Champions-League-Finale Finale im Wembley: „Wir sind alle froh, dass es endlich losgeht“

Die Spannung steigt. Bei Bayern und Dortmund laufen die letzten Vorbereitungen auf das erste "German Endspiel" der Champions-League. Foto: dpa

Noch eine Pressekonferenz, noch ein Training und noch einmal schlafen – und dann geht es endlich los: Bei Borussia Dortmund und Bayern München laufen die letzten Vorbereitungen auf das erste „German Endspiel“ der Champions League am Samstag (20.45 Uhr MESZ/Sky und ZDF) in London.

 

London – Bei der Anreise am Freitag hatten die Münchner die Nase knapp vorne. Sie landeten bereits um 11.30 Uhr Ortszeit, der BVB erreichte den Flughafen in Stanstead um 13.53 Uhr Ortszeit. Zwei deutsche Mannschaften im Endspiel der Champions League – für Prinz William, Thronfolger und zudem auch Präsident des englischen Fußball-Verbandes, ist die Sache sehr klar.

Er setzt auf ein 2:0 des FC Bayern. „My money is on Bayern Munich, two-nill“, sagte er bei einer Rede auf dem UEFA-Kongress. Für Hans-Peter Friedrich, als Bundesinnenminister auch Minister für den Sport, ist das deutsche Endspiel „ein Gütesiegel für die Bundesliga“. Auch seine Sympathien sind klar verteilt: „3:1 für den FC Bayern. Sorry, BVB“, sagte Friedrich dem SID auf die Frage nach seinem Tipp. Der kommt für einen CSU-Politiker freilich auch wenig überraschend.

Dafür ist SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück für Schwarz-Gelb. Auch das kein Wunder: Steinbrück ist Mitglied im Aufsichtsrat des BVB. „Wir sind alle froh, dass es endlich losgeht. Wir wollen jetzt endlich Fußball spielen nach dem ganzen Gerede. Wir sind bereit und sehr heiß“, sagte Arjen Robben, ehe er den Lufthansa-Sonderflug von München zum City-Airport nach London bestieg.

Den Gedanken an eine dritte Finalniederlage des FC Bayern nach 2010 und 2012 wollte der Niederländer, der im „Finale dahoam“ gegen den FC Chelsea beim Stand von 1:1 in der Verlängerung einen Elfmeter verschossen hatte, erst gar nicht zulassen. „Wir gehen dahin, um zu gewinnen. Und Aus.“ Bei der Landung bei nasskaltem Schmuddelwetter wurde der Tross des FC Bayern ein wenig durchgeschüttelt, danach allerdings von etwa 300 Anhängern gebührend in Empfang genommen.

Klub-Chef Karl-Heinz Rummenigge sagte: „Ich finde, wir gehen nicht arrogant, hochmütig oder überheblich nach Wembley. Wir werden einen guten Tag brauchen und so spielen müssen, wie wir das die ganze Saison abgeliefert haben.“ Präsident Uli Hoeneß schrieb vor dem Abflug Autogramme für die zahlreichen Fans und sagte, seine Vorfreude sei „sehr groß“. Borussia Dortmund wurde von einigen Hundert Anhängern am Flughafen in Dortmund verabschiedet – dort checkte die Mannschaft stilgerecht am Gate „09“ ein.

Anschließend bestiegen die Dortmunder erstmals eine eigens für sie in Weiß und Gelb umlackierte Maschine ihres Sponsors Turkish Airlines – auf dem Heckleitwerk prangte ein riesiges BVB-Emblem. Nicht mit an Bord war am Freitag der verletzte Mario Götze – er musste sich noch einer Weisheitszahn-Behandlung unterziehen. Götz will am Samstag nachfliegen. „Wir sind voller Zuversicht“, versicherte Mannschaftskapitän Sebastian Kehl.

Dass der BVB am Samstag in Wembley ohne den zum FC Bayern wechselnden Götze antreten muss, bereitet ihm angeblich keine Sorgen. „Das ist kein Problem“, betonte Sportdirektor Michael Zorc, „wir konnten uns ja darauf vorbereiten. Es wäre ohnehin ein Wunder gewesen, wenn er wieder hundertprozentig fit gewesen wäre, aber es bestand immer Hoffnung.“ Jürgen Klopp bekräftigte, er habe seine Endspielmannschaft „schon im Kopf“.

Der FC Bayern wird in Bestbesetzung antreten können. Während Franck Ribery forderte: „Wir müssen so spielen wie zuletzt gegen den FC Barcelona“, sagte Thomas Müller, im Vorjahr im verlorenen „Finale dahoam“ Torschütze zum zwischenzeitlichen 1:0: „Wir haben sehr viel Selbstvertrauen, aber wir wissen auch, dass alles passieren kann.“

Müller hatte auch schon beim 2010 in Madrid gegen Inter Mailand verlorenen Endspiel (0:2) zur Münchner Mannschaft gehört. Die Reiseplanung des FC Bayern für die Mannschaft war diesmal besonders clever: Spieler, Trainer und Verantwortliche, insgesamt rund 60 Personen, stiegen in eine Maschine vom Typ Embraer 190. Dieser zweistrahlige Jet hat eine Sonderzulassung für Steilanflüge, die Münchner konnten damit auf dem London City Airport am Ostrand der Innenstadt landen.

Von dort dauert es normalerweise eine halbe Stunde bis zum Mannschaftshotel am Regent's Park, wegen des dichten Verkehrs trafen die Münchner dort aber erst eineinhalb Stunden nach der Landung ein.

Die Borussia reiste über den Flughafen Stansted an, der 55 Kilometer nördlich von London in der Grafschaft Essex liegt. Dort wurde sie bei Regen und sieben Grad Celsius von Hunderten Anhängern und einem Blitzlichtgewitter begeistert empfangen. Von dort ging es zunächst in ein ländlich gelegenes idyllisches Hotel, wo der BVB die Nacht vor dem Finale verbringt.

 

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