Aus in der Champions League Wieder Bayern-Drama bei Real Madrid: 2:2 reicht nicht fürs Finale

, aktualisiert am 02.05.2018 - 00:09 Uhr
Die Bayern unter Schock: Karim Benzema jubelt über das geschenkte 2:1. Foto: firo/Augenklick

Die Bayern liefern sich im Halbfinal-Rückspiel mit Real Madrid einen großen Kampf – doch das 2:2 reicht nicht. "Wir müssen uns die Frage stellen, was wir in diesen Partien falsch machen", sagt Müller.

 

Madrid - Es hat wieder nicht sollen sein für die Bayern! Koa Kiew – das Finale erleben die Münchner nur am Fernseher. Durch das 2:2 gestern Abend im Champions-League-Halbfinale bei Real Madrid endet die diesjährige Europapokal-Reise, der Titelverteidiger reist zum Finale am 26. Mai nach Kiew, spielt dort gegen Jürgen Klopps FC Liverpool oder AS Rom (Hinspiel 5:2, Rückspiel am Mittwoch). "Schwer, direkt das zu fassen", sagte Mats Hummels nach dem Spiel im ZDF. "Wenn man es hochrechnet, haben wir zwei Tore hergeschenkt. Es tut weh." Thomas Müller: "Wir müssen uns die Frage stellen, was wir in diesen Partien falsch machen. Wir machen in diesen Spielen immer Fehler."

Für Jupp Heynckes war es an alter Wirkungsstätte endgültig das letzte Europapokalspiel seiner Karriere bevor er nach Saisonende in Rente geht. Erstmals gelang es dem 72-Jährigen nicht, ein Team in ein Champions-League-Endspiel zu führen. 1998 hatte Heynckes mit den Königlichen triumphiert, 2013 mit den Bayern. Im Jahr zuvor stand seine Mannschaft im "Finale dahoam", verlor im Elfmeterschießen gegen Chelsea. Meister sind die Bayern längst, als Trostpflaster für dieses Aus gegen Real können sich die Münchner am 19. Mai in Berlin gegen Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal holen.

Der Spanien-Fluch des FC Bayern hält an

Damit hält der verflixte Spanien-Fluch der Bayern an. In allen Knackpunkt-Spielen der K.o.-Runden der Champions League seit ihrem Triumph 2013 war ein Team aus der Primera División für Endstation: 2014 Real Madrid, 2015 FC Barcelona, 2016 Atlético Madrid – jeweils im Halbfinale – und vergangenen Saison wieder Real, bereits im Viertelfinale.

Die Bayern mussten kurz vor Anpfiff den nächsten Rückschlag verkraften. Neben Manuel Neuer, Jérôme Boateng, Arturo Vidal, Arjen Robben und Kingsley Coman saß auch noch Javi Martínez erst auf der Bank, nachdem er vor sechs Tagen eine Schädelprellung erlitten hatte. Corentin Tolisso rückte kurzfristig für den Mittelfeld-Anker ins Team, damit fehlten gegenüber dem Hinspiel drei weitere Stammspieler. Dennoch meinte Sportdirektor Hasan Salihamidzic vor Anpfiff: "Wir gehen Risiko, weil wir weiterkommen wollen. Wir attackieren." Was auch sonst?

Ein Spiel als emotionale Achterbahnfahrt

Zwei Tore mussten her. Das erste, das ersehnte frühe Tor gelang nach drei Minuten. Robert Lewandowski legte einen Ribéry-Pass auf Thomas Müller ab, dessen Schuss prallte ab, den Nachschuss verwandelte Joshua Kimmich. Schon im Hinspiel hatte der Rechtsverteidiger getroffen. Acht Minuten nur hielt die Führung, dann schlug Real zurück. Nach einer Marcelo-Hereingabe auf den zweiten Pfosten nickte Karim Benzema per Kopf ein – 1:1. Was an der Ausgangsposition wenig änderte: Bayern brauchte ein Tor, um eine Verlängerung zu erreichen – und stürmte weiter. Beide Defensiv-Reihen mit großen Problemen. Ein Spektakel für die Fans. "Wir müssen gierig sein, Tore zu erzielen und dahin gehen, wo es weh tut im Strafraum", hatte Müller als Marschrichtung ausgegeben. Weil die Bayern um die starke Real-Offensive wussten, suchten sie tatsächlich ihr Heil in der Flucht nach vorne. Diese personell geschwächten Bayern zeigten einen super-couragiertem Auftritt – und Pech. Es hätte Handelfmeter geben müssen, Marcelo blockte Kimmichs Flanke mit der Hand. 1:1 zur Pause. Alles noch drin.

Bis eine Minute nach dem Seitenwechsel. Tolissos Rückpass bekam Ulreich nicht unter Kontrolle, ein dicker Bock. Der Ball trudelte aufs Tor zu, Benzema schob ein – das 2:1. Das Ende? Cristiano Ronaldo, mit 120 Treffern erfolgreichster Champions-League-Torschütze, letztes Jahr mit fünf Toren in zwei Partien gegen die Bayern, hätte kurz darauf den Gästen den Todestoß versetzen können, ballerte den Ball jedoch völlig frei volley drüber. Doch die Bayern im Bernabéu wie Katzen: Mit sieben Leben. James Rodríguez traf im Nachschuss zum 2:2 (68.), in der Schlussphase drängten die Bayern, bekamen Chancen. Doch sie trafen nicht. Ein Spiel als emotionale Achterbahnfahrt. Nur ein Tor fehlte für die Reise nach Kiew. 

 

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