Dauerregen auf Oktoberfest Wiesn-Liveticker zum Nachlesen: Halb soviele Besucher

, aktualisiert am 18.09.2016 - 12:18 Uhr
Auch wenn's nass ist: die prunkvollen Umzugswägen und Trachten sind beeindruckend. Foto: Daniel von Loeper

Das Oktoberfest 2016 in München musste einen Regenstart hinlegen - und verzeichnet wohl auch deshalb ein so ruhiges erstes Wochenende wie selten. Zahlen und Fakten, Bilder und Eindrücke in unserem Wiesn-Liveticker zum Nachlesen.

 

München - Greislig war's und trotzdem schee: Ein ausgeprägtes Sauwetter schikanierte am Wochenende den Auftakt zum Oktoberfest 2016. Vielen Besuchern dürfte es schlichtweg zu nass gewesen sein. Oberbürgermeister Dieter Reiter öffnete das erste Fassl Bier trotzdem souverän mit nur zwei Schlägen – ozapft war! 

Zunächst blieb der Riesenandrang auf die Theresienwiese aus. Doch spätestens am Samstagnachmittag, als auch das letzte Bierzelt aus allen Nähten zu platzen drohte und seine Türen wegen Überfüllung schließen musste, war er wieder da, der ganz besondere Wiesn-Flair: Auf den Bierbänken wurde geschunkelt, getrunken und gesungen was das Zeug hielt – die erste Bierleiche registrierte das Rote Kreuz am Nachmittag. Grias di, Wiesn!  

"Stimmungshoch trotz Wettertief", resümierte die Festleitung am Sonntag. In den Zelten herrsche beste Stimmung, allerdings litten die Schausteller. Hüte, Schirme und Ponchos waren die Renner bei den Souvenirverkäufern. Manche Besucherinnen trugen zum Dirndl unkonventionell Gummistiefel. Am Sonntag trotzten Tausende Trachtler beim traditionellen Trachten- und Schützenumzug zur Wiesn dem Regen. Das neue Sicherheitskonzept mit dem Verbot von Rucksäcken und großen Taschen sei gut angenommen worden, hieß es weiter. Bei den neu engagierten Ordnern an den Eingängen habe es am ersten Tag Anlaufschwierigkeiten gegeben. Die Polizei unterstütze deshalb die Kontrollen an den Eingängen, bis sich das System eingespielt habe.

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Oktoberfest 2016 in München - Der Wiesn-Ticker vom Sonntag zum Nachlesen

+++ Zum Schluss: Wiesn-Stadtrat winkt Twitter-Affäre weg +++

Verabschieden wollen wir uns mit einem Blick auf Wiesn-Stadtrat Otto Seidl. Schon beeindruckend war das, wie er nach der Affäre um ein Nacktbild auf seinem Twitter-Account lächelnd, winkend und den Hut zückend durch München kutschierte. Chapeau!

++++ Weniger Patienten auf Sanitätsstation +++

Weniger Gäste, das bedeutet auch weniger Patienten: Die Helfer in der Wiesn-Sanitätsstation des Bayerischen Roten Kreuzes mussten bis zum Sonntagmittag rund 350 Patienten versorgen. Das seien etwa 45 Prozent weniger als im Vorjahr, teilte der ärztliche Leiter der BRK-Sanitätsstation, Frithjof Wagner, mit. Die häufigsten Probleme: Kreislaufkollapse, Schnittverletzungen und - ja da schau her! - zu viel Alkohol.

+++ Die erste Bilanz des Start-Wochenendes +++

Rund eine halbe Million Menschen haben bei Regen und kühlen Temperaturen am ersten Wochenende das Münchner Oktoberfest besucht. Das waren halb so viele wie im Vorjahr. "Die Stimmung in den Festhallen war ausgesprochen gut", hieß es am Sonntag von der Festleitung. Offenbar schmeckte bei den Temperaturen deftige Kost besonders: Die Besucher verspeisten neun Ochsen, nur einen weniger als am ersten Wiesn-Wochenende 2015.

+++ Auweh! Seehofer lässt Reiter sitzen +++

Nach dem Anzapfen gibt der Ministerpräsident der Stadt einen Korb und verschwindet einfach – was für Ärger sorgt. Die ganze Geschichte lesen Sie hier.

+++ So schee war er, der Trachtenumzug +++

Angeführt wurde der sieben Kilometer lange Festzug von der Innenstadt zur Wiesn vom Münchner Kindl. Ein paar Zuschauer haben sich trotz Regen an den Straßenrand verirrt. Die Bilder vom Trachtenumzug.

+++ Das Wiesn-Blaulicht vom Anstich +++

Ein Mann will sich Mitten auf der Schaustellerstraße an einer betrunkenen Koreanerin vergehen, ein Amerikaner zahlt mit einem falschen Fuchzger und drei Bayern schreien "Heil Hitler" durchs Zelt – Das Wiesn-Blaulicht vom 18.09.2016.

+++ Verletzte nach Unfällen mit Bus und Taxi +++

Wiesnzeit ist Unfallzeit: Schon am ersten Tag des Oktoberfests 2016 sind zwei Touristen bei Unfällen im Straßenverkehr schwer verletzt worden. Mehr dazu lesen Sie hier.

+++ Polizei als Einheizer? +++

Koid is und nass is! Dass die Zuschauer am Wegesrand beim Trachtenumzug keine Purzelbäume vor lauter Freude schlagen, liegt auf der Hand. Wie ein AZ-Reporter vor Ort beobachtet, will die Polizei etwas nachhelfen und animiert die Zuschauer zum Mitmachen. "Guten Morgen, München. Bissl mehr Begeisterung. Bitte jubeln", rufen die Polizisten.

+++ Trachtenumzug läuft bei nur leichtem Niesel +++

Seit 10 Uhr marschieren die Trachtler – bei glücklicherweise nur leichtem Nieselregen – einer festen Route nach. Am Maximilianeum geht's los, führt über die Maximilian-und die Residenzstraße an der Oper vorbei, bis zum Odeonsplatz. Dann über die Briennerstraße zum Maximiliansplatz, Lenbachplatz, Stachus und über die Sonnenstraße hinunter bis zur Schwanthalerstraße. Über die Paul-Heyse-Straße und den Kaiser-Ludwig-Platz erreicht der Zug schließlich sein Ziel: die Theresienwiese.

+++ AZ-Wiesnreporterin von Brauereikutsche erwischt +++

Unsere über-die-Theresienwiese-rasende Reporterin Jasmin Menrad legte gestern einen Arbeitstag mit vollem Körpereinsatz hin. Dabei ist sie offenbar unter die Räder eines fiktiven Brauereigespanns gekommen  – oder war's doch das Festbier...? Gute Besserung, Jasmin. Des werd scho wieder.

+++ Der Bieber macht's – ohne Tracht +++

Der Kreischalarm dürfte nicht ganz so groß gewesen sein wie bei seinem Konzert in der Olympiahalle, aber dennoch sorgte Popstar Justin Bieber am Samstagabend mit seinem Auftritt im Käferzelt für offene Münder. Ja, er war's wirklich. Leider ohne Tracht, dafür mit schwarzem Kapuzenpullover.

+++ Wiesn-Accessoir 2016: Der Regenschirm +++

Auch wenn es regnet: g'schmust wird immer. Man hat ja schließlich einen Schirm.

+++ Petrus meint's nicht gut mit München +++

Nicht nur, dass es beim Anstich aus Kübeln geschüttet hat – nein, auch den kompletten Sonntag wird es nass vom Himmel fallen. Der Deutsche Wetterdienst meldet: Ein sich kaum verlagerndes, jedoch allmählich schwächer werdendes Tief mit Zentrum über der Tschechischen Republik lenkt weiterhin sehr feuchte Luft nach Bayern. Die Unwetterwarnung für München bleibt weiter bestehen.

Petrus, hab doch ein Herz für die Wiesn und lass es wenigsten ein bissl aufreißen!

Muss man das Oktoberfest fürchten? Christian Ude in der AZ über sein Wiesn-Gefühl 2016

+++ Münchner Kindl führt die Trachtler an +++

Beim Trachten- und Schützenzug ziehen am Sonntag um 10 Uhr rund 9000 Trachtler, Schützen, Musikkapellen und Spielmannszügen durch die Innenstadt zur Theresienwiese. Gruppen aus ganz Deutschland, Österreich, Südtirol, Italien, Ungarn und der Ukraine sind dabei. Die Trachtler dürfen bei dem Umzug trotz der strengen Sicherheitsvorkehrungen auf der Wiesn ihre historischen Waffen tragen - sofern sie nicht geladen sind. Angeführt wird der sieben Kilometer lange Festzug vom Münchner Kindl, Viktoria Ostler. Es ist einer der größten Trachtenumzüge der Welt. In festlich geschmückten Ehrenkutschen fahren Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) mit ihren Ehefrauen mit. Zudem ist Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) heuer beim Trachtenverein Mangfalltaler dabei.

+++ Trachten- und Schützenzug zum Oktoberfest +++

Der traditionelle Trachten- und Schützenzug zur Wiesn geht bis auf das Jahr 1835 zurück. Schon damals zogen Trachtler und Schützen zur Silberhochzeit von König Ludwig I. und Therese von Bayern durch die Stadt. Die Hochzeit des Paares hatte 25 Jahre zuvor 1810 das Oktoberfest in München begründet.

Seit 1950 ist der Trachtenumzug fester Bestandteil des Festes. Jeweils am ersten Wiesn-Sonntag ziehen die Trachten- und Schützenvereine durch München zur Theresienwiese. Mit bis zu 9000 Teilnehmern und sieben Kilometern Länge ist der Trachtenumzug einer der größten der Welt. Alljährlich reisen auch viele Trachtler aus dem Ausland an.

Manche Teilnehmer tragen historische Gewänder, die dem Mittelalter, der Rokokozeit oder dem Biedermeier nachempfunden sind. Fahnenschwinger, Spielmannszüge und Schützen sind traditionell dabei.

Schon zur Königshochzeit 1810 huldigten Vertreter aller bayerischen Volksgruppen der königlichen Familie. Eine Gruppe von 16 Kinderpaaren in den verschiedenen Landestrachten zog mit Blumen und Früchten zum Königspavillon. Nicht ohne Hintersinn, sollten sich doch vier Jahre nach der Proklamation des Königreichs alle Volksstämme im neuen, größeren Bayern - dem nun auch große Teile Frankens und Schwabens angehörten - einbezogen fühlen. Ein Versuch der Integration, bei der Eigenarten geachtet werden sollten, ja sogar erwünscht waren.

Bodenmarkierungen führne vom Hauptbahnhof bis zur Theresienwiese
 


Terrorangst und Sicherheit - Die Wiesn 2016 unter besonderen Vorzeichen

Nach dem Attentat am Olympia-Einkaufszentrum im Juli und den Anschlägen von Würzburg und Ansbach steht die diesjährige Wiesn ganz besonders im Zeichen der Sicherheit.

Ob aus Angst vor einem Terroranschlag heuer weniger Besucher auf die Wiesn gehen? Viele glauben, ja.

Wie werden die erstmals stattfindenden Taschenkontrollen am Eingang ablaufen? Viele glauben, dass sich dort ein gewaltiges Chaos-Potential verbirgt.

Dass die Münchner Hotels bereits im Vorfeld über weniger Buchungen als bei vergangenen Wiesn klagen, ist Fakt. Ein weiteres Novum: ein mobiler Rollzaun umzingelt erstmals das komplette Festgelände, um die Besucherströme besser kanalisieren zu können.

Zusammengefasst lässt sich heuer von einer Wiesn unter besonderen Vorzeichen sprechen.

Das Oktoberfest in München - ein Fest der Superlative

Millionen Besucher, Millionen Maß Bier, Millionen Kilowattstunden und Millionen-Umsätze: Das größte Volksfest der Welt ist ein einziger Superlativ.

Einige Zahlen im Überblick

- Besucher: Rund 6 Millionen kommen alljährlich auf die Wiesn in München, der Rekord von 1985 lag bei 7,1 Millionen. Die Stadt als Veranstalter möchte gar nicht mehr Gäste anlocken - sonst wird es zu eng.

- Festgelände: Das Wiesn-Gelände hat 34,5 Hektar - wenig für die riesige Besucherzahl. An die 400 000 Menschen drängen an einem starken Tag auf das Areal.

- Wirtschaftsfaktor: Gut eine Milliarde Euro bringen die Besucher ein. Rund 435 Millionen Euro gaben sie etwa 2013 Umfragen und Berechnungen zufolge für Fahrgeschäfte, Bier, Hendl und Co. auf dem Fest aus. Der größere Anteil kam aber Einzelhandel, Hotellerie und Gastronomie sowie Bahn, Taxi und anderen Beförderungsmitteln zugute.

- Beschäftigte: Rund 8000 fest angestellte und 5000 wechselnde Arbeitskräfte sind an den 16 Festtagen im Einsatz.

- Bierzelte: Gigantisch. Das größte ist das Hofbräuzelt mit 10 000 Sitzplätzen inklusive Biergarten. Alle Zelte zusammen: rund 119 000 Plätze.

- Essen & Trinken: 2014 tranken die Gäste 7,7 Millionen Maß Bier. Dazu verzehrten sie rund 500 000 Brathähnchen, 112 Ochsen und 48 Kälber.

- Klos: Rund 1500 Sitzplätze, ein Kilometer Stehplätze und 32 behindertengerechte Toiletten. Die Benutzung kostet nichts.

- Trachten- und Schützenzug am ersten Sonntag: Mit bis zu 9000 Teilnehmern und sieben Kilometern Länge einer der größten der Welt.

- Umwelt: Die Festleitung ist stolz auf die Fortschritte. Restmüll und Wasserverbrauch sanken um ein Vielfaches. Die Zahlen bleiben trotzdem enorm. Der Stromverbrauch liegt bei rund drei Millionen Kilowattstunden, etwa der Jahresverbrauch von 1200 Haushalten. Restmüll: Mehr als 900 Tonnen. Speisereste und Knochen: fast 400 Tonnen.

- Fundsachen: Gut 3500 im vergangenen Jahr, darunter 900 Ausweise, 770 Kleidungsstücke, 530 Geldbörsen, 400 Schlüssel, 330 Smartphones und Handys, 305 Taschen, Rucksäcke und Beutel, 230 Brillen, 95 Regenschirme und Stöcke. Als Kuriosa wurden abgegeben: 2 Eheringe, 1 Katzentransportbox, 1 Schlagzeug-Beckenset. Gesucht wurde ein Bundesverdienstkreuz 2. Klasse.

- Anstich: Zwei Schläge sind Bestmarke. Rekordhalter Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) schaffte das 2005 erstmals. Sein Nachfolger Dieter Reiter brauchte bei seiner Premiere im vergangenen Jahr knapp vier. Als 1950 der damalige Oberbürgermeister Thomas Wimmer erstmals zum Schlegel griff, brauchte er 19 Schläge.

Informationen, Service und Lageplan zum Oktoberfest

Mit praktischer Orientierungshilfe und ein wenig Unterhaltung hoffen wir, Ihnen hiermit einen hilfreichen Begleiter durch die schönste Zeit des Jahres zu geben:

Oktoberfest Lageplan

Auf dem großen Übersichtsplan erhalten Sie einen groben Überblick der Theresienwiese und finden zum Beispiel alle Festzelte, Fußwege und Anbindungen zu den öffentlichen Verkehrsmitteln.

Detaillierter Wiesnplan

Wenn Sie beispielsweise genau wissen wollen, wo welches Fahrgeschäft auf der Wiesn steht, hilft die detaillierte Karte von der Theresienwiese weiter. Hier finden Sie außerdem alle Essenstände sowie Toiletten, Geldautomaten, Notrufsäulen und weitere Details.

Alle Wege führen nach München: Deutsche Bahn setzt 500 zusätzliche Züge zur Wiesn ein

 

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