Nur vier Punkte aus sechs Spielen TSV 1860: Die Löwen und die Angst aus der Horror-Saison 2017

Einst gemeinsam für den TSV 1860: Stefan Aigner (Mi.) und Daniel Bierofka. Foto: imago/Nordphoto

Vor zwei Jahren stürzten die Löwen im Endspurt der Saison ab. Droht der Mannschaft von Trainer Daniel Bierofka erneut dieses Schicksal? Die AZ zeigt die Parallelen zur Horror-Spielzeit des TSV 1860.

 

München - "Ich bin das Gesicht des Abstiegs." Ex-Löwe Stefan Aigner sagte diesen Satz immer wieder mit Blick auf seine Saison 2016/17 beim TSV 1860, in der die Löwen zwei Klassen tiefer in die Regionalliga stürzten.

Heuer, zwei Jahre später, ist der einstige Bundesliga-Profi wieder völlig unerwartet im Abstiegskampf angekommen – diesmal mit dem KFC Uerdingen in der Dritten Liga.

Brutales Frustfoul von Stefan Aigner

Dass die Nerven auch bei Aigner offenbar blank liegen, zeigte sein völlig unnötiges Frustfoul gegen Eintracht Braunschweig samt Platzverweis. Krefeld (44 Punkte) ist ebenso in Gefahr geraten wie die Sechzger (44) und Haching (42).

"Es ist Abstiegskampf!", sagt SpVgg-Coach Claus Schromm der AZ. Kollege Daniel Bierofka wirkte am Wochenende angegriffen und wetterte gegen den Linienrichter – dabei machen fußballerische Defizite seiner Mannschaft Sorgen. Mehr noch: Es gibt Parallelen zum so fatalen Mai 2017. Die AZ erklärt, welche:

Sechzig wähnte sich bereits gerettet: "Ich muss dem Trainerteam und jedem einzelnen Spieler Respekt zollen. Wie die Jungs performen, ist nicht hoch genug einzuschätzen", sagte Löwen-Boss Günther Gorenzel am 30. März bei Magenta Sport – wenige Minuten vor dem 1:1 bei Eintracht Braunschweig. Seither haben die Sechzger aus vier Spielen nur einen Punkt geholt und nur ein Tor geschossen.

Aus den vergangenen sechs Spielen waren es nur vier Punkte, während Teams aus der Abstiegszone mächtig punkteten. Zum Beispiel Carl Zeiss Jena, das aus den letzten sieben Spielen 16 Punkte einfuhr.

Da die Giesinger an diesem Samstag (13.15 Uhr, live in der ARD und bei Magenta Sport sowie im AZ-Liveticker) bei sechs Punkten Vorsprung auf Platz 17 und vier verbleibenden Spielen gegen Aufstiegskandidat Karlsruher SC ran müssen, ist die Gefahr hoch, dass sie auf den letzten Drücker unten reinrutschen. Auch Anfang April 2017 wähnten sich die Giesinger nach einem 1:1 gegen den VfB Stuttgart in der Zweiten Liga in Sicherheit – und holten dann nur noch vier Punkte aus sieben Spielen.

Mölders und Bekiroglu kehren zurück

Fußballerisch geht kaum etwas zusammen: "Das ist keine Kritik, aber wir schaffen es nicht, Tore zu schießen. Scheißegal wie, wir müssen den Ball ins Tor hauen, irgendwie. Da müssen sich die Jungs auch mal in den Arsch treten und den Ball reinhaue", wetterte Bierofka unlängst bei Magenta Sport. In den letzten drei Spielen konnten die Löwen nicht einen einzigen Treffer bejubeln. Zudem haben sie gehörig Schwierigkeiten, sich überhaupt Chancen zu erspielen. Hoffnung macht, dass Spielmacher Efkan Bekiroglu nach seiner Spuck-Sperre zurückkehrt.

Keine eingespielte Mannschaft: Neben Bekiroglu ist auch Sascha Mölders gegen den KSC wieder mit dabei. Gesperrt fehlen wird diesmal dagegen Kapitän Felix Weber. Bierofka, der zwischenzeitlich seine Stammelf gefunden hatte, muss durch die vielen Verletzungen und Sperren ständig umstellen. In der Abstiegssaison hatte Ex-Coach Vitor Pereira Woche für Woche umgebaut - damals jedoch nicht notgedrungen.

TSV 1860: Spieler müssen gehen

Löwen-Profis, die nicht wissen, wie es weitergeht: "Ich habe die Mannschaft zwei Jahre aufgebaut und will sie auch entwickeln. Wir wollen nicht einen Schritt zurückgehen", sagte Bierofka vor dem Halle-Spiel bei Magenta Sport. Aber: Durch den Konsolidierungskurs müssen Spieler den Klub wohl verlassen. "Ich muss den Hut davor ziehen, welchen Charakter die Jungs haben, dass sie es noch so durchziehen", sagte der 40-Jährige weiter. Doch in Halle (0:3) legte der eine oder andere Löwe ein überschaubares Zweikampfverhalten an den Tag.

Ein Rückblick: Erst nach dem Abstieg 2017 war bekannt geworden, dass den Sechzgern 23 Millionen Euro im Etat gefehlt hätten – und einige Spieler wohl wussten, dass es für sie in Giesing nicht weitergeht. Nicht gerade motivierend, damals wie heute nicht.

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