FC Bayern in Dortmund Rückkehrer Hummels: "Noch nicht alles perfekt"

Beim Supercup am 14. August war Wieder-Bayern-Spieler Mats Hummels ertmals nach Dortmund zurückgekehrt - hier spricht er nach Spielende mit den Borussen Gonzalo Castro (links) und Marcel Schmelzer (rechts). Foto: dpa

Mats Hummels kehrt nach seinem Wechsel zum FC Bayern zum zweiten Mal in drei Monaten zu seinem Ex-Klub Borussia Dortmund zurück. "Ich kann auch sehr gut damit leben, wenn sich die Emotionalität gegen mich richtet", sagt der Nationalspieler.

 

Mailand/München - Einen freundlichen Empfang darf Mats Hummels auch diesmal nicht erwarten. Wenn der 27-Jährige am Samstag (18.30 Uhr/Sky) zum Bundesliga-Spitzenspiel mit dem FC Bayern zum zweiten Mal in drei Monaten zu Borussia Dortmund zurückkehrt, muss er erneut mit heftigen Pfiffen und Anfeindungen der BVB-Fans rechnen.

Schon beim Supercup im August war der Weltmeister trotz seiner acht erfolgreichen Jahre in Dortmund wüst beschimpft worden. Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte anschließend von einer "Katastrophe" gesprochen, Hummels selbst allerdings gelassen reagiert.

Er habe "kein Problem damit, wenn Leute ihren Unmut kundtun. Fußball ist etwas Emotionales, und ich kann auch sehr gut damit leben, wenn sich die Emotionalität gegen mich richtet." Für Hummels steht ohnehin der sportliche Wert der Partie im Vordergrund. "Ein großes Spiel, ich freue mich darauf", sagte der Innenverteidiger vor dem deutschen Clasico der "Bild am Sonntag".

Mit Blick auf die Tabelle sei das Duell "sehr wichtig. Wenn wir das verlieren, wären sehr viele Mannschaften, inklusive Dortmund, wieder sehr nahe dran", betonte Hummels, der am heutigen Dienstagabend (20.45 Uhr/ARD) aber erst noch mit der deutschen Nationalmannschaft den Klassiker gegen Italien bestreiten wird.

Beim FC Bayern, für den er schon in der Jugend gespielt hat, hat sich Hummels nach leichten Anlaufproblemen inzwischen gut eingelebt. "Ich habe schon die ersten Wochen bewusst nur die einfachen Sachen gemacht, habe versucht, Fehler zu vermeiden. Das war erst einmal wichtig, um mir selber nicht einen Druck aufzuladen", sagte er der BamS.

Aber zuletzt habe er "zügig" zu seinem Spiel gefunden: "Es ist noch nicht alles perfekt, aber ich bin ganz zufrieden. Ich habe das Gefühl, dass ich mich auch in der Hierarchie gut eingefügt habe." In kurzer Zeit ist Hummels bei den Bayern zum "Außenminister" aufgestiegen, neben Kapitän Philipp Lahm, Manuel Neuer und Thomas Müller ist er das Sprachrohr der Mannschaft.

"Weil ich beim FC Bayern zuletzt ein neues Gesicht war, habe ich nach Spielen viele Interviews geben müssen, und das hat wohl dazu beigetragen, dass ich dieses 'Amt' bekommen habe", sagte er der "Welt am Sonntag" über seine Rolle. Auch in Dortmund sei er schon mal "Klassensprecher" genannt worden.

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Ihm sei dies "wurscht", betonte Hummels, er sage ohnehin, "was ich für richtig halte. Ohne, dass ich dabei immer irgendein strategisches Ziel verfolgen muss. Dass das nicht immer gut ankommt, habe ich lernen müssen in meinem Leben."

Auch wenn ihn die Fans der Borussia anfeinden - sportlich habe Hummels beim BVB "eine Lücke hinterlassen", sagte Ottmar Hitzfeld, ehemaliger Dortmunder und Münchner Coach, dem "Kicker". "Als Spieler und Stabilisator, als Organisator und als Leader, mit seiner Ausstrahlung."

 

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