Martinez glänzt, Rudy überzeugt Luxusproblem: Das Bayern-Mittelfeld im AZ-Check

Zwei neue Leistungsträger und einer in alter, neuer Rolle: James Rodriguez, Sebastian Rudy und Javi Martinez. Foto: Victoria Kunzmann

Im dritten Teil der AZ-Serie geht’s um das Mittelfeld des FC Bayern – in dem Javi Martínez wieder in seiner alten Rolle glänzt, Neuzugang Sebastian Rudy überzeugt und Leihspieler James endlich aufblüht.

 

München - Die Lücke, die vor Saisonbeginn im Mittelfeld des FC Bayern klaffte, war groß. Schließlich hatte Xabi Alonso, der spanische Altmeister, seine Karriere beendet. Doch inzwischen scheint der Abgang einigermaßen kompensiert – auch dank eines Neuzugangs in überraschender Rolle.

Teil drei der AZ-Zeugnisse, diesmal: das Mittelfeld, wo der Puls des Bayern-Spiels schlägt.

Bei Martinez ließen die Kräfte nach

Javi Martínez: Bei Carlo Ancelotti lief der Spanier wie zuvor bei Pep Guardiola als Innenverteidiger auf – Jupp Heynckes änderte das. Martínez spielt wieder im defensiven Mittelfeld, auf der Position, die er schon in der Triple-Saison herausragend gut bekleidet hatte.

Und siehe da: Die Bayern stehen defensiv deutlich stabiler als zu Beginn der Hinrunde. Martínez war am Aufschwung entscheidend beteiligt, gegen Jahresende ließen die Kräfte nach. Deshalb: 4 Bälle

Torjäger Vidal und Überraschung Rudy

Arturo Vidal: Mit fünf Toren in der Liga ist der Chilene zweitbester Bayern-Schütze hinter Robert Lewandowski. Diese Bilanz täuscht aber nicht darüber hinweg, dass Vidal eine durchwachsene Hinrunde spielte. Vor allem der Fitnesszustand war teilweise alarmierend.

"Ich habe ihm das auch klipp und klar gesagt: Wenn er sich nicht wieder in Form bringt, gibt es andere Spieler, die den Vortritt haben", erklärte Heynckes. Hat gewirkt. Nun spielt Vidal besser. Trotzdem gibt es Gerüchte um einen Wechsel zum FC Chelsea. 3 Bälle

Sebastian Rudy: "Wer Rudy immer noch unterschätzt, versteht das Spiel nicht so gut." Das sagte Bayerns früherer Kaderplaner Michael Reschke in der AZ. Ablösefrei war der Nationalspieler aus Hoffenheim gekommen – und er brauchte nicht lange, um die Kritiker des Transfers verstummen zu lassen. 21 Mal kam der 27-Jährige zum Einsatz, spielte meist ordentlich bis gut. 3 Bälle

Tolisso dreht auf

Corentin Tolisso: Bayerns Rekordeinkauf (41,5 Millionen Euro an Olympique Lyon) überzeugte in der Vorbereitung, schwächelte dann zu Saisonbeginn – um sich gegen Ende der Hinserie deutlich zu steigern. Besonders die Partie gegen Paris Saint-Germain, als Tolisso zweimal traf, war ein Schmankerl. Der 23-jährige Franzose hat riesiges Potenzial, er ist offensivstark (fünf Treffer, vier Vorlagen). Muss noch konstanter werden. 3 Bälle

Flanken-Gott James und Sorgenkind Thiago

James Rodríguez: Ancelotti-Liebling, Real-Reservist, Müller-Verdränger: Der Kolumbianer wurde nicht gerade euphorisch in München empfangen, als er auf Leihbasis (13 Millionen Euro für zwei Saisons) aus Madrid verpflichtet wurde. Doch nach anfänglichen Problemen unter Ancelotti blüht James unter Heynckes auf, er agiert aus einer defensiveren Position heraus.

"Bei mir spielt er im 4-3-3 als einer der zwei offensiven Mittelfeldspieler", erklärt Heynckes. Da fühlt er sich pudelwohl. Und was sicher für manche überraschend ist: "Er ist sehr laufstark, hat riesige Laufdaten, ist sehr mannschaftsdienlich." Vor allem ist James ein Flankengott, den man wohl seit Mehmet Scholl nicht gesehen hat. Was dem 26-Jährigen bislang fehlt, ist Torgefahr. 4 Bälle

Thiago: Wieder einmal wurde der Spanier (15 Pflichtspiele, drei Tore) vom Verletzungspech verfolgt. Ende November im Champions-League-Spiel beim RSC Anderlecht zog sich Thiago einen Muskelteilriss im Oberschenkel zu, fällt seitdem aus.

Nix Thiago – aber wie lange? Das individuelle Training hat der 26-Jährige aufgenommen, vor Februar ist aber nicht mit einer Rückkehr zu rechnen. 2 Bälle

Hier finden Sie Teil eins des AZ-Checks: Die Torhüter

Hier finden Sie Teil zwei des AZ-Check: Die Verteidiger

 

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