Viertelfinale Champions League Bayern gegen Sevilla: Spanien-Fluch - War da was?

Jubeltraube in Rot: Können die Bayern auch im CL-Viertelfinale gegen den FC Sevilla feiern? Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Der FC Bayern München trifft im Viertelfinale der Champions League auf den FC Sevilla, einen schlagbaren Gegner. Doch Heynckes warnt: „Ein schwieriges Los“

 

München - Lauter Jubel war am Freitag um kurz nach 12 Uhr aus der Bayern-Kantine an der Säbener Straße zu vernehmen, danach freudiges Klatschen. Beim Mittagessen hatten Bayern-Angestellte die Auslosung des Champions-League-Viertelfinals (der Liveticker zum Nachlesen) verfolgt und waren hörbar zufrieden: Es wurde eben NICHT: Manchester City, der FC Barcelona oder schon wieder Real Madrid, sondern: der FC Sevilla.

Am Dienstag, den 3. April treten die Bayern in Andalusien an, das Rückspiel in der Allianz Arena steigt am Mittwoch, den 11. April um jeweils 20.45 Uhr (der Spielplan für das Viertelfinale). 

FC Bayern gegen FC Sevilla: Die Reaktionen

"Wieder Losglück!" - schallte es aus dem Internet. Wieder die Bayern! Wie mit Besiktas Istanbul im Achtelfinale, das man addiert mit 8:1 souverän für sich entscheiden konnte (lesen Sie hier: Baierische Partycrasher in der Einzelkritik). Ist der Weg dank Losfee Andrej Schewtschenko ins Halbfinale zu den dann ganz großen Brocken geebnet?

"Es ist ein gutes Los", sagte Kapitän Thomas Müller, weil eben "klangvollere Namen im Topf" waren. Auch Sven Ulreich meinte ehrlich: "Ein vermeintlich leichterer Gegner als andere im Lostopf." Dennoch habe es im Kreise der Mannschaft keine Jubelschreie über Kontrahent Sevilla gegeben, behauptete der Torhüter. Das Stadion werde meist zum "Hexenkessel, das haben unsere Spanier erzählt", berichtete Ulreich.

"Estadio Ramón Sánchez Pizjuán": Ein Stück WM-Geschichte

Ins "Estadio Ramón Sánchez Pizjuán" passen momentan rund 42.000 Zuschauer. Die Arena hat ein legendäres Spiel der WM-Geschichte gesehen: Das Halbfinale 1982 gegen Frankreich, das Deutschland nach einem 3:3 nach Verlängerung erst im Elfmeterschießen gewann. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge, damals Torschütze zum 2:3, wird gute Erinnerungen an den "Thriller von Sevilla" haben.

Die Bayern treffen mit dem FC Sevilla, trainiert vom Italiener Vincenzo Montella, auf eine routinierte Mannschaft, die zwischen 2014 und 2016 drei Mal in Folge die Europa League gewonnen hat und dank des überraschenden Weiterkommens gegen Manchester United (0:0, 2:1) nun zum ersten Mal überhaupt im Viertelfinale der Königsklasse steht.

Im früheren Landesmeisterbewerb war Sevilla zuletzt vor 60 Jahren unter die letzten Acht gekommen. Aktuell liegen die Rot-Weißen in der Primera Division auf Rang fünf. In der Bundesliga bekannte Namen sind Johannes Geis (früher Mainz, Schalke) und Sergio Escudero (Schalke) sowie Simon Kjaer (ehemals Wolfsburg).

Heynckes über Sevilla: "Ein schwieriges Los"

Ein Geschenk also? Einer bremste die Freude: Jupp Heynckes. Natürlich. "Ich teile nicht die Euphorie, die nach der Auslosung ausgelöst wurde. Für mich ist das ein schwieriges Los", sagte der ehemalige Real-Coach und erklärte: "Ich kenne den spanischen Fußball, ich kenne Sevilla. Sie spielen einen gepflegten, kreativen Fußball. Sie haben riesige Fußballer. In Sevilla ist es zwarnicht so laut im Stadion wie in Istanbul, aber auch sie haben ein ganz fanatisches Publikum."

Erstmals überhaupt kommt es in der Europapokal-Historie zu einem Duell zwischen den Münchnern und Sevilla. "Sicherlich kein einfaches Los, sie sind nicht umsonst so weit gekommen", meinte etwa David Alaba. "Wir werden bereit sein", versprach Franck Ribéry. Am deutlichsten - und ehrlichsten - sagte Thomas Müller, was er vom Viertelfinal-Gegner hält: "Es ist es unser Anspruch, dass wir eine Runde weiterkommen. Wir sind der FC Bayern München! Wir sind hungrig. Wir waren schon viel zu lange nicht mehr im Endspiel. Wir wollen das Ding gewinnen. Wir haben dafür die Bausteine im Gepäck. Jetzt kommt die heiße Phase, die macht als Spieler und Fan am meisten Spaß."

Bayern-Aus im Halbfinale 2016: Atlético Madrid um Fernando Torres (M.) kommt knapp weiter (1:0, 1:2).Bayern-Aus im Halbfinale 2016: Atlético Madrid um Fernando Torres (M.) kommt knapp weiter (1:0, 1:2). Foto: dpa

Real, Barcelona, Atlético: Der FC Bayern und die Spanier

Für die Bayern eine gute Gelegenheit, ihren Negativ-Serie der vergangenen Jahre zu besiegen. Letzte Saison scheiterte man im Viertelfinale an Real Madrid.

Unter dem spanischen Trainer Pep Guardiola war nach dem Champions-League-Triumph 2013 drei Mal in dessen Heimat Endstation: 2014 gegen Real, 2015 gegen den FC Barcelona und 2016 gegen Atlético Madrid. Spanien-Fluch: War da was? Gegen den schlagbaren Gegner Sevilla kann Bayern die Negativserie nun beenden.

 

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