Grün und urban München: Das wird der neue Georg-Kronawitter-Platz

Eine Modellierung, wie der Georg-Kronawitter-Platz in Zukunft aussehen könnte. Klicken Sie sich durch die Fotos für mehr Eindrücke. Foto: heller und Partner

Die Pläne für den Platz neben dem einstigen Hirmer-Parkhaus wurden überarbeitet. Was die Anwohner trotzdem kritisch sehen.

 

Altstadt - Der Georg-Kronawitter-Platz, bisher als Sattlerplatz bekannt, soll schon seit geraumer Zeit umgemodelt werden. Seit gut zwei Jahren steht fest, dass dort eine Fußgängerzone entstehen soll. Auf die Forderung, das Projekt brauche mehr Grün, hat das Architektenbüro Sir Norman Foster jetzt reagiert: Ein Baumhain soll den Platz lebendiger machen und laut Architekt Ulrich Hamann "die Vögel zurück in die Innenstadt holen".

Das Grün soll den Platz "als Ganzes einrahmen und die drei geplanten Bauflächen miteinander verbinden. Vom Färbergraben bis zur Fürstenfelder Straße soll ein grünes, lichtdurchlässiges Dach aus Baumkronen entstehen. Der Bau in der Mitte (Baufeld B) soll wie "eine durchsichtige Blase" wirken. Auf dem Dach ist eine öffentliche Terrasse  angedacht. Der Platz soll durch das Gebäude "hindurchfließen". Das heißt, das Erdgeschoss wird Teil des öffentlichen Raums und ebenso grün wie der Rest des Platzes sein.

Die Vorschläge werden von den Münchnern gut aufgenommen, so zumindest der Eindruck bei der Sonder-Bürgerversammlung im Hofbräuhaus. So sagte etwa Edmund Neuner: "Bei der Begrünung ist wesentlich mehr geschehen. Gute Ideen vom Architekten!" Auch Bezirksausschuss (BA)-Mitglied Andrea Stadler-Bachmaier (Grüne) befürwortet die grünen Neuerungen. Architekt Hamann hat aber noch weitere Ideen für den Sattlerplatz: "Es ist wichtig, eine Sichtverbindung von der Kaufingerstraße aus herzustellen.

1700 zusätzliche Fahrten pro Tag werden für die Josephspitalstraße prognostiziert

Deshalb haben wir in Absprache mit Herrn Hirmer ein Stück seiner Baufläche abgeschnitten." Die Baufläche ist nun angeschrägt und nicht länger quadratisch geplant. Deutlich kritischer reagierten die Besucher der Bürgerversammlung auf die Pläne für die neue Verkehrsführung. Zwar soll laut eines Gutachtens die Verkehrsbelastung insgesamt stark sinken, doch drei Straßen erwartet eine Mehrbelastung.

So werden in der Josephspitalstraße 1700, in der Sattlerstraße 200 und in der Hotterstraße 300 zusätzliche Fahrten pro Tag prognostiziert. Besonders die Hotterstraße bereitet den Münchnern Sorge. "Ist Ihnen klar, wie eng die Hotterstraße ist?", fragt Anwohnerin Brigitte Männel. Zustimmendes Gemurmel der restlichen Anwesenden. Das Planungsreferat berichtet daraufhin, dass es einen Fahrversuch gegeben habe.

Brigitte Männel: "Die Idee finde ich pfiffig"

Dabei sei herausgekommen, dass es möglich sei, an beiden Engstellen der Straße durchzufahren. Wirklich zufrieden mit dieser Antwort scheint keiner der Anwesenden zu sein. Die geänderte Fahrbahnrichtung der Einbahnstraßen Damenstiftstraße und Herzog-Wilhelm-Straße sowie die Verringerung der Parkplatzmöglichkeiten in der neuen Tiefgarage (250 weniger als bisher) sollen den Verkehrsfluss verringern.

Die Bürger und das BA-Mitglied Stadler-Bachmaier geben zu bedenken, dass Zulieferer schon jetzt die Straßen zustellen, anstatt die Parkhäuser zu nutzen. Besonders der Verkehrsführung während der Bauphase stehen die Münchner kritisch gegenüber. Ein Bürger schlägt eine Testphase vor Baubeginn vor, um die Verkehrsbelastung zu prüfen und entsprechend die Pläne abändern zu können, bevor es in die eigentliche Bauphase geht. Dafür kriegt er viel Zustimmung.

So sagt Brigitte Männel: "Die Idee, die Verkehrsführung im Vorfeld auszuprobieren, fand ich sehr pfiffig und mit wenig Aufwand verbunden." BA-Mitglied Wolfgang Püschel (SPD) stellt hingegen infrage, wie sinnvoll so eine Testphase im Vorhinein sei. "Der Test macht erst Sinn, wenn die Baustelle beginnt und die Garagenplätze fehlen." Der Abriss der bisherigen Bauten ist für 2020 angesetzt. Der Neubau soll laut Architekten 2023/24 fertig sein.

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