Champions-League-Finale Bayern und Dortmund: Unter Final-Strom

Franck Ribéry: 100 Prozent. Ja, ist denn schon Finale? Der Franzose als Antreiber gegen Gladbach. Er rannte, kämpfte und traf (zwei Tore, zwei Vorlagen), als wäre es die Dortmunder Borussia. Der beste Spieler der Bundesliga-Saison hat zum genau richtigen Zeitpunkt seine Bestform. Status: Kann es kaum erwarten – Vollstrom. Foto: AP

Die Bundesliga ist abgehakt, der Countdown für den Showdown in Wembley läuft. Bei Bayern dreht Ribéry richtig auf, beim BVB dreht Klopp durch. Wen das Fieber ebenfalls schon gepackt hat

 

Die Bayern haben ein Spiel gedreht, die Dortmunder haben sich übertölpeln lassen von Hoffenheim. Bayern machte in Gladbach aus einem 1:3 ein 4:3, der BVB verlor gegen Dortmund nach 1:0 noch 1:2. Eine gute, eine verpatzte Generalprobe für das Finale in Wembley samt ungeplanter Extra-Adrenalinausschüttung. Thomas Müller meint: „Ich hätte das Adrenalin nicht gebraucht, aber es tut gut, zu wissen, dass wir auch nach einem Rückstand gut reagieren können.“ Könnte das auch gegen den BVB gelingen? Müller lässig: „Ein 4:3 im Finale würde ich annehmen.“ Für Bayerns Sportvorstand sind die Bayern im Finale am Samstag „vielleicht ein bisschen Favorit“. Doch wer ist schon im Final-Fieber? Wer ist aktuell schon auf Touren und wer steht noch nicht so recht unter Strom? Die AZ checkt beide Teams.

Müller und Martinez auf Stand-by-Modus

Franck Ribéry: Ja, ist denn schon Finale? Der Franzose als Antreiber gegen Gladbach. Er rannte, kämpfte und traf (zwei Tore, zwei Vorlagen), als wäre es die Dortmunder Borussia. Der beste Spieler der Bundesliga-Saison hat zum genau richtigen Zeitpunkt seine Bestform. Status: Kann es kaum erwarten – Vollstrom.

Philipp Lahm: Es ist sein drittes Finale, sein zweites als Kapitän. Will den Pott unbedingt, zeigte in Gladbach Kampfeswille und Zielstrebigkeit.

Jupp Heynckes, Arjen Robben: Des Trainers Wochenende stand ganz im Zeichen seines Heimatbesuchs. Am für die Mannschaft freien Montag begann er mit der konkreten Final-Vorbereitung, schaute DVDs mit BVB-Szenen, will jedes Detail begutachten. Und Robben? Versemmelte letztes Jahr im Finale gegen Chelsea einen Elfer – schon gut im Adrenalin.

Manuel Neuer: Fing drei Gegentreffer in zehn Minuten (auch ein Rekord). Stauchte die Mitspieler zusammen, rüttelte sie wach. Da geht noch mehr!

Bastian Schweinsteiger, David Alaba: Noch leicht untertourig, eher souverän als aufgekratzt. Tendenz steigend. Für Alaba wird es nach seiner Sperre 2012 das erste Endspiel. Schweinsteiger fährt sich erst kurz vor der Partie richtig hoch. Gedanken an Chelsea braucht er dafür nicht.

Javi Martinez, Thomas Müller: Noch im Stand-by-Modus. In Gladbach sparten sie Kräfte und Emotionen. Doch gerade Müller geht mit Anpfiff stets von null auf hundert.

Jérome Boateng: Traditionell recht cool und relaxed im Spiel (in Gladbach zu lässig), außer es gibt Zoff – dann steigt das Rudel-Adrenalin.

Dante, Mario Mandzukic: Schläfrig, fahrig im Borussia-Park. Da muss mehr kommen, die beiden müssen sich noch den rechten Kick holen.

Kein Spieler brennt so wie Trainer Klopp

Jürgen Klopp: Dauer-Theater mit Schiedsrichtern und Gegnern (zuletzt Gisdol), wilde Fuchteleien an der Seitenlinie, Grimassen am Fließband. Es geht auf die Zielgerade, Klopp ist unter Vollstrom und bereits auf Final-Temperatur.

Kevin Großkreutz: Er brennt (wie immer), rannte sich gegen Hoffenheim Hacken wund, stellte sich sogar ins Tor („Ich dachte, ich halte den Elfmeter“). Gewinnt der BVB, zahlt er Freibier für die Fans.

Robert Lewandowski: Kein anderer Dortmunder lebt für solche großen Spiele wie er. Bayern bekam das mit seinem Dreierpack im Pokal-Finale vergangene Saison zu spüren. Wer den Polen kennt, weiß, dass er nur ein Ziel hat: Es der ganzen Welt wieder zeigen!

Marco Reus, Lukas Piszczek: Reus hat den Bayern immer noch nicht verziehen, dass sie 2012 schlecht über ihn redeten, nachdem er sich für den BVB entschieden hatte. Seine Leistungen zuletzt jedoch: mal top, mal flop. Genau wie bei Piszczek: Der quält sich mit Hüftproblemen nach London.

Marcel Schmelzer, Kuba: Schmelzer wird immer stärker. Gegen Hoffenheim machte er in der Nachspielzeit das Tor, das aberkannt wurde. Von Müdigkeit? Keine Spur. Genau wie bei Kuba. Doch: Explodiert ist er zuletzt nur selten.

Ilkay Gündogan, Neven Subotic: Gündogan wirkt unterkühlt, nicht emotional. Subotic hatte zuletzt nicht seine Schreihals-Maske aus 2011 auf, die Arjen Robben so gut kennt.

Bender, Weidenfeller: Der eine (Bender) ist die Ruhe in Person, die immer erst mit Anpfiff die richtige Drehzahl erreicht. Der andere (Weidenfeller) sah zuletzt nicht gut aus: Rot gegen Hoffenheim! Mats Hummels: Außenband-Dehnung. Unklar, ob es überhaupt reicht. Da ist es schwierig, sich in Stimmung zu bringen.

 

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