Neuanfang in Stuttgart Reschke verlässt die Bayern: Servus, Superauge!

Zog bei den Bayern im Hintergrund die Fäden: Technischer Direktor Michael Reschke (l.) hier mit Trainer Carlo Ancelotti. Foto: Imago/foto2press

Der FC Bayern gibt Kaderplaner Michael Reschke an den VfB Stuttgart ab, dort wird der Transferexperte neuer Manager. "Er hat wohl um seine Kompetenzen im Verein gefürchtet", sagt Matthäus in der AZ

 

München - Etwa ein Jahr ist es her, als Michael Reschke sogar dem Ruf Pep Guardiolas widerstehen konnte. Der Katalane wollte Bayerns Kaderplaner mit zu Manchester City nehmen, so sehr hatte ihn Reschke mit seinen klugen Transfers überzeugt. Doch obwohl in zwei Jahren bei Bayern eine "tiefe Freundschaft" entstanden war, wie Reschke verriet, sagte er Guardiola ab. Seine Worte damals: "Für mich gibt es überhaupt keine Alternative zu Bayern München."

Im Sommer 2017 ist davon nichts geblieben. Wie die Bild berichtet, verlässt Reschke den FC Bayern und wird neuer Manager beim VfB Stuttgart. Die Schwaben gaben am Freitag die Trennung von Sportvorstand Jan Schindelmeiser bekannt. Die Gespräche mit Nachfolger Reschke sollen vor dem Abschluss stehen. Laut den Stuttgarter Nachrichten tritt Reschke seinen neuen Job am 1. Oktober an. Vom FC Bayern gab’s keinen Kommentar zu der Personalie.

Verlust trifft Bayern hart

Der Verlust des Technischen Direktors trifft Bayern hart. Reschke, 2014 von Bayer Leverkusen gekommen, hat sich in den vergangenen Jahren den Ruf des Transferexperten erarbeitet. Die Verpflichtungen von Joshua Kimmich und Kingsley Coman gingen genauso auf sein Konto wie die der Hoffenheimer Sebastian Rudy und Niklas Süle. Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge räumte ein, dass auch der Transfer von Arturo Vidal ohne Reschkes intensives Werben für den Chilenen nicht zustande gekommen wäre. Servus, Superauge! Nur: Warum lassen die Bayern Reschke ziehen?

Nach AZ-Informationen kommt die Trennung nicht überraschend, zuletzt sickerte bereits durch, dass ein Abschied möglich sei. Reschke soll im Kompetenzgerangel der Bosse Rummenigge und Uli Hoeneß zwischen die Fronten geraten sein. Bei der Vorstellung des neuen Sportdirektors Hasan Salihamidzic war Rummenigge kürzlich die Formulierung wichtig, dass Brazzo "auch Vorgesetzter von Michael Reschke" sei.

"Viel Unruhe im Verein"

Klar: Rummenigge wollte den Neuen damit stärken. Aber kann es einem Experten wie Reschke wirklich gefallen, dass er in seinem Kernbereich Scouting plötzlich einen Novizen wie Salihamidzic vorgesetzt bekommt?

"Man verlässt Bayern nicht so einfach", sagt Lothar Matthäus im Gespräch mit der AZ: "Reschke hat wohl um seine Kompetenzen gefürchtet, nachdem es zuletzt einige Veränderungen im Verein gegeben hat." Der Sky-Experte meint damit neben der Salihamidzic-Verpflichtung auch die Rückkehr von Hoeneß: "Seitdem Uli wieder da ist, gibt es viel Unruhe im Verein."

Reiner Calmund, Reschkes Entdecker und Vorgänger als Manager in Leverkusen, sieht hingegen einen anderen Grund für den Wechsel. "Die engere Kaderplanung interessiert ihn wieder mehr", sagt Calmund der AZ: "Er war schon in Leverkusen Kaderplaner und Manager. Er kann beides perfekt."

Bei all dem Reschke-Trubel ging ein anderer VfB-Deal fast unter: Holger Badstuber hat für ein Jahr unterschrieben. Der Ex-Bayer wurde zuletzt auch von Guardiola umworben. Darüber kann er ja bald mit Reschke plaudern.

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