Kadercheck beim FC Bayern Drei Abgänge, null Euro investiert: Reicht das für die Saison?

Abschied vom FC Bayern: Juan Bernat (l., Paris Saint-Germain), Sebastian Rudy (Schalke 04) und Arturo Vidal (r., FC Barcelona). Foto: dpa/GES/Augenklick/AZ

Bernat wechselt zu PSG, Boateng bleibt. Am Ende der Transferperiode hat der FC Bayern keinen Cent investiert. Die AZ macht den Kadercheck.

München -  Der letzte Tag, der letzte Akt. Die letzten Deals des Sommerschlussverkaufs. Jérôme Boateng hatte sich so weit wie nur irgendwie möglich aus dem Transferfenster hinausgelehnt – bis ihn die Bayern-Bosse an den Hosenträgern festhielten. Hiergeblieben! Fenster zu! Der 29-Jährige wechselt nicht zu Paris Saint-Germain. Non, Monsieur! (Hier geht's zum AZ-Transferblog)

"Er wird alles geben für diesen Klub, sich aufopfern, um mit dem FC Bayern alle Ziele zu erreichen", sagte Niko Kovac, der Gewinner des wochenlangen Hin und Her. Der Bayern-Trainer wollte den "Weltklasse-Innenverteidiger und Vollprofi" (Kovac) unbedingt behalten, die Verantwortlichen hatten Boateng schon vor der WM ins Schaufenster gestellt.

FC Bayern: Boateng kämpft um Stammplatz

Manchester United sagte er selbst ab, tendierte zu PSG mit Neu-Coach Thomas Tuchel. "Die Aufgabe dort war interessant, die Gespräche mit Thomas Tuchel waren gut", sagte Boateng der "Welt" und ergänzte: "Das heißt jedoch nicht, dass ich nicht mehr für den FC Bayern brenne. Ich habe große Ziele und werde weiterhin alles für den Verein geben. Wie ich es immer getan habe." Bayern verlangte ein Gesamtablösepaket von 50 Millionen Euro (inklusive Bonus-Zahlungen), 40 Millionen aus Paris waren ihnen nicht genug. Andererseits wussten die Bosse um den Wunsch ihres Trainers, den sie – erst zwei Monate im Amt – nicht brüskieren konnten.

Boateng muss im Abwehr-Zentrum künftig mit Mats Hummels (29) und Niklas Süle (22) um einen der zwei Stammplätze fighten. "Bei Jérôme geht es darum, dass er körperlich gesund bleibt. Dann bin ich überzeugt, dass er nicht nur dem FC Bayern, sondern auch der Nationalmannschaft helfen wird", meint Kovac, der alle drei Innenverteidiger "auf einem Niveau" sieht. Da gebe es "keine Unterschiede".

Ein Ritterschlag für den jüngeren und unerfahreneren Süle. Kovac wird angesichts der "Vierfachbelastung" - Länderspiele eingerechnet - rotieren lassen. Außerdem habe man ja noch Javi Martínez als Back-up.

Transfer: Bernat wechselt zu PSG

Zwei andere Personalien wurden am "Deadline Day" fixiert. Linksverteidiger Juan Bernat (25) wechselt für rund 15 Millionen Euro Ablöse nach Paris, während Mittelfeldspieler Renato Sanches (21) nicht abgegeben wird. No deal! "Wir haben jetzt 19 Feldspieler, einer davon ist verletzt", sagte Kovac mit Blick auf Flügelstürmer Kingsley Coman, der nach seinem erneuten Riss des Syndesmosebandes mindestens drei Monate ausfallen wird. Also haben Kovac und die Bosse beschlossen: "Da können und wollen wir nicht noch Spieler abgeben. Wir werden auf U23-Spieler zurückgreifen müssen, wenn Not am Mann ist." Und das könnte schnell passieren.

Ist der Kader nach den Abgängen von Bernat, Arturo Vidal (FC Barcelona) und Sebastian Rudy (Schalke 04) plötzlich zu dünn? Mit Rückkehrer Sanches (nach Leihe zu Swansea) sowie Serge Gnabry (war an Hoffenheim ausgeliehen) und Leon Goretzka (ablösefrei von Schalke) hat Bayern nur drei Neue im Kader – aus der Kategorie Ergänzungsspieler. Keinen Cent gaben die Bayern für Neuzugänge aus. Könnte sich der zu dünne Kader im Frühjahr rächen, wenn die K.o.-Spiele im Pokal und der Champions League anstehen? Denn: Nur ein aktuell verletzter Profi ist die Ausnahme.

Die AZ macht den Kadercheck beim FC Bayern

Tor: Manuel Neuer, Sven Ulreich und Talent Christian Früchtl (18) – sind alle fit, ist man bestens aufgestellt.

Außenverteidiger: Joshua Kimmich (rechts), David Alaba (links) und Rafinha (rechts wie links). Ein Wagnis, mit nur drei Spezialisten für zwei Positionen in die Saison zu gehen.

Innenverteidiger: Mit Boateng, Hummels und Süle sowie Martínez hat Kovac vier Spieler für zwei Positionen. Dazu kommt Jung-Profi Lars Lukas Mai (18). Das sollte ausreichen.

Sechser: Nach Rudys sowie Vidals Abgang hat man nur noch Martínez und Sanches. Thiago könnte nach hinten rücken oder Alaba sich dort versuchen. Dennoch: Ein Risiko!

Achter: Goretzka, Thomas Müller sowie Corentin Tolisso für halbrechts, Thiago und James Rodríguez für halblinks. Fünf Top-Spieler für zwei Stellen im 4-1-2-2-1-System? Luxus!

Außenstürmer: In ihrer wohl letzten Saison haben die ewigen Helden Franck Ribéry und Arjen Robben derzeit nur Gnabry als Vertretung. Zur Not könnten Müller, Goretzka und Tolisso über rechts stürmen, James und Thiago über links. Zum neuen Jahr kommt Alphonso Davies (18/Linksaußen, 10 Mio. Ablöse) aus Vancouver. Derzeit überschaubar, ab Januar gut bestückt.

Mittelstürmer: Robert Lewandowski ist gesetzt, Sandro Wagner sein Stellvertreter. Das passt.

 

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