Frankenfastnacht Hau den Guttenberg

Fastnacht in Franken: Ein Besucher der Prunksitzung zeigte sich in Mönchskutte mit der Aufschrift "Plagiat" und einem Doktor-Hut mit der Aufschrift "Original". Foto: dpa

Wohl noch nie in der 24-jährigen Geschichte der Fernseh-Livesitzung „Fastnacht in Franken“ stand ein Thema so im Mittelpunkt des Spotts wie am Freitagabend die Plagiatsaffäre um Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU).

 

Veitshöchheim  Vor Ort in Veitshöchheim sorgte zugleich ein überraschendes Duett für Gesprächsstoff: Der Chef der SPD-Landtagsfraktion Markus Rinderspacher und die bayerische Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU).

Bauchredner Pierre Ruby aus Würzburg holte die beiden auf die Bühne. So standen die zwei – der eine als „SPD-Harmonist“ im roten Anzug, die andere als weiblicher Engel Aloisius mit goldenen Flügeln - gemeinsam vor dem Publikum.

Auf ein Zeichen Rubys mussten sie den Mund öffnen, während er ihnen seine Stimme lieh. Die von Rinderspacher war forsch und laut – nach dem Motto: „Wenn uns schon keiner seiner Stimme gibt, hab ich wenigstens eine kräftige Stimme.“

Die SPD und der Kleinwagen

Haderthauer durfte mit piepsiger Stimme einen Witz erzählen: Was der Unterschied zwischen der SPD im bayerischen Landtag und einem Kleinwagen sei: „Der Kleinwagen hat bald mehr Sitze.“ Das machte ihr sichtbar diebische Freude.

Auch im Saal sorgte das rot-schwarze Duo für Lachtränen und nach der Sendung für reichlich Gesprächsstoff. So scherzte der Landesvorsitzende der Freien Wähler Hubert Aiwanger – verkleidet als Feuerwehrmann, um die politischen Brände in Bayern zu löschen – in Richtung des SPD-Oppositionsführers: „So kenn ich dich gar nicht, wie du dich heut benommen hast.“

Rinderspacher sah „ein ganz neues Lebensgefühl“ und hoffte auf eine Steigerung seines Bekanntheitsgrades. „Es war mal was ganz anderes, den Mund aufzumachen, ohne was sagen zu dürfen“, sagte er und fügte hinzu: „Mit Frau Haderthauer kann man offenbar auch Spaß haben.“

Haderthauer genießt

„Ausflug zum Fasching“ Die Sozialministerin genoss die ungewohnte Rolle ebenfalls: „Da könnte ich richtig Lust drauf bekommen, es hat Spaß gemacht.“ Auf die Frage, ob sie sich bei der neuen BR-Castingshow „Franken sucht den Supernarr“ beteiligen wolle, antwortete sie allerdings: „Es ist besser, wenn jeder bei seinen Leisten bleibt. So ein kleiner Ausflug zu Fasching ist mal ganz nett, aber ich glaube nicht, dass Politiker dazu im Grunde geeignet sind.“

Ganz mit dem Spaß vorbei war es dann bei der CSU-Ministerin, als der Landesgruppenvorsitzende der bayerischen SPD im Bundestag, Martin Burkert, das schwarz-rote Duett mit Augenzwinkern als Vorzeichen einer neuen Auflage der großen Koalition sehen wollte: „Auf gar keinen Fall“, betonte Haderthauer. „Und in Bayern schon gleich gar nicht.“

 

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