Stimmen zum Spiel Nach Einbruch: Boateng und Müller sehen Redebedarf

, aktualisiert am 21.12.2017 - 06:44 Uhr
"Man of the Match" Thomas Müller nach der Partie in der Allianz Arena. Foto: firo/Augenklick

Der FC Bayern steht im Viertelfinale des DFB-Pokals. Trotz des 2:1 gegen den BVB kritisieren die Weltmeister Jérôme Boateng und Thomas Müller den Auftritt ihrer Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Die Stimmen zum Sieg der Bayern.

 

München - Knapp war es am Ende: Der FC Bayern gibt gegen den BVB im DFB-Pokal-Achtelfinale (2:1) beinahe noch das Spiel aus der Hand. Das nervt hinterher nicht nur Coach Jupp Heynckes, auch Jérôme Boateng kritisiert die Kollegen für den Leistungseinbruch in der zweiten Halbzeit deutlich. Thomas Müller kündigt Redebedarf an. Und dennoch wird es harmonisch: Torschütze Boateng erinnert seinen Trainer an ein Versprechen.

Die AZ hat die Stimmen zum Sieg des FC Bayern:

Heynckes: "Ribéry ist nicht bei hundert Prozent"

Bayern-Coach Jupp Heynckes: "In den ersten Minuten haben wir drei klare Torchancen, die wir verwerten müssen. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr viel investieren müssen, weil der Gegner mit einer Dreierkette gespielt hat, die defensiv zur Fünferkette wurde – und weil sie ohne Mittelstürmer angetreten sind."

... zu den vergebenen Torchancen: "Dass wir unsere Torchancen nicht nutzen, ist unser Manko. Verwerten wir diese, braucht man auch nicht so viel Kraft. Bei Dortmund hat man aber gesehen, dass sie nicht umsonst schon in den letzten Jahren ein großer Konkurrent des FC Bayern waren."

... zur Auswechslung von Franck Ribéry: "Er war lange verletzt. Franck ist noch nicht bei einhundert Prozent. Wäre er da, hätte ich ihn auch nicht ausgewechselt. Franck hat nach zehnwöchiger Verletzungspause ein gute körperliche Verfassung, ist aber noch nicht top fit."

... zur Leistung von Jérôme Boateng: "Jérôme hat heute wieder ein klasse Spiel gemacht. Er wird langsam wieder der Alte - so, wie 2012/13."

... zu den Fortschritten in den vergangenen Wochen: "Viele Faktoren haben ein große Rolle gespielt. Mein Trainerteam und ich haben vieles verändert im Training, Umfang und Intensität. Wir haben viele Gespräche geführt, eine andere Stimmung erzeugt. Dafür muss ich meinem Trainerteam ein großes Kompliment machen. Ich arbeite anders als ein spanischer oder italienischer Trainer, entsprechend habe ich die Mannschaft geführt. Für mich ist entscheidend, wie ich mit der Mannschaft auf dem Platz umgehe. Wir trainieren intensiv. Ich weiß, wie man diese Mannschaft führen muss. Aber: Wir haben noch überhaupt nichts erreicht."

... zur Winterpause: "Am 2. Januar fliegen wir nach Katar. Bis dahin werde ich eine sehr ruhige Zeit verleben, obwohl ich auch Zuhause noch einige Verpflichtungen habe. Ich denke, dass ich schon ein bisschen Muße finde, um abzuschalten und den Akku wieder aufzuladen, weil es war schon anstrengend."

... zur Trainerfrage: "Dass sie das jetzt wieder aufgreifen. Ich bin müde, darüber zu sprechen. Mehr ist da nicht dazu zu sagen. Natürlich setzen wir uns zusammen. Wir werden uns die nächsten Wochen zusammen kommen, über Neuverpflichtungen und Weiteres reden. Da wird sicher auch die Trainerfrage auf den Tisch kommen."

Boateng: "Haben uns durchgezittert"

Jérôme Boateng: "Wieder wegen uns (Spannung, d. Red.). In der ersten Halbzeit waren wir klar die bessere Mannschaft. Wir müssen einfach die Tore machen. Am Ende ist Dortmund aufgekommen, wir hatten keinen Zugriff mehr und zittern uns eine Runde weiter. Trotzdem war es insgesamt eine tolle kämpferische Leistung. Aber wir müssen es in der ersten Halbzeit entscheiden."

... weiter zum Einbruch in der zweiten Hälfte: "Wir hatten viele Spiele, da fehlt die Kraft. Als Dortmund zwei offensivere Spieler gebracht hat, hatten wir keinen Zugriff mehr. Wir müssen in der ersten Halbzeit die Tore machen, ein, zwei mehr."

... über eine Belohnung für sein Tor: "Heynckes hat mir ein Essen für ein Tor versprochen. Ich glaube, dass er nicht so schnell damit gerechnet hat. Ich hoffe, dass er uns wie früher nach einer Saison wieder nach Hause einlädt."

Thomas Müller: "Ich habe heute ein schönes Tor erzielt, das freut mich. Über die Art und Weise, wie wir gewonnen haben, müssen aber wir noch reden."

David Alaba: "Wir sind sehr glücklich, dass wir unser Ziel erreicht haben und eine Runde weitergekommen sind. Wir haben von Anfang an ein sehr gutes Spiel gezeigt und sind verdient weitergekommen. Das Fazit nach der Hinrunde fällt sehr positiv aus. Wir sind überglücklich, dass wir diesen Weg eingeschlagen und unsere Ziele für dieses Jahr erreicht haben. Man merkt, dass der Trainer eine sehr gute Arbeit mit uns macht."

BVB-Torwart Bürki: "Das war gar nichts von uns!"

BVB-Keeper Roman Bürki: "Wir hatten überhaupt keine Aufteilung, bei Standardsituationen und Doppelpässen sind wir nicht mitgelaufen. Das war gar nichts von uns. Die zweite Halbzeit wollten wir gewinnen, mit ein bisschen Glück fällt vielleicht noch das zweite Tor."

... über die Großchance von Alexander Isak kurz vor Schluss: "Im Training macht Alex das auch gut, lässt einen Verteidiger mal ins Leere laufen. Diesmal zieht er ab, wir können ihm aber keinen Vorwurf machen."

BVB-Kapitän Marcel Schmelzer: "Es lag nicht am System, sondern an der Art, wie wir die gegnerischen Spieler und ihre Pässe verteidigt haben. Das war in der ersten Halbzeit überhaupt nicht gut. Wenn wir angefangen hätten, wie wir die zweite Halbzeit angegangen sind, wäre mehr drin gewesen. Natürlich hatte Bayern extrem viele Chancen."

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