Zehner beim FC Bayern Warum Coutinho und Müller nicht zusammen spielen dürfen

Gegen Belgrad wurde Thomas Müller für Coutinho eingewechselt. Beide zeigten eine starke Leistung. Foto: imago/Jan Huebner

Neuzugang Philippe Coutinho zeigt gegen Belgrad, dass er der neue Fixpunkt im Spiel des FC Bayern ist. "Er wird das noch toppen", sagt Kovac – und erklärt, warum es kein Duett mit Thomas Müller geben wird.

 

München - Geht das eigentlich: Philippe Coutinho und Thomas Müller zusammen in der Startelf? Vielleicht sogar als revolutionäre Doppel-Zehn am Samstag gegen Aufsteiger Köln? Bayern-Trainer Niko Kovac beantwortete diese Frage am Donnerstag mit einem klaren Nein.

"Ich bin ganz ehrlich: Das wäre doch ein bisschen zu offensiv", sagte der Coach und erklärte: "Beide haben ihre Fähigkeiten nach vorne, und wir brauchen auch eine gute Balance. Es ist nicht ausgeschlossen, aber zum jetzigen Zeitpunkt würde ich die Wahrscheinlichkeit nach unten reduzieren."

Coutinho und Müller sind in Topform

Eine nachvollziehbare Begründung, natürlich. Aber auch ein bisschen schade. Denn am Mittwoch gegen Roter Stern Belgrad zeigten beide Bayern-Zehner, Coutinho und Müller, dass sie in einer sehr guten Verfassung sind. Der brasilianische Neuzugang brillierte speziell in der ersten Halbzeit mit genialen Pässen und Bewegungen, im Abschluss hatte er mehrmals Pech. "Ich wollte natürlich mein erstes Tor erzielen, weil das ein tolles Gefühl ist", sagte Coutinho später in den Katakomben und zeigte sein strahlend weißes Zahnpastalächeln. "Das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben. Ich arbeite hart, um der Mannschaft zu helfen."

Und das tut Coutinho, dieser klassische Spielmacher, zweifellos schon jetzt. "Er wird uns den Schuss mehr Qualität in der Offensive geben, vor allem für Robert Lewandowski", sagt Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Als Zulieferer. 102 Ballkontakte standen nach der Belgrad-Partie in Coutinhos Bilanz, er brachte 83 Prozent seiner Zuspiele zum Teamkollegen und gewann starke 62 Prozent der Zweikämpfe.

Kovac lobt Coutinho

"Mit seiner Kreativität ist er ein Gewinn für die Mannschaft", erklärte Sportdirektor Hasan Salihamidzic auf AZ-Nachfrage. "Man sieht, was er für einen Spielwitz hat, wie er die Mitspieler einsetzt. Das ist eine Augenweide, das macht Hunger auf mehr."

Kovac, der Coutinho beim FC Bayern eine "Heimat" geben will, war ebenfalls sehr zufrieden. "Er hat ein richtig gutes Spiel gemacht. Wenn er am Ball ist, bringt er mit seinen Bewegungen und seiner Kreativität eine ganz andere Dimension in unser Spiel."

Tatsächlich: Einen Regisseur wie Coutinho hatten die Bayern lange nicht, mit seinen flinken Drehungen und Finten erinnert er ein bisschen an Mehmet Scholl – und weniger an James Rodríguez, der an guten Tagen zwar ebenfalls ein Spiel lenken konnte, aber längst nicht so beweglich und explosiv war.

Die Mitspieler suchten Coutinho bei fast jedem Angriff. Seine individuelle Klasse überdeckte, dass es Bayerns Offensivspiel in vielen Phasen der Partie an einstudierten Spielzügen und einem klaren Plan mangelte.

Müller braucht Coutinho, Coutinho braucht Müller

Coutinho ist ja eigentlich genau der Spieler, den ein positiv Verrückter wie Müller um sich herum braucht. Und umgekehrt. Der Brasilianer will seine Pässe in jene Räume spielen, in die Müller gern hineinsprintet. Gegen Belgrad war es allerdings ein anderer Künstler, der den Weltmeister vor dem 3:0 bediente: Thiago lupfte rotzfrech über die serbische Mauer, Müller vollendete volley. "Das war ein guter Chip von Thiago", sagte der Torschütze: "Ich habe mir klar vorgenommen, dass ich noch einmal Betrieb machen möchte. Und die Mitspieler nehmen das dann auch gut an."

So ist es. Für Müller war es nach zwei Assists gegen Mainz und einer Vorlage gegen Leipzig die nächste direkte Torbeteiligung. Der Mann ist super drauf. "Thomas verhält sich sehr gut, er hat die richtige Mentalität und Einstellung. Genauso muss das sein", schwärmte Salihamidzic. Auch Coach Kovac freute sich und sagte: "Er ist ja jetzt, glaube ich, unser Rekordspieler." Mit 106 Einsätzen in der Champions League hat Müller Philipp Lahm (105 Partien) hinter sich gelassen. Und es ist noch lange nicht Schluss!

"Er ist ein wichtiger Teil unserer Mannschaft", sagte Kovac. Genauso wie Coutinho. "Philippe hat gezeigt, was er mit dem Ball kann", ergänzte der Coach: "Er wird das bestätigen und noch toppen." Und bei Bayern heißt es weiter: Coutinho oder Müller.

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