Geht er oder bleibt er? FC Bayern: Bei Boateng besteht weiter akute Fluchtgefahr

, aktualisiert am 01.08.2019 - 08:33 Uhr
Engagierte und motivierte Auftritte in der Vorbereitung beim FC Bayern: Abwehrstar Jérôme Boateng. Foto: firo/Augenklick

Weltmeister Jérôme Boateng spielt beim FC Bayern eine gute Vorbereitung und wird für seinen Elan gelobt. "So habe ich ihn immer zu schätzen gewusst", sagt Flick. Doch Hoeneß’ Worte sind nicht vergessen.

 

München - Ob Rottach-Egern wieder der Schauplatz einer Trennung beim FC Bayern wird? Im vergangenen Jahr, Anfang August, war es Arturo Vidal, der plötzlich aus dem Teamhotel am Ufer des Tegernsees abbrauste. Sein Ziel: Katalonien. Wenig später war Vidals Wechsel zum FC Barcelona perfekt, der Transfer hatte sich zuvor lange abgezeichnet.

Bleibt Boateng beim FC Bayern?

2019 ist ein ähnliches Szenario denkbar – und zwar im Fall Jérôme Boateng. Der 30-jährige Weltmeister wird kommende Woche zwar voraussichtlich mit dem Bayern-Team ins Trainingslager nach Rottach-Egern (6. bis 10. August) reisen, doch ob er auch auf der Rückfahrt im Mannschaftsbus sitzen wird, ist offen.

Nach AZ-Informationen würden die Münchner Boateng bei einem entsprechenden Angebot weiter ziehen lassen. Schon Ende Mai hatte Präsident Uli Hoeneß am Rande der Double-Feier am Marienplatz gesagt: "Ich glaube, für ihn wäre es besser, wenn er mal andere Luft genießen könnte. Ich glaube, er muss eine neue Herausforderung suchen, das ist besser für ihn. Er wirkt wie ein Fremdkörper."

Boateng hat hohe Ansprüche

Wer Boateng nach dem Gewinn der Meisterschaft beobachtete, wer sah, wie der Abwehrstar auf dem Rasen der Allianz Arena mit seinen Töchtern spielte und nicht mit den Teamkollegen feierte, der konnte Hoeneß durchaus zustimmen. Und doch war die Hau-ab-Aussage ein taktischer Fehler des Präsidenten: Denn Boatengs Marktwert stieg nach den vernichtenden Worten sicher nicht an.

Interessenten gab es in den folgenden Wochen trotzdem. Laut "SZ" hinterlegten Juventus Turin und Paris Saint-Germain "in Vorgesprächen" ihr Interesse an Boateng, holten dann aber jeweils jüngere Abwehrspieler: Juve verpflichtete Ajax-Kapitän Matthijs de Ligt und PSG den Dortmunder Abdou Diallo.

Schmerzlich für Boateng – denn nach AZ-Informationen war speziell Paris lange der Sehnsuchtsort des Verteidigers. Dort hätte er weiter ein fürstliches Gehalt kassieren und bei einem europäischen Topklub in einer Metropole um den Gewinn der Champions League mitspielen können. So hoch sind Boatengs Ansprüche noch immer: Der Mann mit eigenem Magazin und Brillenkollektion versteht sich als internationaler Topstar, der sich nicht mit einem Klub der Mittelklasse zufriedengeben wird. Bleibt er deshalb doch bei Bayern?

Hansi Flick: "Jérôme ist für mich ein absolut toller Spieler"

Im Halbfinale des Audi Cups gegen Fenerbahce Istanbul (6:1) am Dienstagabend gehörte Boateng zum Kader der Münchner, spielte sogar von Anfang an. Für seine Leistungen in der Vorbereitung wird er von allen Verantwortlichen gelobt. "Er hat sich bisher sehr gut verkauft, so kenne ich ihn. Und so habe ich ihn immer zu schätzen gewusst", sagte etwa der neue Co-Trainer Hansi Flick, mit dem Boateng 2014 den WM-Titel gewann: "Jérôme ist für mich ein absolut toller Spieler, einer der besten Innenverteidiger."

Diese Wertschätzung hat Boateng in den vergangenen Jahren vermisst. Von Flick bekommt er sie. Im Training lacht Boateng wieder viel, er hat sogar gute Aussichten auf Spielzeit. Und doch sollte man auf eine plötzliche Flucht eingestellt sein.

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