Nach erneuter Verletzung Bayern-Boss Rummenigge zählt Boateng an: "Muss zur Ruhe kommen"

Kalr-Heinz Rummenigge kritisiert Abwehr-Boss Jerome Boateng scharf. Foto: dpa

Bayern-Boss Rummenigge rüffelt jerome Boateng in Rostow für seine Aktivitäten abseits des Platzes: „Jérôme muss zur Ruhe kommen.“ Der Innenverteidiger muss verletzt vom Platz. Fällt er nun länger aus?

 

Rostow - Nach fast genau einem Jahr stand Holger Badstuber wieder bei einem Champions-League-Spiel in der Startelf. Vor 364 Tagen gegen Piräus (4:0) endete die Partie in der Allianz Arena für den Fanliebling mit einer Roten Karte nach Notbremse.

Am Mittwoch Abend in Russland feierte der 27-Jährige seine Startelf-Premiere in dieser Saison. Feierte? Na ja, wenigstens hielt der in den letzten Jahren arg von zahlreichen Verletzungen gebeutelte Innenverteidiger 90 Minuten durch. Badstuber spielte nicht brisant, aber ohne größere Patzer beim 2:3 der Bayern.

Sein Nebenmann im Abwehrzentrum hieß: Jérôme Boateng. Der 28-Jährige sah beim Konter zum 1:1 der Russen schlecht aus und verursachte etwas ungeschickt den Strafstoß, der zum zwischenzeitlichen 2:1 führte. Schlimmer: Boateng droht nun bis zur Winterpause auszufallen. Aufgrund von muskulären Problemen im Oberschenkel wurde der Weltmeister in der 58. Minute ausgewechselt. Eine genaue Diagnose über die Schwere der Blessur soll eine Untersuchung nach der Rückkehr nach München am Donnerstag ergeben.

Schon zu Beginn der Saison hatte Boateng fünf Pflichtspiele wegen seines Muskelbündelrisses aus dem EM-Halbfinale gegen Frankreich (0:2) gefehlt.

Breitseite für Boateng

Damit nicht genug. Nach der Blamage in Rostow bekam Boateng eine Breitseite von Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge: „Jérôme muss wieder ein bisschen mehr zur Ruhe kommen. Seit dem letzten Sommer ist mir das ein bisschen zu viel“, sagte er bei „Sky“ über den Verteidiger und fügte an: „Es wäre im Sinne von ihm und des ganzen Clubs, wenn er ein bisschen mal wieder back to earth runterkommt.“ Boa-peng! Das hatte gesessen.

Was Rummenigge meint? Womöglich die Aktivitäten von Deutschlands Fußballer des Jahres außerhalb des Platzes. Zuletzt war Boateng am 10. November in Berlin in Smoking und Fliege zu Gast bei der 18. „Männer des Jahres“-Party der Zeitschrift „GQ“. Der Bayern-Profi, auch Brillendesigner, durfte sich über den Preis in der Kategorie „Sport“ freuen. Am Tag darauf plagte sich die Nationalelf ohne Boateng im Dauerregen von San Marino zu einem 8:0-Pflichtsieg in der WM-Qualifikation.

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Wegen Knie- und Muskelbeschwerden hatte der Innenverteidiger für die November-Länderspiele absagen müssen.

Jay-Z als Geschäftspartner

Und sonst? Ende Oktober reiste er mit Franck Ribéry und David Alaba zu einem NFL-Spiel nach London – vom Verein genehmigt. Im August wurde ihm eine besondere Ehre zu Teil: Am Tag der offenen Tür des Kanzleramtes in Berlin sprach er dort zum Thema „Migration und Integration“, die Kanzlerin nannte ihn „Jeromy“.

Was noch? Mit US-Rapper und Musikproduzent Jay Z, Grammy-Preisträger und Ehemann von Beyoncé, hat Boateng geschäftlich zu tun, einen Vertrag abgeschlossen. Er wird nun über „Roc Nation Sports“, einem Label von Jay Z, vermarktet – als erster europäischer Sportler. „Als ich bei ihm zu Hause war, hatte ich nie das Gefühl, gerade bei einem Superstar abzuhängen“, erzählte Boateng von einem Treffen mit dem Musiker. Rummenigge aber fordert mehr Konzentration aufs Wesentliche, die Arbeit auf dem Fußballplatz.

Boatengs Vertrag läuft bis 2021. Danach würde er gerne in die US-amerikanische Major League Soccer wechseln. „Auf jeden Fall ist das für mein Karriereende eine Option“, meinte Boateng, „wenn nicht, kann ich mir vorstellen, nach dem Fußball meinen zweiten Wohnsitz in den Staaten einzurichten, zumindest für die Wintermonate. „Die USA sind ein Markt, den ich bewusst besetze, auch weil er mich interessiert. Die Art und Weise, wie Marketing da gemacht wird, finde ich cool.“

 

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