Großer Löwen-Umbruch TSV 1860: Wer hat bei Sechzig eine Zukunft?

Quartett mit Zukunft: Felix Weber, Stefan Lex, Marco Hiller und Dennis Dressel (v.l.) bleiben den Sechzgern treu. Foto: sampic, firo, R’steiner/AK

Großer Kader, viele Optionen: Insgesamt laufen beim TSV 1860 demnächst 20 Spielerverträge aus, es steht also ein großer Umbruch an. Die AZ schätzt ein, wer bei Sechzig eine Zukunft hat und wer eher nicht.

 

München - Alphalöwe Sascha Mölders hat seinen Sommer-Abschied schon erklärt. Spielmacher Efkan Bekiroglu wird von Zweitligisten umworben. Über 20 Spielerverträge laufen aus. Langsam aber sicher stellt sich die Frage: Welche Löwen kicken 2020/21 noch auf Giesings Höhen?

Dennis Erdmann, Semi Belkahia, Daniel Wein, Quirin Moll, Phillipp Steinhart, Fabian Greilinger und Ersatztorhüter Tom Kretzschmar – dieses Septett des TSV 1860 hat gültige Verträge bis zum Sommer 2021. Noch keine schlagkräftige Mannschaft, nicht mal numerisch. Erst recht kein Gerüst, um einen Angriff auf die Aufstiegsränge zu wagen.

Günther Gorenzel, Sport-Geschäftsführer, hatte schon vor der Winterpause am Beispiel des Junglöwen Leon Klassen erklärt, dass man bei fünf, sechs Spielern Vertragsoptionen habe. Kürzlich sagte der 48-Jährige, dass man derzeit neben dem ein oder anderen externen Mann selbstredend auch "mit interessanten Spielern aus dem Bestandskader in Gesprächen" sei.

Wer ein Löwe bleibt – und wer eher keine Zukunft mehr hat

Marco Hiller: Die Rechnung ist einfach: Bleibt Hiller die Nummer eins, bleibt der Urlöwe wohl beim TSV 1860. Nach AZ-Informationen verfügt der 22-Jährige über eine Vertragsklausel, bei der sich sein auslaufender Vertrag um ein Jahr verlängert. Bei derzeit sieben Einsätzen auf dem Konto und noch 18 Partien in der Rest-Rückrunde ist die Option im Laufe der kommenden Monate fällig. Doch Vorsicht, Löwen: Auch eine Ausstiegsklausel soll implementiert sein. Diese etwa könnte gezogen werden, sollte das Talent seine Chance bei einem höherklassigen Klub suchen. Ein Verbleib Hillers und die bereits getätigte Verlängerung von Ersatztorhüter Tom Kretzschmar dürften bedeuten, dass sich Hendrik Bonmann im Sommer einen neuen Klub suchen muss – sollte sich die Hierarchie zwischen den Pfosten nicht mehr ändern.

Felix Weber: Der Kapitän ist mit den Sechzgern eng verbandelt, auch ohne Vertrauensperson Daniel Bierofka. Dennoch gilt es unter Neu-Trainer Michael Köllner, sich im Konkurrenzkampf mit Dennis Erdmann und Aaron Berzel durchzusetzen. Stand jetzt, wo Weber auch unter Köllner gesetzt ist, streben beide Seiten nach AZ-Informationen eine Vertragsverlängerung an – der Spieler wünscht sich dabei baldige Planungssicherheit.

Dennis Dressel: Wie Köllner am Dienstag am Rande des Vormittagstrainings verriet, stehen die Chancen auf einen Verbleib des Spielmacher-Talents sehr gut: "Wir können ihn ziemlich sicher hier behalten", verriet der 50-Jährige und erklärte, was auch für andere 1860-Youngster gelten kann: "Der Spieler wird für sich wissen, wo er Vertrauen spürt, wo auf ihn gesetzt wird und wo er im Training weiterkommt. Daraus ergibt sich ein Algorithmus, dass ein Spieler mit einer hohen Wahrscheinlichkeit hier bleibt." Bei den Reservisten Simon Seferings und Kristian Böhnlein, ebenfalls auf der Dressel-Position zuhause, steht die Zukunft mehr denn je in den Sternen.

Stefan Lex: Der Ex-Bundesligaspieler des FC Ingolstadt 04 hatte einen schweren Start bei seinem Herzensklub, vor seiner jüngsten Knieverletzung avancierte er aber zum Leistungsträger. Damit soll noch lange nicht Schluss sein: Wie Berater Michael Koppold der AZ erklärte, stehe man kurz vor einer Vertragsverlängerung. "Man weiß ja, dass Stefan schon als Bub in Sechzger-Bettwäsche geschlafen hat." Lex’ Kontrakt verlängert sich nach AZ-Infos bei 15 Einsätzen um ein Jahr, doch er würde "am liebsten langfristig bei 1860 bleiben."

 

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