3:0 in Mainz FC Bayern: Schmankerl aus der Meisterküche

Mario Mandzukic köpft zum 3:0 für den FC Bayern gegen den FSV Mainz ein. Die "Delikatessen" des Fußballs als Menü-Abfolge in dieser Bilderstrecke. Foto: dpa/az

Karl-Heinz Rummenigge erhebt die Bayern-Tore in Mainz zu „Delikatessen des Fußballs“. Vorspeise, Hauptgang, Nachtisch – so lecker war das 3:0 des FC Bayern.

 

Mainz - Karl-Heinz Rummenigge sah wie jemand aus, der gerade zufrieden aus einem guten Restaurant kommt. „Ein Rückrundenstart nach Maß: Drei Spiele, neun Punkte, sieben Tore, keins zugelassen“, rechnete der Vorstandsboss des FC Bayern nach dem deliziösen 3:0-Sieg beim FSV Mainz 05 vor und ließ sich den achten Auswärtssieg der Saison nochmal auf der Zunge zergehen. „Viel besser als heute in der zweiten Halbzeit kann man nicht spielen“, lobte er und erhob die Tore der Bayern kurzerhand zu „Delikatessen des Fußballs“.

In der Tat: Die Art und Weise, wie Bayern seine drei Tore herausspielte, war super abgeschmeckt. Doppelte Doppelpässe, punktgenaue Vorlagen, – ein Fest für Feinschmecker. Thomas Müller eröffnete mit seinem elften Saisontor (41.) – der Nationalspieler ist damit nur noch zwei von seiner persönlichen Bestmarke entfernt. „Wir waren zur Stelle, als uns die Mainzer die Möglichkeit gegeben haben“, sagte er.

Zwölf Minuten nach Wiederanpfiff war Mainz mit zwei Toren von Mario Mandzukic (50./57.) dann endgültig abgefrühstückt. „Das zweite und dritte Tor – puh!“, ächzte Präsident Uli Hoeneß nach dem Gelage. Fehlte nur noch, dass er sich zufrieden über den Bauch strich.

Bis Mainz weichgekaut war, hatte Bayern Geduld aufbringen müssen – wie beim Warten auf den Kellner. Lecker war’s die ersten 40 Minuten nicht, weil Mainz ungenießbar spielte. „Das war aggressiv, teilweise auch hart“, sagte Kapitän Philipp Lahm.

Wie Knäckebrot. Doch seine Bayern bissen sich durch: „Wir wussten: Wenn wir geduldig bleiben, bekommen wir unsere Chance. Nach vorne geht bei uns immer was.“ Klasse: Nach der Pause lag ein Hauch von Tiki-Taka überm Bayern-Menü. Aus der Statistikabteilung: Ab Minute 46 kamen 90 Prozent der Pässe an, insgesamt 303. Mainz spielte im gesamten Spiel nur 330 Pässe.

Den Nachtisch, das Verfolgerduell zwischen Leverkusen und Dortmund am Sonntagabend, konnten die Bayern genießen. „Wir können uns entspannt aufs Sofa setzen und die Dinge auf uns zukommen lassen. Egal, wie das Spiel ausgeht – wir werden der Gewinner sein“, sagte Rummenigge in Mainz.

Schmankerl aus der Meisterküche: Weil Bayern weiter nichts anbrennen lässt und der Hunger nach Titeln und Rekorden nicht abklingt. „Wenn wir jedes Spiel gewinnen, kann von hinten kein Druck mehr aufgebaut werden, und wir können gelassen durch die Rückrunde gehen“, sagte Müller. Ein Verdauungsspaziergang. Laut Rummenigge müsse man „weiter wie Eichhörnchen Punkte sammeln“.

In Mainz gewann Bayern schon das achte von neun Auswärtsspielen diese Saison, spielte zum 14. Mal zu Null, ist mit 51 Punkten nach 20 Spielen weiter auf Rekordkurs. Konfliktpotenzial birgt nur das Startelf-Motto „zu viele Köche verderben den Brei“ von Jupp Heynckes. In Mainz kamen Arjen Robben und Mario Gomez erneut nur in der Schlussviertelstunde zum Einsatz. Robben schien das nicht zu schmecken, er lachte die Enttäuschung bei seiner Einwechslung zwar weg, rauschte nach Abpfiff aber grußlos in die Kabine und wenig später ungeduscht in den Bus. „Wir sind ein Top-Verein, da wird es immer Härtefälle geben“, sagte Lahm. „Es ist nur eine Momentaufnahme, irgendwann wird sich alles ändern.“

Ein Meister-Menü mit wechselnden Zutaten eben.

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