Mindestens das Double Jupps Titelhunger: "Mannschaft wird nicht nachlassen"

Die Spieler des FC Bayern bejubeln das 1:0 durch Kingsley Coman (Mitte). Foto: Friso Gentsch/dpa

Der FC Bayern hat die Pokalklippe SC Paderborn mit einem 6:0-Sieg souverän umschifft. Das Halbfinale im DFB-Pokal soll aber nur eine Zwischenstation sein - das betont nicht nur Trainer Jupp Heynckes.

München/Paderborn - Jupp Heynckes sammelte sich, holte kurz Luft und richtete eine Drohung an die Konkurrenz. "Nachlassen wird meine Mannschaft nicht. Egal in welchem Wettbewerb", sagte der Trainer des FC Bayern mit fester Stimme.

Nach dem souveränen Einzug seines Teams ins DFB-Pokal-Halbfinale war der 72-Jährige sichtlich zufrieden. Das Ergebnis stimmte wie so oft, für die gute Laune beim Erfolgstrainer war aber in erster Linie die "Top-Mannschaftsleistung" seiner Elf bei widrigen äußeren Bedingungen verantwortlich.

Für eine Schrecksekunde beim FC Bayern nach dem letztlich etwas zu hohen 6:0 (3:0) beim mutigen Drittliga-Spitzenreiter SC Paderborn sorgte allerdings die Verletzung von Weltmeister Thomas Müller. "Thomas hat eine Oberschenkelprellung. Da muss man mal sehen, wie das in den nächsten Tagen verläuft", sagte Heynckes bei Sky. Müller selbst gab schnell via Twitter Entwarnung: "Ich werde bald wieder einsatzbereit sein. Keine Sorge!"

FC Bayern zum neunten Mal in Serie im Pokal-Halbfinale

Als der Kapitän nach 32 Minuten humpelnd den "Acker" in der Benteler-Arena verließ, führte der Rekordpokalsieger bereits beruhigend mit 2:0 durch die Tore von Kingsley Coman (19.) und Robert Lewandowski (25.). Nationalspieler Joshua Kimmich (43.), der für Müller eingewechselte Corentin Tolisso (55.) und Arjen Robben (86. und 88.) schraubten das Ergebnis vor 15.000 Zuschauern weiter in die Höhe - und brachten den Bayern zum neunten Mal in Folge in die Vorschlussrunde des Pokals.

Diese soll nur eine Zwischenstation sein, das betonte am Dienstagabend nicht nur Heynckes. "Uns fehlt nur noch ein Schritt bis Berlin. Den wollen wir gehen", betonte Robben. Auch Verteidiger Niklas Süle, im Sommer von 1899 Hoffenheim gekommen, will "unbedingt" ins Finale. Lesen Sie hier die Stimmen zum Spiel!

Süle: "Wir sind viele Wege gegangen"

Confed-Cup-Gewinner Süle fand nach dem "harten Stück Arbeit" im Eiskeller Ostwestfalen allerdings auch ein Haar in der Suppe. "Wir sind viele Wege gegangen. Wir müssen das als Team besser machen, nicht in so viele Konter laufen. Das darf nicht sein", sagte der 22-Jährige.

Im Klartext: Gegen stärkere Gegner sollte man in Alles-oder-Nichts-Spielen diese Räume nicht gewähren. Denn trotz des 20. Sieges im 21. Spiel unter Heynckes entscheidet über die Bewertung der gesamten Bayern-Saison vor allem das Abschneiden in den weiteren Spielen im DFB-Pokal und in der Champions League. Das Traumziel ist das zweite Triple nach 2013, die Champions League allerdings ist der mit Abstand am schwierigsten zu gewinnende Titel.

Deswegen nehmen die Spieler zumindest bislang "nur" die fast schon sichere Meisterschaft und den 19. Pokalsieg öffentlich ins Visier. "Wir wollen unbedingt das Double", sagte Robben, der sich mit einer erneut starken Vorstellung für eine Vertragsverlängerung empfahl.

Paderborns Coach Baumgart: "Enorme Quittung"

Paderborn, das zum ersten Mal überhaupt im Viertelfinale gestanden hatte, blieb nach dem halben Dutzend Gegentoren nur der Respekt des Branchenführers. "Paderborn wird in der kommenden Saison in der 2. Liga eine gute Rolle spielen", sagte Heynckes, den notwendigen Aufstieg voraussetzend.

Süle zeigte sich überrascht, dass ein Drittligist "mit so viel Mut gegen uns gespielt hat". Wenig anfangen mit dem Lob konnte SCP-Trainer Steffen Baumgart. Der frühere Bundesliga-Stürmer sprach von einer "enormen Quittung" für die durchgängig aggressive Vorstellung seiner Mannschaft, die nicht nur beim Pfostentreffer von Ben Zolinski (56.) dicht vor einem Torerfolg stand.

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