Bundestagswahl: Ergebnis Pechschwarz! - Die CSU siegt in ganz München

Holten ihre Stimmkreise in München (im Uhrzeigersinn von oben rechts): Wolfgang Stefinger, Peter Gauweiler, Hans-Peter Uhl und Johannes Singhammer. Foto: von Loeper/Sigi Müller/picture-alliance,dpa/ho

München ist pechschwarz. Die CSU erobert bei der Bundestagswahl alle Wahlkreise in der Stadt souverän. Die SPD verliert deutlich gegenüber der Landtagswahl.

 

München - Die Landeshauptstadt wählte – pechschwarz. Alle vier Wahlkreise gehen an die CSU. Die SPD verlor nicht nur ihre alte Hochburg München Nord – in der sich Johannes Singhammer (CSU) souverän gegen Florian Post (SPD) behauptete. Im Osten verlor die SPD-Stadträtin Claudia Tausend sogar gegen den vollkommen unbekannten und farblosen CSU-Neuling Wolfgang Stefinger. Im Osten kann die CSU anscheinend aufstellen, wen sie will.

„Das war bei der Landtagswahl genauso“, beklagt Münchens SPD-Chef Ulrich Pfaffmann: „Im Wahlkampf hat die SPD dort 10.000 Brezn verteilt und 20.000 Hausbesuche gemacht.“ Erfolglos. Von der SPD werden Claudia Tausend und Florian Post wohl über die Landesliste in den Bundestag einziehen. Damit hat die Münchner SPD nach vier Jahren wieder eigene Bundestagsabgeordnete. 2009 war Axel Berg als letzter roter Münchner in Berlin ausgeschieden.

Wer von den Grünen über die Landesliste einen Platz in Berlin bekommt, war am Sonntagabend noch offen. Chancen hat Doris Wagner. Dann hätte der Münchner Norden drei Bundestagabgeordnete!

Sowohl CSU (+5,7 %) wie SPD (+4,7 %) legten gegenüber der Bundestagswahl 2009 zu: Damals hatten beide massive Verluste eingefahren (CSU -17,5 Prozent, SPD - 9,7). Aber: Gegenüber der Landtagswahl vor einer Woche stagniert die CSU (37,8 %) und die SPD verliert sogar extrem: 8,1 Punkte auf 23,9 Prozent. Da sieht man, was der Ude-Effekt zur Landtagswahl ausgemacht hat. Viele Grüne wählten mit der Erststimme SPD. Aber das reichte nicht.

Die neue Partei AfD kam auch in München aus dem Stand auf 4,5 Prozent der Zweitstimmen. Eine erste Analyse zeigt: Viele AfD-Wähler gaben ihre Erststimme den Direktkandidaten der CSU. Die CSU profitierte auch von Wanderern aus dem FDP-Lager. Die SPD kam in einigen Stadtteilen nah an die CSU heran – war aber überall unterlegen. Die Grünen (14 Prozent, –3,5) behaupteten in einigen Vierteln ihre Stärke.

Der Unterschied in den Erststimmen der CSU-Direktkandidaten zur SPD-Konkurrenz ist teilweise gewaltig:

München Nord:
Johannes Singhammer (CSU, 43,2 %). Florian Post (SPD, 31,4 %)

München-Ost:
Wolfgang Stefinger (CSU, 44,8 %). Claudia Tausend (SPD 28,7 %).

München Süd:
Peter Gauweiler (CSU, 43,4 %). Christian Vorländer (SPD, 28,5 %).

München West/Mitte:
Hans-Peter Uhl (CSU 42,6 %). Roland Fischer (SPD, 28,6 %).

Münchens CSU-Chef Ludwig Spaenle lässt nach dem zweiten Erfolg die Muskeln spielen: „Beide Wahlsiege zeigen, dass die CSU in München eine strukturelle Mehrheit hat.“ Das stimmt ihn für die Stadtratswahl im März sehr optimistisch. „Das ist ein tolles Ergebnis. Wir müssen hart weiterarbeiten, aber das ist Rückenwind“, freut sich der OB-Kandidat Josef Schmid. Seine grüne Konkurrentin Sabine Nallinger meint selbstkritisch: „Das ist kein Triumph. Ich sehe die Wahlergebnisse als Zäsur. Wir waren erfolgsgewohnt. Jetzt müssen wir analysieren, warum unsere Them

 

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