Von Cuisance bis Wriedt Der Derby-Check: So stark ist der FC Bayern II wirklich

Leistungsträger beim FC Bayern II (v.r.):Sarpreet Singh, Michaël Cuisance und Kwasi "Otschi" Wriedt. Foto: AZ-Montage, sampics, GES, Rauchensteiner/Augenklick

Als "stärkste Mannschaft der 3. Liga" bezeichnet Löwen-Trainer Köllner den FC Bayern II. Vor dem Duell am Sonntag checkt die AZ die kleinen Bayern: Von Profi-Leihgabe Michael Cuisance bis Torjäger Kwasi "Otschi" Wriedt.

 

München - Der Einstand für Löwen-Trainer Michael Köllner könnte brisanter kaum sein: Blau gegen Rot, Münchner Stadtderby – wenn auch nur im kleinen Format gegen den FC Bayern II. Da ist ohnehin ordentlich Druck auf dem Kessel. Und so versuchte sich Köllner vor dem Duell am Sonntag (14 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) im ausverkauften Grünwalder Stadion in dezentem Understatement. "Bayern ist fußballerisch die stärkste Mannschaft der Liga", sagte er und schob dem Aufsteiger damit indirekt die Favoritenrolle zu. "Die verpflichten Spieler, da kostet einer 15 Millionen – mehr als unser ganzer Kader."

Köllner hat Recht: Mit einem Marktwert von 43,88 Millionen Euro stellen die kleinen Bayern laut "transfermarkt.de" das mit Abstand wertvollste Team der 3. Liga. Die Sechzger stehen hier mit 5,6 Millionen auf Platz elf im Mittelfeld.

Zieht man allerdings die drei Profi-Spieler ab, die gelegentlich bei den Amateuren zum Einsatz kamen – nämlich Alphonso Davies (Marktwert: 15,0 Millionen Euro), Michaël Cuisance (12,0) und den derzeit wieder verletzten Jann-Fiete Arp (4,0) – dann fällt der Unterschied bei weitem nicht mehr so extrem aus.

Hinzu kommt: Alle Spieler bei den Bayern mit Ausnahme von Maximilian Welzmüller (29), der zuletzt an muskulären Problemen litt, Timo Kern (29) und Kapitän Nicolas Feldhahn (33) sind 25 Jahre oder jünger, der Altersschnitt beträgt 21,6 Jahre. Weil sie noch entwicklungsfähig sind, haben Talente naturgemäß einen höheren Marktwert als ein 34-jähriger Sascha Mölders. Über die aktuelle sportliche Qualität sagt das erstmal wenig aus.

Und so sagt Köllner eben auch: "Fußball wird nicht nur durch Technik entschieden, es gehört ein bisschen mehr dazu. Das versuchen wir einzubringen." Auf wen die Löwen dabei achten müssen – die AZ hat sich die "kleinen Bayern" etwas näher angeschaut:

Die Profispieler Cuisance und Davies

Alle vier von 15 möglichen Partien, in denen entweder Davies (drei Spiele, ein Tor) und/oder Cuisance (drei Spiele, ein Tor) aufgelaufen sind, hat der FC Bayern II gewonnen. In den restlichen elf Spielen gab es nur zwei weitere Siege. Da Davies aber am Samstag mit den Profis des FC Bayern in Düsseldorf spielen wird, ist sein Einsatz im Derby nahezu ausgeschlossen. Wahrscheinlicher ist das Mitwirken von Cuisance, der allerdings vor dem jüngsten Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg (2:1) zu spät zum Treffpunkt erschien und deshalb nur eingewechselt wurde.

Wriedt ist der "Lewandowski der Zweiten"

Was auffällt: Im Team der Bayern haben vor allem die älteren Spieler einen höheren persönlichen Punkteschnitt als die jüngeren. Die nötige Erfahrung hat Kwasi Okyere "Otschi" Wriedt (25), der mit neun Toren und zwei Vorlagen gewissermaßen den "Lewandowski der zweiten Mannschaft" gibt. Neben ihm zählt auch Neuzugang Sarpreet Singh (vier Tore, fünf Vorlagen) zu den Leistungsträgern, der erst im letzten Spiel gegen Magdeburg den Bayern mit einem Doppelpack drei Punkte sicherte. Auf lange Sicht soll der Neuseeländer auch in der ersten Mannschaft seine Chance bekommen, doch mit einer Ablösesumme von 650.000 Euro ist er in der 3. Liga kein außergewöhnlich teurer Transfer.

In der Abwehr hapert es beim FC Bayern II

Wo es noch hakt? In der Defensive. Mit 31 Gegentoren stellt der FC Bayern II die fünftschlechteste Abwehr der Liga. Nachwuchshoffnung Lars Lukas Mai (19) sah nicht immer souverän aus, doch auch er muss erst noch Erfahrung sammeln. Von der wackligen Defensive ebenfalls betroffen ist Stammtorwart Christian Früchtl, der erst einmal in der Saison ohne Gegentor blieb. Auch bei ihm ist die erste Mannschaft auf lange Sicht das Ziel, weshalb er seinen Vertrag nun bis 2022 verlängert hat.

Fazit: Der FC Bayern II hat sehr viel Talent im Kader, doch das muss gegen kampfstarke und erfahrenere Löwen nichts heißen – erst recht nicht in einem Derby.

 

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