Er stand schon vor dem Absprung FC Bayern: Lars Lukas Mai als Ersatz für Jérôme Boateng?

, aktualisiert am 10.08.2018 - 15:08 Uhr
Feierte im April sein Debüt für den FC Bayern: Lars Lukas Mai. Foto: dpa/firo

Erst im April feierte Lars Lukas Mai sein Debüt beim FC Bayern – als erster Spieler des 2000er Jahrgangs. Schon kommende Saison könnte dem Teenager eine wichtige Rolle zukommen.

München - Jérôme Boateng steht vor dem Absprung, Benjamin Pavard kommt wohl erst 2019. Sorge um die Innenverteidigung herrscht beim FC Bayern trotzdem nicht. Der Grund dafür? Auch und vor allem wegen Lars Lukas Mai.

Der 18-Jährige zählt zu den größten Zukunftshoffnungen beim deutschen Branchenprimus, erst im April feierte er sein Debüt in der ersten Mannschaft. Am 31. Spieltag lief der gebürtige Dresdner an der Seite von Weltmeister Jérôme Boateng auf - als erster Spieler des neuen Jahrtausends - und lieferte eine grundsolide Vorstellung. Kein Gegentor, kein Patzer. Gelungen.

Der damalige Bayern-Coach Jupp Heynckes geriet im Anschluss an die Partie ins Schwärmen. "Was mir so imponierte im Training und in den Freundschaftsspielen: Dass er unaufgeregt ist, sehr sachlich spielt, kopfballstark ist. Er hat eine relativ gute Spieleröffnung", lobte der Triple-Held von 2013 seinen Schützling.

Lars Lukas Mai stand vor dem Absprung beim FC Bayern

Dennoch: Junge Talente hatten es in den vergangenen Jahren schwer, sich bei den Profis der Münchner nachhaltig durchzusetzen. Wohl deshalb kokettierte Mai gegen Saisonende mit einem Abgang. Sein Vertrag lief aus, an Interessenten mangelte es nicht. Unter anderem hatten Juventus Turin, Schalke 04 und Werder Bremen ihr Interesse hinterlegt, beim Hamburger SV besichtigte er sogar das Trainingsgelände.

Am Ende entschied er sich jedoch für einen Verbleib in München und verlängerte seinen Vertrag bis 2021. "Ich freue mich sehr über diese große Chance. Es war immer mein Traum, für den FC Bayern zu spielen. Jetzt will ich weiter hart arbeiten, um die nächsten Schritte in meiner Karriere zu machen", sagte Mai freudestrahlend nach der Vertragsunterzeichnung.

Der neue Bayern-Trainer Niko Kovac scheint tatsächlich auf seinen Rohdiamanten zu setzen. Die Marketing-Tour durch die USA verpasste der 1,90-Meter-Hüne zwar verletzungsbedingt, beim Trainingslager am Tegernsee war er aber wieder dabei und hinterließ einen starken Eindruck. Belohnt wurde sein Trainingseifer mit einem Einsatz im Testspiel gegen den FC Rottach-Egern. Auch gegen Manchester United stand Mai im Kader.

Die Einsatzchancen für Mai stehen nicht schlecht

Sportdirektor Hasan Salihamidzic zeigte sich zum Ende des Trainingslagers zufrieden mit dem Eifer seiner Talente. "Die Jungen haben einen sehr guten Job gemacht. Wir sind da auf dem richtigen Weg, den wollen wir weiter gehen", so "Brazzo", der den Youngsters durchaus Hoffnungen auf Einsätze im Profibereich machte. "Es liegt an den Spielern selbst. Es werden sicher einige auch oben mittrainieren. Da müssen sie sich gut präsentieren, dann ist alles offen."

Für Mai stehen die Chancen, trotz der auf dem ersten Blick prominenten Besetzung in der Innenverteidigung, alles andere als schlecht. Sollte Jérôme Boateng die Bayern tatsächlich noch im August verlassen, würde für ihn wohl Niklas Süle in die Startelf rücken. Dadurch wäre die vermeintliche Rolle des Innenverteidiger-Back-Ups, welche dem Jung-Nationalspieler noch vor der letzten Saison zugeschrieben wurde, schließlich frei. In eben jener Rolle verbuchte Süle am Ende satte 42 Spiele, im Saisonfinale rückte er für den verletzten Jérôme Boateng in die erste Elf und stellte Mega-Star Cristiano Ronaldo im Champions-League-Halbfinale kalt.

Lars Lukas Mai saß beim Rückspiel gegen die Königlichen übrigens schon auf der Bank, während Boateng zuhause vor dem Fernseher zuschauen musste. Ob es nächstes Jahr wieder genauso läuft?

 

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