Hinrunden-Zeugnis Defensive des FC Bayern: Joshua Kimmich stark, ein Trio enttäuscht

, aktualisiert am 31.12.2018 - 08:15 Uhr
Die Abwehr der Bayern um Jérôme Boateng, Joshua Kimmich, Niklas Süle und Mats Hummels (v.l.) offenbart in dieser Saison unerwartete Schwächen. Foto: Augenklick/GES/Sampics/Rauchensteiner/AZ

Der FC Bayern überwintert als Zweiter hinter dem souveränen Tabellenführer Borussia Dortmund. Die AZ analysiert die Mannschaftsteile in dieser Saison. Am Donnerstag sind die Torhüter und Verteidiger dran.

 

München - Es war eine turbulente Hinrunde für den FC Bayern – die aufregendste seit Jahren. Zwischenzeitlich sah es so aus, als würden die Bayern unter Neu-Trainer Niko Kovac nicht zu sich selbst und damit zu gewohnter Stärke und Klasse finden. Erst zum Jahresschluss hin waren sie wieder da. Die Siege, die Punkte, das Mia-san-mia-Gefühl. Am Ende der Hinrunde belegte man Rang zwei hinter Dortmund. (Lesen Sie hier: Der Winter-Fahrplan des FC Bayern)

Die AZ verteilt Zeugnisse für die Hinrunde. Im ersten von vier Teilen sind die Defensivspezialisten, die sich plötzlich in der Defensive finden, dran.

Manuel Neuer: Note 4

Der viermalige Welttorhüter wankte in dieser Hinserie, Neuer kassierte in 25 Spielen bereits 24 Gegentreffer. So schwach war seine Bilanz bei Bayern nie. Woran es liegt? Natürlich spielt die lange Verletzungspause nach Neuers Fußbrüchen eine Rolle, ihm fehlt noch der Rhythmus, die Sicherheit. Zudem lassen ihn die Vorderleute öfter als früher allein. Und doch: Neuer leistete sich auch Patzer (wie beim 1:1 gegen Augsburg), Großtaten blieben kaum in Erinnerung.

Joshua Kimmich: Note 2

Der Defensivallrounder hat seine Position im Team weiter gestärkt, Kimmich entwickelt sich zum Leader. "Er ist ein Anführertyp, der Struktur ins Spiel bringt. Für mich ist Kimmich eine Riesennummer, praktisch unverzichtbar", sagte Experte Marcel Reif der AZ. Sowohl als Rechtsverteidiger als auch im defensiven Mittelfeld brillierte Kimmich. Seine Standards werden immer besser, seine Statistiken (ein Tor, neun Vorlagen) sind sehr gut.

Rafinha: Note 3

Meistens zuverlässig, wenn er gebraucht wurde. Und das war in der Hinrunde immerhin 14 Mal der Fall. Dabei gelangen Rafinha zwei Assists. Im Sommer könnte für den Deutsch-Brasilianer trotzdem Schluss bei Bayern sein. Aus Stuttgart kommt Weltmeister Benjamin Pavard.

Niklas Süle: Note 3

Der Abwehrboss der Zukunft war der konstanteste Innenverteidiger in der ersten Saisonhälfte. In der Bundesliga gewann Süle 68 Prozent seiner Zweikämpfe, brachte 93 Prozent seiner Pässe zum Mitspieler. Top! Positiv bei Süle: Er spricht Probleme klar an, ist selbstkritisch – und bescheiden. Über seine Kollegen Mats Hummels und Jérôme Boateng sagte er in der "Welt am Sonntag": "Es sind zwei hochverdiente Spieler, die überragend sind. Ich würde mich nie mit ihnen vergleichen."

Mats Hummels: Note 4

Der Weltmeister hat es schwer bei Coach Kovac, in der Bundesliga stand Hummels nur achtmal in der Startelf. Beim Spiel in Dortmund (2:3) lief er grippegeschwächt auf – eine Fehlentscheidung. Nach dem Leipzig-Spiel gab es sogar Gerüchte um einen vorzeitigen Abschied im Winter. Doch Hummels will bleiben – zumindest vorerst.

Jérôme Boateng: Note 4

Auch für Hummels langjährigen Partner bei Bayern und im DFB-Team war es eine komplizierte Hinrunde. Im Sommer wäre Boateng gern nach Paris gewechselt, Kovac überzeugte ihn vom Bleiben. Und setzte auf ihn. Boateng konnte aber nicht immer überzeugen, jüngst, beim 3:3 gegen Ajax, verursachte er einen Elfmeter.

David Alaba: Note 3

Zu Saisonbeginn stark, dann mit einem Durchhänger, am Ende wieder stark: Alabas Leistungen waren stellvertretend für die des gesamten Teams. Das Zusammenspiel mit Kumpel Franck Ribéry ist nicht mehr so atemberaubend wie früher, für einen Knaller ist Alaba aber immer gut. Beim 4:0 in Hannover erzielte er per Linkshammer das schönste Bayern-Tor der Hinrunde.


AZ-Hinrunden-Zeugnisse des FC Bayern

 

3 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading