisiert weiter , dass sich die Münchner SPD zu 90 Prozent über Minderheitenthemen, wie beispielsweise den Umgang mit Flüchtlingen, definiert.

"Hinwendung zur wirklichen Welt"

Das Thema Arbeit und Wirtschaft habe man voll der CSU überlassen, das Thema Wohnungsnot dem Mieterverein und einigen Initativen. "Es gab früher kein Wahljahr, in dem ich nicht mindestens auf 30 Betriebsversammlungen gesprochen hätte. (...) Kein Jahr, in dem ich nicht ein Dutzend Mieterversammlungen in Spekulationsgebieten besucht hätte", so Ude im Interview.

Zudem seien Themen der schwul-lesbische Szene mittlerweile fest in der Hand der Grünen und aus dem Hochschulleben habe sich die SPD als Partei komplett zurückgezogen.

Harte Kritik an der Partei, für die er bis 2014 den Posten des Münchner Oberbürgermeisters innehatte. An seinem Nachfolger Dieter Reiter will Ude die Probleme seiner Partei jedoch trotzdem nicht festmachen. "Es gibt jetzt niemanden dem man den schwarzen Peter zuschieben könnte."

Vielmehr brauche die SPD, seiner Meinung nach, eine Art zweites Vatikanisches Konzil "mit dem Ziel zur Hinwendung zur wirklichen Welt", so der Alt-OB.

Bundestagswahl 2017: So hat Ihr Viertel gewähltLesen Sie auch: Münchner Wahlergebnis - Katastrophe für die SPD

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