Ex-Bayern-Trainer teilt aus Louis van Gaal: So lief das wirklich mit Uli Hoeneß

November 2009: Louis van Gaal und Uli Hoeneß (rechts) am Rande des Bayern-Spiels gegen Bayer Leverkusen. Foto: imago/MIS

Das "Feierbiest" riskiert einen Blick zurück und äußert sich sehr direkt über seinen ehemaligen Vorgesetzten. Für Ex-Bayern-Trainer Louis van Gaal steht fest, dass sich Klubpräsident Uli Hoeneß zu oft in seine Arbeit eingemischt hat.

 

München - Louis van Gaal hatte im Sommer 2009 das Traineramt beim FC Bayern übernommen und wurde am 10. April 2011 vorzeitig entlassen. Es ist sieben Jahre her, dass der Niederländer beim deutschen Rekordmeister gehen musste - und bei aller Liebe für seinen ehemaligen Arbeitgeber lassen den heute 66-Jährige einige Vorkommnisse noch immer nicht los.

Im Zentrum seiner Erinnerungen steht das komplizierte Verhältnis zu Bayern-Präsident Uli Hoeneß. Der sei seiner persönlichen Maxime "Das Team ist immer wichtiger als das Individuum" nicht gefolgt, und deshalb sei es zu Differenzen zwischen den beiden gekommen. Das Zerwürfnis mit Hoeneß habe sich durch dessen Einmischungen in seine Arbeit als Trainer entwickelt, sagte van Gaal im Interview mit der Sport Bild.

Van Gaal und Hoeneß: Von wegen "Rotwein-Frieden"

Er konnte auch sieben Jahre nach seiner Demission noch immer konkrete Beispiele nennen. Hoeneß war demnach ein echter Gegenspieler van Gaals. "Solange Uli Hoeneß im Klub ist, würde ich dort nicht arbeiten", sagte der frühere Bondscoach über eine mögliche Rückkehr nach München.

Demnach sei auch die als "Rotwein-Frieden von Cluj" gerühmte Aussprache nach einem Champions-League-Spiel nicht nach seinen Wünschen gelaufen. "Es gab das Gespräch, das ist richtig, aber es war kein gutes. Meine Frau sagte mir danach, wenn das wahr ist, was da gesagt wurde, musst du beim FC Bayern aufhören", wird van Gaal zitiert.

Streit um Lahm und Co.

Drei Personaldebatten nervten Louis van Gaal - er wurde nach seiner Zeit in München ein zweites Mal niederländischer Nationaltrainer und übernahm dann im Mai 2014 den Premier-League-Klub Manchester United - ganz besonders.

Personalie Philipp Lahm: Er spielte damals Linksverteidiger, van Gaal zog ihn auf die rechte Seite. "Daraufhin hatte ich einen riesigen Streit mit Hoeneß, der Lahm weiter links haben wollte. Die Geschichte gab mir recht: Lahm wurde als rechter Außenverteidiger Champions-League-Sieger und Weltmeister."

Personalie Thomas Müller: "Als ich das Talent, das mir Hermann Gerland empfahl, anfangs immer aufstellte, musste sich meine Frau Truus in der Vorstands-Loge von Hoeneß sagen lassen: 'Ihr Mann hat wieder falsch aufgestellt.'

Personalie David Alaba: Bei dem Österreicher sei es genauso gewesen. Dessen Fehler in der Schlussminute vor dem 1:1 im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg habe 2011 seine Entlassung eingeleitet. "Dabei ist Alaba noch heute eines der größten Talente, das Bayern hat."

Dennoch gilt für Louis van Gaal auch heute noch: "Manchester United, das ich zuletzt trainierte, ist ein kommerzieller Klub. Ganz anders als Bayern. Die Chefs sind mit Rummenigge und Hoeneß ehemalige Spieler, die wissen, wovon sie sprechen. Für sie ist Fußball das Wichtigste, nicht das Geld wie inzwischen bei United. Dafür liebe ich den FC Bayern."

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