Deutsche Nationalmannschaft Offizielle Bilder der DFB-Elf: WM-Kader für Brasilien 2014

Der Kader der DFB-Elf für die Fußballweltmeisterschaft 2014 in Brasilien steht. Tor, Abwehr, Mittelfeld, Sturm: Hier gibt es die Stars von Bundestrainer Joachim Löw zum Durchklicken.

 

So sieht der Kader für die WM aus:

Name/Position, Verein, Geburtsdatum, LS, Tore

Tor:

1 Manuel Neuer, Bayern München, 27.03.1986, 45 ,-

22 Roman Weidenfeller, Borussia Dortmund, 06.08.1980, 2 ,-

12 Ron-Robert Zieler, Hannover 96, 12.02.1989, 3 -

Abwehr:

20 Jérôme Boateng, Bayern München, 03.09.1988, 38 ,-

15 Erik Durm, Borussia Dortmund, 12.05.1992, 1 ,-

2 Kevin Großkreutz, Borussia Dortmund, 19.07.1988, 4 -

4 Benedikt Höwedes, FC Schalke, 04 29.02.1988, 20, 1

5 Mats Hummels, Borussia Dortmund, 16.12.1988, 29, 2

16 Philipp Lahm, Bayern München, 11.11.1983, 105, 5

17 Per Mertesacker, FC Arsenal, ENG, 29.09.198,4 9,7 4

21 Shkodran Mustafi, Sampdoria Genau, ITA, 17.04.1992, 1, -

Mittelfeld:

14 Julian Draxler, FC Schalke, 04 20.09.1993, 11, 1

3 Matthias Ginter, SC Freiburg, 19.01.1994, 2, -

19 Mario Götze, Bayern München, 03.06.1992, 28, 7

6 Sami Khedira, Real Madrid, ESP, 04.04.1987, 45, 4

23 Christoph Kramer, Bor. Mönchengladbach, 19.02.1991, 2 -

18 Toni Kroos, Bayern München, 04.01.1990 43 5

13 Thomas Müller, Bayern München, 13.09.1989 48 17

8 Mesut Özil, FC Arsenal ENG ,15.10.1988 54 17

10 Lukas Podolski, FC Arsenal ENG, 04.06.1985 113 46

9 André Schürrle, FC Chelsea ENG, 06.11.1990 32 12

7 Bastian Schweinsteiger, Bayern München, 01.08.1984 101 23

Angriff:

11 Miroslav Klose, Lazio Rom ITA , 09.06.1978 131 68

Trainer:

Joachim Löw 03.02.1960

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Die harte Entscheidung gegen Marcel Schmelzer, Shkodran Mustafi und Kevin Volland hat Joachim Löw bereits verkündet, doch auf dem Weg zum vierten WM-Titel muss der Fußball-Bundestrainer noch viele weitere Baustellen schließen: Beim 2:2 (0:0) gegen Kamerun erwiesen sich vor allem der noch nicht fitte Sami Khedira und der erschreckend schwache Mesut Özil als Sorgenkinder, für die der Kampf um die WM-Form bis zum Auftakt gegen Portugal (16. Juni) ein Wettlauf gegen die Zeit wird.

Gleiches gilt für die gegen den Weltranglisten-50. noch gar nicht eingesetzten Philipp Lahm, Manuel Neuer, Bastian Schweinsteiger und nun auch wieder Miroslav Klose, der nach Löws Auskunft in ein "körperliches Loch" gefallen ist. Sie alle nimmt Löw aber mit nach Südamerika – mit dem Risiko im Gepäck, nur im Falle einer schweren, attestierten Verletzung noch bis 24 Stunden vor dem ersten Spiel Ersatz aus dem Urlaub holen zu dürfen.

Am Überraschendsten ist die Streichung des Hoffenheimers Kevin Volland, da Löw neben ihm nur – den eben auch nicht fitten – Klose als gelernten Stürmer im Kader hatte. Entscheidend könnte die Leistung von Thomas Müller gewesen sein, der sich gegen Kamerun als (gar nicht so falsche) Neun erwies, nachdem Mario Götze in jener Rolle zuvor erneut gescheitert war.

Gegen Schmelzer sprach auch seine Knieverletzung, obwohl Löw erklärt hatte, der Dortmunder sei "voll belastbar". Klubkollege Erik Durm bot sich beim Debüt gegen Kamerun als gute Lösung auf der Problemposition an, zumal Löw eine Verschiebung von Lahm oder Jerome Boateng nach links hinten ausschloss.

Mustafi (22/Sampdoria Genua) verlor letztlich das Duell um den letzten Innenverteidiger-Posten gegen den zwei Jahre jüngeren Matthias Ginter, für den wohl auch seine Variabilität sprach. Der Freiburger kann auch im defensiven Mittelfeld spielen und wurde vom Bundestrainer im Trainingslager in Südtirol sogar schon rechts hinten getestet. "Egal, was ich schreiben würde, es würde nicht annähernd das ausdrücken, wie ich mich fühle! Es wird sicher noch den ein oder anderen Tag dauern, das zu begreifen. Ich bin unendlich glücklich", schrieb Ginter am Abend bei Facebook.

Mustafi hatte am Sonntagabend wohl schon etwas geahnt. Es sei "natürlich die größte Entscheidung, die es geben kann", hatte er gesagt: "Aber es war schon geil, im Trainingslager dabei zu sein, und ich werde das Fazit dieser Super-Saison nicht von einer Entscheidung abhängig machen."

Die drei Gestrichenen seien "nun sehr enttäuscht", berichtete Löw. Alle Spieler hätten ihm die Entscheidung "wahnsinnig schwer" gemacht, doch von den endgültig nominierten Profis sei er "zu 100 Prozent überzeugt". Es sei ein "ausgewogener Kader".

Aufatmen konnten am Montag neben Durm und dem im heimischen Stadion in Mönchengladbach erst zum zweiten Mal eingesetzten Christoph Kramer auch Benedikt Höwedes, Julian Draxler und Kevin Großkreutz, die als prominenteste Wackelkandidaten galten. Der Schalker Höwedes kommt ebenfalls aus einer Verletzung und hatte im SID-Gespräch seine Sorge geäußert: "Sicher kann man nie sein, Prognosen sind schwierig, aber die Flexibilität kann mein Trumpf sein." Klubkollege Draxler, schon vor der EM 2012 im letzten Moment gestrichen, hatte in Marco Reus, André Schürrle und Lukas Podolski links offensiv hochkarätige Konkurrenz. Allrounder Großkreutz (Borussia Dortmund) wackelte wegen seiner "Pinkel-Affäre".

Für Kramer, der ursprünglich nicht einmal zum vorläufigen 30er-Kader zählte, ist die endgültige Nominierung die Krönung einer unerwartet starken Saison. "Es gibt nichts Besseres, als bei der WM dabei zu sein. Das ist alles filmreif, ich bin unfassbar glücklich", sagte der 23-Jährige. Schon gegen Kamerun 72 Minuten auf der Bank zu sitzen, habe ihm "riesigen Spaß gemacht. Normalerweise hätte ich schließlich noch ein paar Reihen dahinter gesessen".

Die 41.250 Zuschauer auf diesen "normalen Rängen" sahen am Sonntag außer den Toren von Müller (63.) und Schürrle (71.) für Deutschland sowie Samuel Eto'o (62.) und Eric-Maxim Choupo-Moting (78.) einen Weltranglistenzweiten, dem die WM-Reife und augenscheinlich auch die Fitness noch fehlten. Khedira, sonst ein echter Anführer, wirkte ein halbes Jahr nach seinem Kreuzbandriss sichtlich gehemmt. "Es ist völlig normal, dass er noch nicht im Vollbesitz aller Kräfte sein kann", beschwichtigte Löw: "Er wird die letzten zwei Wochen intensiv nutzen, dann wird er um einiges besser sein." Dies prophezeite der Bundestrainer auch beim abermals enttäuschenden Özil, dem er allerdings auch "nicht den besten Tag" und "Fehler, die er normalerweise nicht macht" attestierte.

Da mittlerweile über nahezu jede Position diskutiert werden kann, monieren auch immer mehr Experten öffentlich Löws Nominierung. Nach Ex-Bayern-Trainer Jupp Heynckes ("Ich hätte auf Mario Gomez gewartet") und dem 1990er-Weltmeister Lothar Matthäus ("Ich kann Jupp Heynckes nur recht geben") übten im Mercedes-Benz Sportpresse Club am Sonntag zwei weitere Weltmeister Kritik. "Er wird sich schon was dabei gedacht haben. Das deckt sich aber nicht mit dem, was ich denke", erklärte Olaf Thon (1990), der zudem seine Überzeugung äußerte, die WM in Brasilien sei "auf jeden Fall" Löws letzte. Rainer Bonhof, Mitglied der 1974er-Mannschaft, ergänzte leicht spöttisch: "Er hat gesagt, er nimmt nur fitte Spieler mit. Schauen wir mal, wer am Ende fit ist."

Das wird am Ende in der Tat der wichtigste Fakt sein. Entsprechend lautete das Fazit von Per Mertesacker, gegen Kamerun Ersatzkapitän: "Ich hoffe nur, dass alle gesund werden und bleiben."

 

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