Abschied, Rückkehr und Wechsel Kimmich, Havertz und Co.: Die Mittelfeld-Zukunft des FC Bayern?

Die Mittelfeldspieler Kimmich, Müller, James und Thiago (v.l.) stehen in dieser Saison im Kader des FC Bayern - aber wie wird die Zentrale des Rekordmeisters in Zukunft aussehen? Foto: imago/Sven Simon

Beim FC Bayern tut sich was im Mittelfeld: James steht vor dem Abschied, Tolisso vor der Rückkehr – und Kimmich würde gern die Position wechseln. Wird Leverkusens Havertz der Königstransfer?

 

München - Wie stark Joshua Kimmich die Offensive des FC Bayern aus der Position des Rechtsverteidigers heraus prägt, zeigen allein schon die Zahlen: 15 Torvorlagen gelangen Kimmich bereits in dieser Bundesliga-Saison, seit der Datenerfassung kommt kein – auf dem Papier – defensiver Spieler auf eine solche Bilanz. Am Samstag etwa assistierte Kimmich glänzend per Flanke zu Robert Lewandowskis 1:0-Treffer gegen Hannover.

Insgesamt sind es für den 24-jährigen Nationalspieler sogar 19 direkte Torbeteiligungen in 45 Pflichtspielen. Da wäre so mancher Angreifer froh!

Joshua Kimmich: Bald im Mittelfeld?

Kimmichs Drang, das Spiel seiner Mannschaft zu diktieren, offensiv entscheidend zum Erfolg beizutragen, ist nicht zu übersehen. Und deshalb sieht sich der Youngster mittelfristig auch eher im Mittelfeld, als zentraler Gestalter vor der Abwehr. "Ich habe schon gesagt, dass ich mich im Zentrum eher zu Hause fühle, auch wenn ich die anderen Positionen genauso spielen kann", sagte Kimmich einst im AZ-Interview.

Bundestrainer Joachim Löw hat den Sechser Kimmich bereits für sich entdeckt, Bayern-Coach Niko Kovac zieht bislang meist andere Spieler vor – auch deshalb, weil Kimmich als Rechtsverteidiger gebraucht wird. Zur neuen Saison ist die Situation aber eine andere. Mit Frankreichs Weltmeister Benjamin Pavard (23, kommt aus Stuttgart) gibt es dann einen Spieler, der sowohl innen als auch rechts verteidigen kann.

Die Chance für Kimmich, ins Zentrum zu wechseln?

Kovac über Kanté: "Vielleicht fehlt uns so ein Spielertyp"

Nach AZ-Informationen wird sich genau dort, im Herzbereich des Bayern-Spiels, personell etwas tun im Sommer. Der Abschied von James Rodríguez (27) ist trotz des Einsatzes von Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge sehr wahrscheinlich, auch Renato Sanches (21) wird den Klub nach enttäuschenden Jahren wohl verlassen.

Bei den Spaniern Thiago (28) und Javi Martínez (30) sieht es aktuell nach einer weiteren Zusammenarbeit aus, beide besitzen einen Vertrag bis 2021. Kovac schätzt vor allem die Ballkunst Thiagos, auch Martínez genießt in diesen Wochen wieder regelmäßig das Vertrauen des Trainers. Allerdings schwärmte Kovac vor nicht allzu langer Zeit von Frankreichs Weltmeister N’Golo Kanté (28) vom FC Chelsea, sagte über ihn: "Vielleicht fehlt uns so ein Spielertyp. Wir werden danach suchen und einen finden." Das klang nach einer Neuverpflichtung. Oder wollte Kovac seine Stars nur kitzeln?

FC Bayern: Transfers und Wiederkehrer

Ein gefühlter Neuzugang, der ebenfalls über robuste Qualitäten im Zweikampf verfügt und auf der Sechserposition spielen kann, ist Corentin Tolisso (24). Der Franzose zog sich am dritten Spieltag gegen Bayer Leverkusen einen Kreuzband- und Außenmeniskusriss zu, seitdem hat er nicht mehr gespielt. Das Comeback steht kurz bevor. Er wolle "nicht so schnell wie möglich, sondern so fit wie möglich" wieder auf dem Platz stehen, sagte Tolisso kürzlich. Sein Ziel: In der neuen Saison wieder angreifen. Wie der Franzose verkörpert auch Leon Goretzka (24/neun Saisontore plus sieben Vorlagen) den dynamischen Mittelfeld-Typen, in seiner ersten Bayern-Saison fehlt es ihm manchmal noch an Konstanz.

Ob sich im Kreativbereich hinter Stürmer Robert Lewandowski (30) noch etwas tut?

Der wiedererstarkte Thomas Müller (29) kann als hängende Spitze agieren, ebenso Timo Werner (23), der aus Leipzig kommen soll. Als Königstransfer ginge aber vor allem ein anderer Nationalspieler durch: Kai Havertz (19) von Bayer Leverkusen. 25 Torbeteiligungen hat das Juwel in seiner Statistik stehen – sogar mehr als Kimmich. Doch für Havertz, den die Bayern intensiv beobachten, wäre wohl eine Ablöse in Höhe von 100 Millionen Euro fällig.

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