S-Bahn-Derby in Giesing TSV 1860 gegen Haching: Zwei Mannschaftsteile sprechen für Sechzig!

Gegner im S-Bahn-Derby: die Löwen Sascha Mölders und Daniel Wein sowie die Hachinger Sascha Bigalke und Stephan Hain (v.li.). Foto: imago/Eibner/MIS, Rauchensteiner/Augenklick, AZ-Montage

TSV 1860 gegen Haching – München, it's Derby-Time! Sascha Mölders gegen Stephan Hain, Daniel Wein gegen Sascha Bigalke – die AZ checkt die Mannschaftsteile und erklärt, was für wen spricht.

 

München - Daniel Bierofka sprach von "Mini-Champions-League auf Giesings Höhen". Claus Schromm erklärte: "Da muss man sich ein bisschen kneifen, dass es doch Realität ist, dass wir gegen die Löwen spielen, bei den Löwen."

Der Trainer des TSV 1860 und der Haching-Coach sind vor dem S-Bahn-Derby an diesem Dienstagabend (19 Uhr, live bei Magenta Sport und im AZ-Liveticker) auf Temperatur. Doch welche Mannschaft hat wo ihre Stärken? Wo hat Sechzig Haching etwas voraus – und umgekehrt? Die AZ macht den Check – im Head-to-Head zum Münchner S-Bahn-Derby:

Tor: Hiller gegen Königshofer – Identifikation trifft auf Routine

Marco Hiller, 22 Jahre jung, gegen Lukas Königshofer, 29 – das Alter verrät: Bei diesem Duell trifft Talent auf Routine. Königshofer, in München eher unbekannt, war zwischen 2011 und 2013 Stammtorwart von Rapid Wien und absolvierte immerhin sieben Europa-League-Spiele. Der Österreicher ist sehr präsent, klar in seinen Anweisungen – und blieb in dieser Saison acht Mal ohne Gegentreffer.

Doch Hiller steht heute in seinem Stadion zwischen den Pfosten, vor seinen Fans. Der Keeper (sechs Mal zu null) ist bekannt für seine riesige Identifikation mit Sechzig, das Derby dürfte ihn noch mehr motivieren. Auf der Linie ist er ohnehin schon richtig stark. Zwischenstand: 1:1

Abwehr: Weber macht hinten mit Lorenz dicht

"Das Spiel in Wehen war sehr anstrengend für die Mannschaft, weil wir doch sehr intensiv über 90 Minuten verteidigen mussten", sagte Bierofka über die Defensivanstrengungen seiner Löwen beim 1:0 gegen die beste Offensive der Liga. Die Viererkette bewährte sich zuletzt wieder – und auch, dass Simon Lorenz zentral neben Felix Weber verteidigt.

Zudem war Aaron Berzel bei seinen Auftritten stets ein Vorbild an Einsatz und Wille, aber mitunter zu ungestüm – und auch zu langsam. Die Abwehr der Sechzger hat sich aktuell gefunden. Bei Haching fehlt dagegen Kapitän und Stütze Josef Welzmüller in der Abwehrmitte und bei hohen Bällen merklich –deswegen Zwischenstand: 2:1 für Sechzig!

Mittelfeld: Haching-Probleme helfen TSV 1860

Haching hat hier Probleme: Der gebürtige Münchner Luca Marseiler - 22 Jahre jung und für manchen Experten das größte Talent der Region - fällt wegen muskulärer Probleme aus. Und am Wochenende brach sich Ex-Löwe und Vizekapitän Dominik Stahl auch noch den großen Zeh. Mit dem 30-Jährigen fehlt der große Stabilisator im defensiven Mittelfeld. 

"Bei uns fehlt auch Molli verletzt. Ich denke, Haching kriegt das aufgefangen", meinte zwar Bierofka. Zuletzt war bei Haching aber auch Top-Vorlagengeber Sascha Bigalke fraglich. Nach AZ-Informationen ist der 29-jährige Spielmacher rechtzeitig wieder fit geworden – und soll auch zum Einsatz kommen. Dennoch: Zwischenstand:  3:1 für Sechzig! 

Sturm: Ganz viel Mölders – doch Gefahr durch den "Bomber"

Sascha Mölders hat in den vergangenen sechs Spielen drei Tore erzielt und einen weiteren Treffer vorbereitet, geht voran und gibt keinen Zweikampf verloren. Doch er alleine kann dem wuchtigen Sturm aus Stefan Schimmer (zehn Tore) und Stephan Hain (13) nicht beikommen.

"Sascha Mölders haben wir wieder aus der Kühlbox herausgeholt", sagte Bierofka vor der Partie – Tore des 33-jährigen Routiniers wären wichtig. Nico Karger und Stefan Lex drängen sich nach wie vor nicht auf, Prince Osei Owusu fehlt meist die Bindung zum Spiel.

Und Haching? Der "Bomber" Schimmer ist stets gefährlich. "Ich weiß sofort: Jetzt wird es gefährlich! Da ist viel Instinkt dabei. Was macht der Gegenspieler? Wo geht der Ball hin?", erklärte der Allgäuer Schimmer unlängst im Gespräch mit der AZ.

Ex-Löwe Hain hat zwar in den vergangenen neun Partien nicht getroffen, führt aber weiter die Torjägerliste der Dritten Liga zusammen mit dem Karlsruher Marvin Pourie an. "Natürlich wird man unruhig. Wenn es nicht läuft, kommen die Gedanken automatisch", meinte der Angreifer nun im AZ-Interview – und relativierte: "Aber: Ich wäre falsch beraten, wenn ich was erzwingen will." Insgesamt strahlt Haching mehr Gefahr aus – und verkürzt. Zwischenstand: Nur noch 3:2 für Sechzig!

Trainer: Bierofka lässt kämpfen, Schromm attackieren

Bierofka hat die Prüfungen zum Fußball-Lehrer hinter sich – und mehr Zeit für seine Mannschaft. Prompt gewannen die Sechzger drei von zuletzt vier Spielen. Der 1860-Coach wirkt befreit. 

"Wir haben es gestern nochmal analysiert: Es gab bisher zwei Mal ein 1:1. Es wird Zeit, dass einer mal gewinnt – und zwar wir. Alle guten Dinge sind drei", meinte indes Gegenüber Schromm vor dem S-Bahn-Derby und lobte den Löwen-Coach: "Ich weiß nicht, wo Sechzig ohne Biero wäre. Wie er Sechzig lebt, Sechzig intus hat – das ist schon stark und beeindruckend."

Bierofka dagegen sagte: "Ich denke, der Claus würde sich auch mal einen Sieg gegen mich wünschen." Schromm, 49, gilt als sehr beliebt bei seinen Spielern, lässt diese Vollgas und notfalls in unermüdlichem Pressing und Gegenpressing attackieren. Ferner hat der Oberhachinger mehr Erfahrung – ein Sieger in diesem Duell ist nicht auszumachen.

Somit bleibt ein Endstand von 4:3 für Sechzig! Letztlich liegt die Wahrheit aber bekanntlich immer auf dem Platz ...

Lesen Sie hier: Haching plant Mini-Fanmarsch zum Grünwalder Stadion

AZ-Interview zum S-Bahn-Derby: Warum Schwabl nicht mehr bei 1860 landete

Lesen Sie auch: TSV 1860 - DFB kritisiert "Wettrüsten" in Dritter Liga

 

1 Kommentar

Kommentieren

  1. Ihr Pseudonym sowie weitere Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading