FC Bayern vor Stuttgart Bayerns Trainer Guardiola: General Pep

Nach der Ausbootung von Mario Mandzukic, der mit nach Stuttgart fahren durfte, bleibt der Trainer hart. Und warnt, dass es „jede Woche zwei Super-Super-Spieler“ treffen kann.

 

München - Berechenbar sein? Gar vorhersehbar? Um Peps Willen! Auf gar keinen Fall! In der Ungewissheit liegt die Würze, im Geheimnisvollen das Adrenalin. Gegenüber den Spielern und den Medien. Dafür steht Pep Guardiola.

Und so verzichtete der Bayern-Trainer am Dienstag darauf, in der Pressekonferenz Klarheit bei Mario Mandzukic vor dem Nachholspiel am Mittwoch beim VfB Stuttgart (20 Uhr, Sky live) zu schaffen. „Ich habe mich noch nicht entschieden“, sagte er kühl. Und überhaupt: „Es kann jede Woche passieren, dass zwei, drei Super-Super-Spieler nicht in den 18er-Kader kommen.“

Am Nachmittag jedoch stieg Mandzukic in den Mannschaftsbus, was nicht zu hundert Prozent heißt, dass er auch im Kader steht. Aber es ist eine Annäherung, denn Guardiola nahm nur 18 Spieler mit. Also sogar eine Versöhnung?

Den Rückrundenauftakt in Mönchengladbach (2:0) musste Bayerns bester Liga-Torschütze der Hinrunde am TV verfolgen. Wegen schlechter Trainingsleistungen hatte ihn Guardiola aus dem Kader gestrichen. Die Verantwortlichen, Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge und Sportvorstand Matthias Sammer, sagten, es ginge „nur um dieses Spiel“. Da haben sie die Rechnung ohne den Pep gemacht.

Der Spanier hätte die Aufregung nun runterkühlen und Mandzukic vor den Medien begnadigen – wenigstens loben – können. Zur Wahrung des inneren Friedens. Nada. In dieser Woche habe Mandzukic (27), Kategorie Stoßstürmer und damit nicht Peps Idealtypus-Angreifer, bisher „okay“ trainiert, so Guardiola. Wenn man die sonstigen Maßstäbe „super-super-super“, lediglich „super-super“ oder durchschnittlich „super“ heranzieht, muss „okay“ beinahe schon eine Beleidigung sein. Auf weitere Nachfragen reagierte Guardiola genervt. „Das ist jetzt die dritte Frage zu Mandzu. Sie kennen meine Entscheidung, meine Meinung. Manchmal brauche ich diese Spieler, manchmal andere Spieler. Ich muss die Entscheidung treffen.“ Der Kommunikationsweg mit den Spielern wird zur Einbahnstraße, wenn es an der Zeit ist, Entscheidungen zu treffen. Wer ist hier der Boss? Eben.

„Wir haben einen Mega-Kader“, sagte Kapitän Philipp Lahm und warnte im Sinne des Trainers die Belegschaft: „Wenn alle zurückkommen, wird es mehrere Härtefälle geben.“

Wen trifft es? Die AZ-Übersicht:

Toni Kroos: Der 24-Jährige ist Pep-Liebling. Was passiert, sollte Kroos(„Ich kann nichts ausschließen“) seinen Vertrag über 2015 hinaus nicht verlängern? Plant Pep dann mittelfristig nicht mehr mit ihm? Guardiola lapidar: „Er ist wichtig. Aber im Fußball kann es schnell gehen. Heute hier, morgen da.“ Oha.

Arjen Robben: Emotionsfrei ist die Beziehung der beiden Charakterköpfe nicht, zuletzt hatte man in Gladbach einen Mini-Konflikt. Robben (30) muss sich sportlich ranhalten und vorbildlich verhalten. Sonst droht die Bank. In Stuttgart fehlt er verletzt.

Rafinha: Der Brasilianer ist die Bayern-Überraschung der Saison, als Rechtsverteidiger gesetzt. Doch was, wenn Lahm auf seine Stamm-Position zurückkehrt? Sagt ihm Pep dann: Danke, Rafa. Aber: Heute hier, morgen da?

Javi Martínez: Aktuell nicht bei voller Fitness. Der Brecher-Typ (1,90m) wird es im Mittelfeld der Mini-Zauberer Thiago & Götze schwer haben.

Bastian Schweinsteiger: Der Vizekapitän kämpft aktuell den Anschluss, schuftet für sein Comeback – und wie alle um seinen Stammplatz im Team. Da sind alle gleich. Auch dafür steht General Pep. Frühere Verdienste erwähnt Guardiola gerne, aufstellen wird er deshalb keinen.

 

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