Stallgeruch alleine hilft nicht FC Bayern: Oliver Kahn muss zeigen, dass das "Mia san mia" noch gilt!

Der ehemalige Torhüter des FC Bayern Oliver Kahn tritt ab dem 01. Januar 2020 in den Vorstand der FC Bayern München AG ein. Foto: Matthias Balk/dpa

Über Jahre hinweg stand das "Mia san mia" für das Selbstverständnis des FC Bayern - in der laufenden Saison konnten die Münchner ihrem eigenen Motto nicht mehr gerecht werden. Ändert sich das mit der Rückkehr von Oliver Kahn?

 

München - Seit Sommer 2018 steht es auch endlich in großen Lettern am Unterrang der Westkurve in der Allianz Arena: "Mia san mia". Das Motto der Bayern ist mehr als ein Wahlspruch. Es steht für das klubeigene Selbstverständnis, das über Jahre hinweg von Legenden wie Uli Hoeneß, Karl-Heinz Rummenigge oder Franz Beckenbauer mit Leben gefüllt wurde. Zusammen mit hochqualifizierten, externen Fachleuten wie Pep Guardiola, Matthias Sammer oder Michael Reschke ergab sich eine Symbiose, die jahrelang Erfolge garantierte.

In jüngster Vergangenheit schien eben jenes Motto zunehmend zu bröckeln. Mit den Helden der Triple-Generation um Bastian Schweinsteiger oder Philipp Lahm verschwand der Nimbus der Unbesiegbarkeit von der Säbener Straße, auch die Abgänge der Flügel-Ikonen Franck Ribéry und Arjen Robben in diesem Sommer wirken noch nach.

Stallgeruch alleine reicht nicht für den FC Bayern

Den Bayern ist die Souveränität und Selbstverständlichkeit abhandengekommen, und damit auch die Ehrfucht der Gegner. Selbst vermeintliche Abstiegskandidaten wittern gegen den Rekordmeister bis zur letzten Sekunde ihre Chance. Nicht zu unrecht, wie sich in dieser Saison mehrfach zeigte. Auch Niko Kovac, bis vergangenen Sonntag Cheftrainer der Bayern, und Sportdirektor Hasan Salihamidzic vermochten dem Anspruch des "Mia san mia" nicht gerecht zu werden - trotz des von Uli Hoeneß immer wieder proklamierten Stallgeruchs.

Auch deshalb hängen die Hoffnungen der Bayern-Fans derzeit vor allem an einem Namen: Oliver Kahn. Kaum ein anderer verkörpert den FC Bayern mit seiner Autorität und seinem unbändigen Selbstbewusstsein derart authentisch wie der Champions-League-Sieger von 2001. Unter den Anhängern genießt der 50-Jährige ob seiner herausragenden Karriere und seines Charakters noch immer Legendenstatus.

FC Bayern: Kahn soll das "Mia san mia" zurückbringen

Anfang kommenden Jahres kehrt der dreimalige Welttorhüter nach zwölf Jahren zurück an die Säbener Straße. Er gilt als eines der wichtigsten Puzzleteile des Bayern-Umbruchs auf Vorstands-Ebene und wird nach eineinhalb Lehrjahren unter Karl-Heinz Rummenigge im Sommer 2022 in den Vorstand eintreten. Kahn soll dem Klub als starker Mann wieder eine klare Philosophie geben und ihm seine ein Stück weit abhandengekommene Dominanz zurückgeben.

Vor allem aber soll er dafür sorgen, dass das Motto, das in großen Lettern in der Westkurve prangt, noch immer mehr ist als ein schnöder Wahlspruch.

 

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