Löwen-Etat schrumpft TSV 1860: Mölders, Nike, Aufstieg? Eine Frage des Geldes

Viele offene Fragen beim TSV 1860: Wie geht es nächste Saison weiter? Foto: Andreas Gebert/dpa

Sechzigs Problem: Die Ansprüche wachsen, der Etat schrumpft – trotz eines neuen Ausrüsters. Ob man so einen wie Mölders halten kann?

 

München - Die Rechnung mancher Löwenfans ist einfach. Investor Hasan Ismaik lässt sechs Millionen springen. Dazu die zwei Millionen Transfererlöse für Marin Pongracic und Felix Uduokhai. Und jetzt kommt auch noch Sportartikel-Riese Nike als neuer Ausrüster, wie 1860 am Dienstag offiziell verkündete. Fertig ist der aufstiegsreife Etat von mindestens je vier Millionen für die beiden nächsten Spielzeiten!

Garniert werden die großen Hoffnungen der Anhängerschar des TSV 1860 nach der verpassten Aufstiegsrelegation mit der positiven Vorstellung von Finanz-Geschäftsführer Marc-Nicolai Pfeifer vergangene Woche inklusive Annäherung der Gesellschafter und Hasan Ismaiks Statement: "In der neuen Saison greifen wir wieder an." Nun wurde auch der Ausrüsterwechsel von Macron zu Nike veröffentlicht, von dem die AZ bereits im November 2019 berichtet hatte.

Löwen-Investor Ismaik schwelgt in Erinnerungen

"Meine Vision für den TSV 1860 München ist es, den Verein wieder auf die große Fußballbühne zu bringen, indem wir mit den Besten zusammenarbeiten", so Ismaik und schwelgt in Erinnerungen an den "beispiellosen sportlichen Aufstieg bis in den Europapokal" in den 90er Jahren und um die Jahrtausendwende unter Kult-Trainer Werner Lorant.

Diese Erfolge, die größten in der jüngeren Vereinshistorie - ebenfalls in Nike-Trikots (1860-Ausrüster zwischen 1995 und 2006) - würde der Jordanier nur zu gerne wiederholen. Der Zeitrahmen? Die Zusammenarbeit, die auch den Onlineshop "11teamsports" als neuen Partner umfasst, ist vorerst bis 2025 ausgerichtet.

Hohe Erwartungen, geringer Etat

Die Erwartungen im Umfeld der Sechzger sind ja generell hoch, nun sind die sportliche Leitung um Gorenzel und Köllner sowie mit Sascha Mölders auch der Kopf der Mannschaft nach der Aufholjagd auf den Geschmack gekommen.

Einziges Problem: Während die Ansprüche steigen, nimmt die finanzielle Entwicklung den umgekehrten Lauf. Nach AZ-Infos stehen aktuell nur noch rund 2,5 Millionen für den Spieleretat zur Verfügung. Große Sprünge sind nicht drin, weshalb Konsequenzen drohen: Alphatier Mölders, einer der Topverdiener bei Sechzig, bekam von Geschäftsführer Günther Gorenzel am Montag ein reduziertes, an die Folgen der Corona-Krise angepasstes Angebot vorgelegt.

Mölders erbat sich Bedenkzeit – und wurde prompt bei Gesprächen mit Hachings Präsident Manni Schwabl gesehen. Allerdings handelte es sich dabei wohl um einen zufälligen Plausch, wie Mölders Berater Serrafino Luzzi gegenüber der "Augsburger Allgemeinen" erklärte: "Ein Transfer von Sascha Mölders war dabei kein Thema. Dass er nach Unterhaching geht, kann ich Stand jetzt ausschließen."

Was wird aus Mölders?

Aufatmen können die 1860-Fans deshalb noch lange nicht, denn Luzzi bestätigte der AZ, dass der zweitbeste Drittliga-Scorer (je 15 Tore und Assists) mehrere Angebote vorliegen habe – unter anderem aus der Dritten Liga. Wie die AZ zudem erfuhr, soll Mölders auch eine Anfrage von einem Ex-Verein aus seiner Heimat vorliegen haben. Entweder Heimatverein und Regionalligist RW Essen, wo Mölders zu seinen Wurzeln zurückkehren könnte. Oder der MSV Duisburg, wo der Malocher aus dem Pott im Jahr 2007 sein Bundesliga-Debüt feierte. Dort will man nach dem verpassten Aufstieg den nächsten Anlauf unternehmen. Mölders' Entscheidung wird wohl nächste Woche erwartet.

Zweifellos würde Mölders gerne mit dem Löwen auf der Brust einen neuen, einen letzten Versuch wagen. Aber trotz aller Vereinsliebe gilt sowohl bei ihm, bei weiteren Leistungsträgern mit auslaufenden Verträgen wie Tim Rieder oder Aaron Berzel als auch bei der Formulierung von Sechzigs Saisonziel der Spielzeit 2020/21: Es ist auch eine Frage des Geldes, wohin die Reise geht.

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