Dauerbrenner und Lautsprecher Joshua Kimmich: Vier Gründe, warum er der neue Leader des FC Bayern wird

Will Titel: Joshua Kimmich mit dem FC Bayern. Foto: imago/Jan Huebner

Der FC Bayern braucht für die Zukunft in Bundesliga und Champions League eine neue Hierarchie. Warum kein Weg an Anführer Joshua Kimmich vorbeiführt.

 

München - "Für mich ist Joshua Kimmich eine Riesennummer und praktisch unverzichtbar." Marcel Reif wird ein feines Gespür für Themen rund um den FC Bayern nachgesagt. So schwärmte der Kult-Fußball-Kommentator schon vergangenen Herbst im Interview mit der AZ von Kimmich. Und da stand der Rechtsverteidiger erst noch vor einer überragenden Saison.

Viele Beobachter rund um den deutschen Rekordmeister sehen im 24-Jährigen schon den künftigen Kapitän. Die AZ erklärt, warum Kimmich bei Bayern der Anführer der Zukunft ist.

Dauerbrenner: Kimmich spielt immer

Der SV Rödinghausen und der FC Liverpool haben eigentlich nichts gemein. Bis auf das, dass es die einzigen beiden Gegner des FC Bayern in der vergangenen Saison waren, gegen die Kimmich nicht über die volle Distanz spielte. Beim 2:1-Zittersieg gegen das unterklassige Rödinghausen kam der Leistungsträger in der hektischen Schlussphase zum Einsatz. Bitter: Im Rückspiel des Champions-League-Achtelfinals fehlte der Schwabe – und Bayern schied nach einem 1:3 aus.

Ansonsten machte der deutsche Nationalspieler für den Rekordmeister und das DFB-Team 58 Pflichtspiele, in der Bundesliga fehlte er nicht eine Minute. In 48 Pflichtspielen der Bayern bereitete er 19 Treffer vor – ein Topwert!

Antreiber: Kimmich gibt immer Gas

Kimmich steht unter Strom, gefühlt zu jeder Minute! Das zeigt er mit seiner aggressiv körperbetonten Spielweise auf dem Platz, seinen dynamischen Sprints und der Zielstrebigkeit bei seinen Flanken. Und auch mit seiner Ansprache. Denn: Kimmich ist der Mann für die klaren Ansagen. Immer.

"Bei Bayern war es eine Auf-und-ab-Saison, die wir durch zwei Titel noch positiv beenden konnten. Wir wissen, dass es nicht nur Können war: Dortmund hat uns geholfen, auch im Pokal sind wir nicht marschiert", erklärte er zuletzt der "Sport Bild": "Ich denke, dass kein Spieler von uns mit der Saison 100 Prozent zufrieden sein kann." Klarer Fingerzeig in Richtung der Kollegen!

Markant: Nach gewonnenen Zweikämpfen, bei besonderen Paraden von Manuel Neuer oder bei wichtigen Toren – Kimmich bejubelt im Stile eines Handballers einzelne Szenen, indem er mit geballten Fäusten in die Hocke geht und laut schreit. Als ob das spurlos am Gegner vorbeiginge...

Vermittler: Kimmich wirbt für FC Bayern

Kaum ein Spieler aus der verbliebenen Mannschaft mit derzeit nur 17 Profis vertritt das "Mia san mia" derart wie Kimmich. Er verkörpert den FC Bayern – und wirbt auch für diesen, zum Beispiel bei Wunschspieler und Nationalmannschaftskollege Leroy Sané.

"Vielleicht ist am Ende für Leroy entscheidend, wo er eher die Champions League gewinnen kann. Wenn der FC Bayern Leroy da gute Aussichten vermittelt, haben wir vielleicht eine Chance", meinte er mit Blick auf den Tempodribbler von Manchester City, der verschiedenen Berichten zufolge wohl aber nicht nach München kommen wird.

Spieler, die sich derart mit einem Klub identifizieren, sind im Fußball oft Gold wert.

Lautsprecher: Kimmich als Sprecher seiner Generation

Arjen Robben und Mats Hummels sind weg, und damit meinungsfreudige Spieler. Kimmich lässt keinen Zweifel daran, dass er mit gerade einmal 24 (!) Jahren der Sprecher der neuen Bayern-Generation um Niklas Süle, Serge Gnabry, Kingsley Coman und Leon Goretzka ist.

Jungstars wie er hätten sich bei Bayern auch dank Robben "ins gemachte Bett gelegt. Wir müssen jetzt unseren eigenen Weg gehen", meinte der Außenverteidiger und huldigte Altstar Robben, der am Donnerstag seine Karriere beendet hat. Sogleich nahm er sich und seine jungen Kollegen, ganz der Anführer, in die Pflicht.

"Für mich ist es von großer Bedeutung, jedes Jahr die Chance zu haben, die Champions League zu gewinnen. Mein Ziel ist es sicher nicht, zittern zu müssen, ob wir die Gruppe oder das Achtelfinale schaffen", sagte er der "Sport Bild" und forderte nichts weniger als den Champions-League-Sieg: "Wir alle haben das Ziel, dieses Ding zu holen, und gerade wir Jungs wie Kingsley, Serge, Niklas, Leon oder ich wollen wie die Generation vor uns jedes Jahr ins Halbfinale oder Finale einziehen."

Der Leader hat gesprochen.

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