Re-Start auf Bewährung Die wichtigsten Antworten zum Bundesliga-Comeback

Die Verantwortlichen des FC Bayern rechnen damit, dass die erste Partie am 16. Mai im Stadion An der Alten Försterei bei Union Berlin stattfindet. Foto: imago images/Matthias Koch

Die Bundesliga bekommt von der Politik grünes Licht für eine Fortsetzung der Saison im Mai. Das sind die Folgen und die Risiken.

 

München - Es ging heiß her bei der Videoschalte von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, das Thema Bundesliga soll dabei sogar länger behandelt worden sein als die Bereiche Kitas und Schulen. Verrückt.

Eine Einigung wurde dann aber doch noch erzielt, und zwar eine, die Millionen Fußballfans freuen wird: Die Bundesliga darf fortgesetzt werden, ab der zweiten Mai-Hälfte sollen die Geisterspiele beginnen. Es ist ein Wiederbeginn auf Bewährung.

"Der Spielbetrieb wird unter den genehmigten Regeln erlaubt", sagte Kanzlerin Merkel eher beiläufig in einem Nebensatz. "Der Kompromiss ist absolut vertretbar – auch wenn das Thema kontrovers ist", ergänzte Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Nun liegt es an der Deutschen Fußball Liga (DFL), auf ihrer heutigen virtuellen Mitgliederversammlung in Absprache mit den 36 Profiklubs der 1. und 2. Liga einen genauen Rahmen festzulegen.

Am 15. oder 22. Mai soll es losgehen. Die AZ beantwortet die wichtigsten Fragen nach der Entscheidung der Politik...

Bundesliga-Fortsezung: Was macht die DFL jetzt?

Insgesamt neun Partien stehen für die Klubs der beiden Profiligen noch aus, ein genauer Spielplan muss nun erstellt werden. In anderen Topligen ruht der Spielbetrieb noch länger, Frankreich hat die Saison sogar abgebrochen. Finanziell könnten sich die deutschen Klubs einen Vorteil erarbeiten. Erwartet wird, dass sich alle Klubs ab dem Wochenende zumindest für eine Woche in Quarantäne begeben.

Bundesliga-Fortsetzung: Was sagt der FC Bayern?

Bei den Münchnern fielen die Corona-Tests am Dienstag erneut allesamt negativ aus. "Wir wollen so schnell wie möglich in den Spielbetrieb zurückkommen“, sagte Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge bei "Sky". "Ab Samstag werden wir in ein Hotel in Quarantäne gehen." Bayern rechnet damit, dass die erste Partie am 16. Mai bei Union Berlin stattfindet.

Auch der frühere bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber, Vorsitzender des Verwaltungsbeirats und Aufsichtsratsmitglied beim FC Bayern, zeigte sich erleichtert. "Als Fußballfan, aber auch als Bürger unseres Landes, freue ich mich sehr, dass der Ball nach über zweimonatiger Zwangspause in der Bundesliga wieder rollen kann. Für viele kehrt damit ein weiteres Stück Normalität in ihr Leben zurück", erklärte Stoiber exklusiv in der AZ: "Der Fußball gehört einfach zum Rhythmus unserer Gesellschaft dazu, nicht nur für die Fußballfans. Und: Die Bundesliga als großes wirtschaftliches Unternehmen kann überleben." Allerdings würden Geisterspiele "nicht der Fußball sein, den wir kennen", ergänzte Stoiber: "Fußball lebt von den intensiven Emotionen der Spieler und der Fans auf den Rängen, von Euphorie und Trauer. Das wird in dieser neuen Normalität fehlen und ist eine große Herausforderung für den Fußball."

Bundesliga-Fortsetzung: Was sagen die Wissenschaftler?

Der Wiederbeginn ist aus medizinischer Sicht umstritten. "Ein Sportler sollte sich schon Gedanken darüber machen, dass eine Infektion das Karriereende sein kann“, sagte Professor Wilhelm Bloch von der Deutschen Sporthochschule Köln im "Sportschau"-Interview und warnte vor Vernarbungen der Lunge. Auch SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich kritisch. Er twitterte: "Wer mit Covid-19 trainiert, riskiert Schäden an Lunge, Herz und Nieren. Ich wundere mich, dass Spieler das mit sich machen lassen."

Bundesliga-Neustart: Welche Verantwortung tragen die Spieler?

Das Skandal-Video von Herthas Salomon Kalou hat dem Ruf der Profi-Branche geschadet. Bayern-Kapitän Manuel Neuer nahm seine Kollegen in die Pflicht, sie müssten sich jetzt "mit jeder Faser" ihrer „enormen Verantwortung“ bewusst sein, schrieb der 34-Jährige in einem Gastbeitrag für die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Die Kritik, die den Fußball auf dem Weg zu einem Wiederbeginn begleitet, solle den Profis alltäglich ein "Warnschild" sein, "um uns immer wieder zu verdeutlichen, um was es geht". Fußballprofis seien jetzt "gesellschaftliche Vorbilder".

Bundesliga-Neustart: Laufen die Spiele im Free-TV?

Die Live-Rechte liegen bei Sky und DAZN. Doch es gibt Überlegungen, auch aus der Politik, die Partien im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen. Man befürchtet, dass sich Fans in größeren Gruppen bei Sky-Kunden versammeln könnten. Gespräche mit den Rechteinhabern stehen noch aus.

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