Bayern sucht neuen Sportchef Sportdirektor-Suche: Wer will, wer mag?

Waren – beziehungsweise sind – Kandidaten für den Sportdirektor-Posten beim FC Bayern (v.l.): Mark van Bommel, Oliver Kahn, Thomas Linke und Philipp Lahm. Foto: sampics, firo, Rauchensteiner/Augenklick

„In den nächsten sechs Wochen werden wir einen Sportdirektor präsentieren“, verspricht Hoeneß. Nach Lahm und Eberl sagt auch Kahn ab. Die AZ erklärt, wer noch in Frage kommt – und wer nicht

 

München - Mittags saßen Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge bei Garnelen und Rinderfiletstreifen zusammen, Weine wurden serviert. Der deutsche Botschafter in Singapur hatte ins Nationalmuseum geladen und wollte den Gäste des FC Bayern etwas bieten. Nebenan, im Garten des Pracht-Gebäudes mit Steinskulpturen und Palmen vor dem Eingang, sah man ein junges Paar, das sich offenbar gerade die ewige Liebe geschworen hatte. Hochzeitsfotos wurden geschossen. Wie passend.

Denn auch beim FC Bayern kündigte sich in Singapur eine baldige Eheschließung an. Zwar kein Bund fürs Leben, aber immerhin eine wichtige Personalentscheidung. „Ich denke, dass wir in nächster Zeit einen neuen Sportdirektor präsentieren werden“, sagte Hoeneß. Um dann zu präzisieren: „In den nächsten sechs Wochen.“

Um welche(n) Kandidaten es sich genau handele, wollte Hoeneß nicht verraten. „Karl-Heinz Rummenigge und ich sind so viel durch die Gegend gefahren und haben Gespräche geführt“, sagte der Präsident nur. Philipp Lahm, den die Bayern nach dessen Karriereende gern für den Job gewonnen hätten, wird es jedenfalls nicht. „Nein“, sagte Hoeneß auf Nachfrage der AZ: „Das ist ja nicht unsere Entscheidung. Er hat gesagt, dass er das nicht machen will.“ Rummenigge wollte sich zu der ganzen Thematik nicht äußern.

Lahm sprach anlässlich seiner Auszeichnung als Fußballer des Jahres im „Kicker“ zurückhaltend über eine mögliche Rückkehr. Aktuell sei das kein Thema. „Was dann irgendwann passiert, werden wir sehen – aber gerade beschäftige ich mich beruflich nicht mit dem FC Bayern“, sagte Lahm.

Der Ex-Kapitän hätte Ja gesagt, wenn er direkt zum Sportvorstand ernannt worden wäre – die Bayern planen aber nur mit einem Sportdirektor. Das machte Hoeneß abermals deutlich. Matthias Sammer hatte diese Position zuletzt besetzt, allerdings durfte er eben auch einen Platz im Vorstand für sich beanspruchen. Im Sommer 2016 war Sammer aus gesundheitlichen Gründen und wegen seiner schrittweisen Entmachtung bei den Bayern ausgeschieden. Seitdem fehlt einer, der mahnt, öffentlich den Kopf hinhält und Druck von der Mannschaft nimmt. Einer, der auf einer Tour wie der jetzt in Asien auch mal sagt, wann es genug ist mit Terminen. Und wann man sich die Spieler ganz auf Fußball konzentrieren sollten.

Wer der neue Sammer wird? Unklar. Gladbach-Manager Max Eberl hat abgelehnt – und nun auch Oliver Kahn, der frühere Weltklassetorhüter. Kahn, TV-Experte und Geschäftsmann, erklärte gegenüber „Sport Bild“, nicht zur Verfügung zu stehen. Hoeneß meinte ebenfalls: „Kahn hat uns klar gesagt, dass er nicht Sportdirektor werden will. Darum ist er auch kein Thema.“

Es könnte also eine Nummer kleiner werden. Thomas Linke, zuletzt Sportdirektor des FC Ingolstadt, wird genannt, ebenso Stefan Reuter vom FC Augsburg. Beide mit Bayern-Vergangenheit, das ist der Vereinsspitze wohl wichtig. Auf Mark van Bommel würde dieses Kriterium ebenfalls zutreffen. Über den Niederländer sollen die Bayern bereits bei der Co-Trainer-Suche nachgedacht haben, angeblich lehnte Carlo Ancelotti den Ex-Kapitän aber ab.

Auch diesmal sieht es nicht nach einer Rückkehr aus. „Mark wird nicht Sportdirektor bei Bayern, er ist in Eindhoven Trainer bei der U19 und das macht ihm großen Spaß. Wenn er zu Bayern gehen würde oder mit denen verhandeln würde, dann hätte ich es gewusst“, sagte sein Schwiegervater Bert van Marwijk zu Sport1.

Ancelotti ist’s egal. „Ich bin nicht einbezogen in diese Entscheidung“, sagte der Trainer. „Es ist eine Entscheidung des Klubs.“ Er sei mit oder ohne Sportdirektor „glücklich“. Anfang September gibt’s Klarheit. Für alle.

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