AfD-Mann Sichert über Söder: Hure der bayerischen Politik

Zum Auftakt des AfD-Landesparteitags hat der amtierende Landesvorsitzende Martin Sichert scharf gegen die anderen Großparteien und vor allem Ministerpräsident Markus Söder geschossen.
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Martin Sichert am Samstag beim Landesparteitag der AfD in Greding.
Daniel Karmann/dpa Martin Sichert am Samstag beim Landesparteitag der AfD in Greding.

Greding - Unmittelbar vor der Neuwahl des bayerischen AfD-Landesvorstands hat der amtierende Landesvorsitzende Martin Sichert Union, SPD und Grüne heftig attackiert – und insbesondere CSU-Chef Markus Söder.

Zum Auftakt des AfD-Landesparteitags am Samstag im mittelfränkischen Greding warf Sichert den anderen Parteien unter anderem "ideologischen Wahnsinn", "linke ökopopulistische Politik", Hysterie und einen "Hype" um den Klimaschutz vor. Und Söder sei "Vorturner des grünen Wahns".

Sichert: Steinmeier betreibt "rassistische Politik"

Sichert griff auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier direkt an. Dieser schimpfe ebenso wie Kanzlerin Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und andere Spitzenpolitiker etwa der Grünen immer auf Rassismus. "Dabei betreiben sie selbst eine zutiefst rassistische Politik gegen die eigenen Mitbürger." Über die anderen Parteien sagte Sichert: "Sie geben sich cool und sie predigen Vielfalt und Toleranz, wollen aber per Sprachpolizei und Political Correctness alle gleichschalten."

Sichert über Söder: "Hure der bayerischen Politik"

Sichert ging in seiner Wortwahl noch weiter: "Wie viele Bürger in Bayern haben auch wir mit Entsetzen festgestellt, dass Markus Söder Horst Seehofer inzwischen als Prostituierte der bayerischen Politik abgelöst hat", sagte er. "Während Seehofer regelmäßig der Domina Angela aus der Uckermark die Stiefel leckt, verkauft Söder unsere schöne Heimat an Ökofaschisten wie Claudia Roth oder Anton Hofreiter."

Sichert steht in Greding unter Druck: Er will sich erneut zum Landesvorsitzenden wählen lassen, musste aber mit Gegenkandidaten rechnen. Zuletzt war erwartet worden, dass sich potenziell chancenreiche Bewerber erst sehr kurzfristig aus der Deckung wagen.

Die bayerische AfD - und zwar sowohl die Partei als auch die Landtagsfraktion - ist tief zerstritten, und das schon seit langem. Inhaltlich-politisch klaffen tiefe Gräben zwischen den Anhängern des rechtsnationalen "Flügels" um den Thüringer Landeschef Björn Höcke und eher gemäßigten Kräften. Zudem gibt es seit längerem Streit über die Parteifinanzen und über angebliche organisatorische Probleme.

"Nazi-Jargon" - CSU-Spitzen weisen AfD-Attacken zurück

Die CSU-Spitze hat die Attacken von AfD-Landeschef Martin Sichert auf die CSU und andere Parteien scharf zurückgewiesen. "Das ist Nazi-Jargon: Menschen verächtlich machen und den politischen Gegner aufs Übelste verunglimpfen. Damit ist klar: Die AfD ist eine zutiefst antibürgerliche Partei", sagte CSU-Generalsekretär Markus Blume am Samstag. "Heute sind die letzten Sicherungen geflogen. Mit der ungeheuerlichen verbalen Entgleisung hat die AfD den demokratischen Diskurs endgültig verlassen."

Blume kritisierte: "Auf eine widerwärtige Weise offenbart die AfD, dass sie Hass und Rücksichtslosigkeit in die Gesellschaft tragen will." Das sei "der Ton einer radikalen Partei". Über Sicherts Äußerungen sagte Blume: "Und wenn das schon die sogenannten Gemäßigten sein sollen, dann schaudert es einen vor dem Rest."

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar: Alice Weidels Klagen - Wohlfeile Worte

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