Vorne top, hinten flop Warum die Bayern-Abwehr immer noch Sorgen bereitet

Die Tempodefizite von Boateng und Martínez in der Bayern-Abwehr sind offensichtlich. Foto: David Inderlied/dpa

Während Coutinho und Kollegen in der Offensive überzeugen, macht die Abwehr um Boateng Sorgen.

 

München - Der Anti-Lauf wurde unterbrochen, mit dem 3:1 gegen Tottenham wähnen sich die Bayern wieder im Flick-Flow. Trotz eines "Anflugs von Pech", so Thomas Müller, der an die sieben Aluminium-Treffer in den letzten drei Spielen dachte. "Für uns war es elementar wichtig, zu gewinnen", sagte der Torschütze zum 2:1. Die Möglichkeiten waren zuletzt immer da, gegen die Briten stimmte auch wieder die Chancenverwertung. Was Übergangstrainer Hansi Flick die Ergebniskrise zu einer vorübergehenden Erscheinung verwandeln ließ.

Rotation funktioniert, wenn das Prinzip funktioniert

"Die Art und Weise, wie wir spielen, spricht für den Trainer", sagte Joshua Kimmich, zurück auf der Sechser-Position. Seine sehr treffende Analyse: "Wichtig ist, dass man das System nicht immer einzelnen Spielern anpassen muss, sondern dass es ein klares System gibt, in dem jeder Spieler seine Aufgaben zu erfüllen hat. Wenn jeder weiß, was zu tun ist, ist es auch möglich zu tauschen." Also: Rotation funktioniert, wenn das Prinzip funktioniert.

Die bessere Hälfte der Bayern ist aktuell die Offensive. Auch ohne Top-Torjäger Robert Lewandowski erzielte man drei Treffer. Bei Philippe Coutinho war’s der erste für die Münchner in der Königsklasse – was Flick freute: "Für ihn ist es wichtig, solche Erfolgserlebnisse zu haben."

Boateng und Martínez mit Tempodefiziten

Auch Thiago, wie Coutinho zu Beginn von Flicks Amtszeit außen vor, ist happy mit dem Coach: "Hansi ist super, ein super Typ, sehr nett – und auch ein unglaublicher Trainer. Alle Spieler sind glücklich mit ihm." Thiago spielte die meisten Pässe, ihm gelangen als Achter 14 Balleroberungen.

Sorgen bereitet lediglich die Innenverteidigung mit Jérôme Boateng und Javi Martínez (am Samstag gegen Bremen gesperrt), deren Tempodefizite offensichtlich sind. Vielleicht kriegt Flick aber auch das noch hin. Dass er bis zum Sommer bleibt, wird von Spiel zu Spiel – und Erfolg zu Erfolg – wahrscheinlicher.

 

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