Hochrechnung Bundestagswahl 2013 In Bayern deutet sich niedrigere Wahlbeteiligung an

Bundestagswahl 2013: Die Bilder aus Bayern und dem Rest Deutschlands Foto: dpa

Weniger Interesse an der Bundestagswahl: Entgegen dem bundesweiten Trend zeichnet sich in Bayerns Großstädten ein neuer Negativ-Rekord bei der Wahlbeteiligung ab. Mit Spannung wird erwartet, ob die CSU an ihren Erfolg bei der Landtagswahl anknüpfen kann.

 

München – Die Beteiligung an der Bundestagswahl droht in Bayern auf einen neuen Tiefststand zu sinken. In den größeren Städten des Freistaats machten bis Sonntagnachmittag noch weniger Wähler ihr Kreuz als bei der Bundestagswahl 2009. Zwar meldeten die Wahlämter ein leichtes Plus bei der Briefwahl, doch in den Wahllokalen war der Andrang deutlich geringer. „Wenn es so bleibt, werden wir wohl ein bis zwei Prozentpunkte unter dem Ergebnis von 2009 liegen“, sagte der Leiter des Augsburger Bürgeramtes, Klaus Sulzberger.

Zwei Stunden vor Schließung der Wahllokale lag die Beteiligung in den Münchener Wahllokalen laut einer Stichprobe bei 35,1 Prozent, vor vier Jahren waren es 38,9 Prozent. Auch mit dem Zugewinn bei den Briefwählern liegt die Landeshauptstadt demnach im Minus. In Nürnberg hatten bis 16.00 Uhr einschließlich Briefwählern 55,2 Prozent ihre Stimme abgegeben, 3,7 Prozentpunkte weniger als 2009.

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Ähnlich sah das Bild in Würzburg aus, dort lag die Beteiligung bis 15.00 Uhr bei knapp 28 Prozent. Das sind sechs Prozentpunkte weniger als 2009 – das konnte auch die etwas höhere Briefwahl-Quote nicht ausgleichen. „Das ist momentan nicht so berauschend“, sagte der stellvertretende Kreiswahlleiter Karl-Heinz Schwenkert. „Entweder sind die Leute wahlmüde, oder die Landtagswahl hat die Bundestagswahl aus dem Rennen geworfen.“

Bei der Bundestagswahl 2009 hatte die Wahlbeteiligung in Bayern am Ende einen Negativ-Rekord von 71,6 Prozent erreicht. Damit lag der Freistaat allerdings immer noch etwas über dem Bundes-Durchschnitt. Bundesweit wurde diesmal bis zum frühen Nachmittag eine etwas höhere Wahlbeteiligung gemeldet.

In Bayern wird insbesondere mit Spannung erwartet, ob die CSU an ihren Triumph bei der Landtagswahl am vergangenen Sonntag anknüpfen kann und ob die FDP im Freistaat nun mehr als fünf Prozent der Stimmen holt. Die Bundestagswahl vor vier Jahren war für CSU und SPD ein Desaster gewesen: Die CSU hatte im Freistaat lediglich 42,5 Prozent geholt, die SPD nur 16,8 Prozent.

Etwa 9,5 Millionen Bayern waren wahlberechtigt. Umfragen zufolge kann Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der Bundestagswahl auf weitere vier Jahre an der Spitze der Bundesregierung hoffen – mit welchem Partner ist offen. Seit Tagen zeichnet sich ein äußerst knappes Rennen ab. Den Demoskopen zufolge gibt es zwischen dem schwarz-gelben Regierungslager und der Opposition praktisch ein Patt.

 

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