Nach der Wahl in Sachsen-Anhalt Das große Strampeln

Blumen von der Kanzlerin für den Reiner Haseloff.Mehr Gelb blieb in Sachsen-Anhalt nicht übrig. Foto: AP

Für Angela Merkel und Guido Westerwelle wird es nach den Verlusten in Sachsen-Anhalt eng. Sie die bösen Geister von Magdeburg vertreiben. Und die Opposition wartet einfach ab.

 

Berlin -  Abwärtstrend bei der Union, ganz finstere Stimmung bei der FDP – nach der Wahl von Sachsen-Anhalt versucht Schwarz-Gelb jetzt, die bösen Geister von Magdeburg wegzureden. Dort hatte bei der Landtagswahl vom Sonntag die Union knapp vier Prozentpunkte verloren, die FDP stürzte nicht nur unter die Fünf-Prozent-Hürde und damit aus dem Landtag. Mit 3,8 liegt sie sogar unter der NPD.

Schwung für die entscheidenden Landtagswahlen am kommenden Sonntag sieht anders aus. So lobte Kanzlerin Angela Merkel gestern, was zu loben war: die gestiegene Wahlbeteiligung, die mitgeholfen habe, die Nazis aus dem Landtag zu halten. Und natürlich die Tatsache, dass die Große Koalition unter CDU-Führung auch nach dem Abschied von Ministerpräsident Wolfgang Böhmer fortgeführt werden kann: unter dem neuen CDU-Regierungschef Reiner Haseloff.

War noch was? Ach ja, der Absturz des Berliner Koalitionspartners FDP. Der habe eher regionale Gründe, beruhigt Merkel. Fazit: Die Stimmungslage für Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz am Sonntag sei „sehr optimistisch”. Sie werde „alles dafür tun”, dass der Wahltag für die CDU gut ausgeht.

Wenn nicht, dann könnte es eng werden für Merkel und FDP-Chef Guido Westerwelle in ihren jeweiligen Parteien. Das weiß Merkel, das weiß auch die CSU. „Die Woche ist noch ganz wichtig”, sagt CSU-Chef Horst Seehofer in seiner Wahlnachlese. Optimismus ist jetzt Parteichef-Pflicht: „Ich glaube schon, dass die das stemmen”, prophezeit Seehofer. CSU-Fraktionschef Georg Schmid sieht den Stuttgarter Ministerpräsident Stefan Mappus dagegen wegen der Debatte um die Atomkraft in einer „schwierigen Lage.”

Morgenluft wittern dagegen die Grünen und die SPD, vor allem für Baden-Württemberg. Sollte eine grün-rote Regierung Schwarz-Gelb in Stuttgart ablösen, wäre das ein historischer Einschnitt im Ländle. SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte es deswegen gestern auch nicht allzu eilig mit einer Neuauflage von Schwarz-Rot in Magdeburg. Zuvor müsse es erst einmal „substanzielle Angebote” von der CDU geben. Gabriel: „Es kann nicht sein, dass die SPD sich sozusagen zum Nulltarif in die Regierung hinein begibt.” Bis dahin lässt Gabriel lieber schöne Bilder inszenieren: Generalsekretärin Andrea Nahles bekam als erste Amtshandlung nach ihrer Rückkehr aus der Babypause einen Strampelanzug überreicht. Natürlich in rot. 

 

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