Weißblaues Sturmtief beim TSV 1860: Wie Gorenzel nach dem Pusic-Abschied plant

Martin Pusics Vertrag wird bei den Löwen wegen privater Probleme aufgelöst, angeblich denkt der Wiener sogar über ein Karriereende nach. Gorenzel hofft auf einen Leih-Knipser aus der Zweiten Liga.
| Matthias Eicher
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1860-Boss Günther Gorenzel will einen Leihstürmer als Ersatz für den ausgeschiedenen Pusic. (Archivbild)
1860-Boss Günther Gorenzel will einen Leihstürmer als Ersatz für den ausgeschiedenen Pusic. (Archivbild) © foto2press/imago

München - Martin Pusic ist Geschichte bei den Löwen. Was die AZ am Dienstag berichtete, hat sich nun offiziell bestätigt: Der TSV 1860 verschickte am Dienstagmittag eine Pressemitteilung zur sofortigen Auflösung des Vertrags mit dem österreichischen Angreifer.

So erklärt Pusic sein Abschied von TSV 1860

"Aufgrund meiner privaten Situation ist es mir derzeit nicht möglich, mich auf Fußball zu konzentrieren und die Leistung zu bringen, die der Verein und die Fans sich von mir wünschen", wird der 33-Jährige in dem Schreiben zitiert, die auch keine neuen Erkenntnisse über die Hintergründe von Pusics Abschied bringt: "Ich wünsche dem TSV 1860 München, dem Team und ebenso den Fans alles Gute. Schade, dass ich es nicht erleben durfte, wie die Stimmung in einem ausverkauften Grünwalder Stadion ist."

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Pusic, im Jahr 2015 dänischer Torschützenkönig und durchaus ein hoffnungsvoller Transfer, sagt nun also nach nur acht Einsätzen und null Toren endgültig Servus.

Was auf massive Probleme Pusics hindeutet: Der weitgereiste Profi soll seine Karriere nach 16 Stationen sogar endgültig beenden wollen.

Die Löwen wünschen Pusic "für seinen weiteren Lebensweg alles Gute"

Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel erklärte zudem, für den Drittligisten die bestmögliche Lösung gefunden zu haben, "denn wir brauchen stets Spieler, die mit Leib und Seele bei der Sache sind". Die Löwen wünschen Pusic "für seinen weiteren Lebensweg alles Gute und hoffen, dass er seine private Situation, die ihn derzeit stark belastet, gut übersteht".

Die Giesinger vergaßen nicht, zu betonen: "Denn bei allem Streben nach Punkten und Erfolg sollte immer der Mensch im Vordergrund stehen." Dennoch gingen die Sechzger auf Nummer sicher.

Gorenzel über Spekulationen zu unsauberem Pusic-Transfer: "Haltlose und infame Gerüchte"

Nach Pusics kurzer und kryptischer Erklärung hat Gorenzel seine Hausaufgaben erledigt, um 1860 zu schützen und nicht erneut eine Spieler-Flucht wie im Falle von Adriano Grimaldi (wechselte im Januar 2019 wegen sportlicher Unzufriedenheit und eines höher dotierten Gehalts nach nur einem halben Jahr zum KFC Uerdingen) zuzulassen. Der Wiener dürfe "während der ursprünglichen Vertragslaufzeit für keinen anderen Verein im In- oder Ausland ohne entsprechende Abstandszahlung auflaufen", schrieb der TSV. Die im Auflösungsvertrag verankerte Summe beläuft sich nach AZ-Informationen auf einen hohen fünfstelligen Betrag.

Brisant: Auf Nachfrage bezeichnete Gorenzel die aufkommenden, etwas zwielichtigen Spekulationen, der Pusic-Transfer sei unsauber gewesen, als "haltlose und infame Gerüchte" und verurteilte "Vorgehensweisen und Menschen, die meine Person oder noch schlimmer, 1860 und die Löwenfamilie beschmutzen".

Zur Erklärung: Es kursierte der unbestätigte Vorwurf, der Pusic-Deal sei über Gorenzels eigene Berateragentur gelaufen. Mit dem ehemaligen schwedischen Fußballprofi Frederik Risp (Rispect Sports Agency) hat Pusic allerdings einen anderen Berater als Gorenzel (Frank Schreier/More than Sport).

TSV 1860 will einen Leihstürmer als Backup

Die nächste, drängende Aufgabe des Sport-Bosses heißt nun: Stürmer-Suche. Dabei gilt umso mehr, einen sofort funktionierenden Angreifer zu finden.

Denn: Neben Pusic, der bei seinen wenigen Einsätzen sein Können wie etwa beim 2:0-Derbysieg bei der SpVgg Unterhaching zumindest aufblitzen ließ, ist Landsmann Tim Linsbichler bislang völlig außen vor. Der junge Angreifer (20) kam aus der U19 von Bundesligist TSG 1899 Hoffenheim und sollte behutsam aufgebaut werden. Nach großem - wohl letztlich zu großem - Trainingseifer wirft ihn aktuell eine Schambeinentzündung weit zurück.

Mit dem eingesparten Pusic-Gehalt will 1860 nun im Winter einen Leihstürmer als Backup für Torjäger Sascha Mölders holen, falls möglich aus der Zweiten Liga.

Will der TSV 1860 auch weiter in Schlagdistanz zur Spitzengruppe bleiben, sollte der neue Knipser besser einschlagen als Linsbichler, dessen Trainingscomeback ungewiss ist.

Und natürlich auch besser als Pusic, der vielleicht nie mehr Tore für einen Profifußball-Klub schießen wird.

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