Bayern-Trainer Jupp steht auf Überraschungen: Ottmar Heynckes

So jung kommen wir nicht mehr zusammen: Die Bayern-Stars feiern Schweinsteigers 1:0 gegen Valencia. Wer gegen Schalke dem Rotationsprinzip geopfert wird, weiß nur Jupp Heynckes. Foto: Tobias Hase, dpa

Der Bayern-Trainer lässt die Stars wieder rotieren. „Ist doch langweilig, wenn man nicht mal eine Überraschung einbaut“, sagt er. Die AZ erklärt, wer die besten Chancen auf Einsätze hat.

 

Die Besten? Raus mit ihnen! Das schwerste Spiel ist das übernächste. Wer diese Maxime zu seiner Denke und seinem Handeln machen kann, hat A) Mut, B) einen Luxuskader, ist C) zu seinem Vergnügen derzeit beim FC Bayern angestellt und führt D) in bewährter Manier das Patent von Ottmar Hitzfeld fort. Mit der Chili-Variante: Verschärfte Rotation à la Jupp Heynckes.

Das aktuelle Rezept: „Ich habe auf vier Positionen gewechselt und die vier, die draußen waren, haben alle am Samstag überragend gespielt“, meinte der Bayern-Trainer nach dem 2:1 zum Auftakt der Gruppenphase der Champions League gegen Valencia. Gustavo, Müller, Shaqiri, Mandzukic mussten nach dem 3:1 gegen Mainz raus. Wer stattdessen Martínez, Robben, Ribéry und Pizarro bringen kann, gehört zu den privilegiertesten Trainern der Zunft. „Das Leben ist doch langweilig, wenn man nicht mal eine Überraschung einbaut“, meinte Heynckes, der für die Auswärtspartie am Samstag beim FC Schalke (15.30 Uhr, Sky und Liga total! live) wohl schon wieder aberwitzige Rotationspläne ausheckt.

Niemand soll sich zu sicher fühlen. Jeder könnte zu Jupps Spielmasse werden. „Wir haben heuer einen qualitativ breiten, guten Kader“, sagte Bastian Schweinsteiger, „es ist kein Problem, wenn rotiert wird. Man möchte auf allen Hochzeiten Spiele gewinnen.“ 27 Profis stehen bei Bayern unter Vertrag, doch nicht alle erwischt die Maschinerie der Zwangsschonung. Die AZ listet auf, wer bei Ottmar Heynckes gefährdet ist:

DIE IMMERSPIELER: Torhüter Manuel Neuer hat sicher die absolute Monopolstellung. Philipp Lahm auf der rechten Seite ebenso, Holger Badstuber als Bestandteil der Abwehr – ob in der Mitte oder links. Kehrt Reha-Patient David Alaba zurück auf die linke Abwehrseite, dürfte er ein (Fast-)Immerspieler werden.

DIE KAUMROTIERER: Jérome Boateng und Dante, aktuell das Innenverteidiger-Duo, dazu Bastian Schweinsteiger, der Mittelfeld-Boss. Künftig wohl fast immer an seiner Seite, falls er körperlich keinen Rückschlag erleidet: Javi Martínez. Der Rest? Austauschbar. „Ich werde meinen Spielern nicht erklären, warum und weshalb ich wechsle. Das müssen sie akzeptieren“, sagte Heynckes.

DIE OFTROTIERER: In englischen Wochen stets auf der Rein-Raus-Liste: Toni Kroos, Thomas Müller, Arjen Robben, Franck Ribéry und Mario Mandzukic (vor allem, wenn Mario Gomez zurückkehrt). Robben ist nicht der größte Anhänger des Spiele-Sharings: „Ich mag es gerne, viele Spiele in Folge zu machen, bin kein großer Fan von Rotation. Natürlich ist ein Spiel auf der Bank okay, aber viele Spiele nicht. Für mich ist es wichtig, den Rhythmus zu behalten.“

DIE BANKDRÜCKER: Luiz Gustavo, Claudio Pizarro, Xherdan Shaqiri – mit der Chance auf gelegentliche Überraschungseinsätze.

DIE FAST-NIE-SPIELER: Für Rafinha, Can, Weiser, Contento, Tymoshchuk, van Buyten und Starke wird es schwer, auf Einsätze zu kommen – selbst als Joker. Für sie ist das Profi-wechsle-dich-Spielchen eher ein Teufelsrad.


 

 

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